Coronavirus

Brauerei bedankt sich mit besonderer Geste bei Alltagshelden

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Lars Hansen
Wollen sich in Corona-Krise bedanken: Vertriebler Dirk Ackermann (l.), Julia Wesseloh, Braumeister Alexander Ennen und der Rest der Kehrwieder-Crew freuen sich auf Gäste in der Brauerei. 

Wollen sich in Corona-Krise bedanken: Vertriebler Dirk Ackermann (l.), Julia Wesseloh, Braumeister Alexander Ennen und der Rest der Kehrwieder-Crew freuen sich auf Gäste in der Brauerei. 

Foto: Lars Hansen / xl

Hamburger Brauerei „Kehrwieder“ denkt dabei an alle mit einem harten Job: Pfleger, Schwestern, Polizisten, Boten und viele mehr.

Harburg.  Das Herunterfahren des sozialen Lebens in diesen Tagen trifft nicht nur die Gastronomen, sondern natürlich auch ihre Lieferanten. Die Brauereien haben für eine ausgelassene Saison vorproduziert. Die Lager sind voll, die Kassen leer und wann etwas hereinkommt, weiß niemand. Trotzdem fangen Sinstorfs Kreativbrauer von „Kehrwieder“ jetzt nicht an zu geizen sondern verschenken etwas: Alkoholfreies Freibier für jeden, der jetzt einen klaren Kopf behalten muss, weil er zu denen gehört, die dafür sorgen, dass die Stadt noch funktioniert.

Es gibt Roadrunner alkoholfrei kostenlos

„Wir danken all denjenigen, die unser aller Leben jetzt am Laufen halten für ihren unermüdlichen Einsatz – den Menschen, die in Krankenhäusern, in der Pflege, bei der Feuerwehr oder Polizei, bei der Post, bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, bei der Müllabfuhr, im Einzelhandel und ganz besonders bei den ganzen Paket- und Kurierdiensten arbeiten“, sagt Chefbrauer Oliver Wesseloh, „Jeder der Unermüdlichen, der bei uns an der Brauerei vorbeikommt, kann sich kostenlos eine Flasche Road Runner alkoholfreies Coffee-Stout abholen, denn das macht nicht duun sondern wach! Diese Leute müssen sonst nichts machen oder kaufen – wir wollen einfach Danke sagen!“

„Dunkelbraun, fast schwarze Farbe mit einem dichten, beigem Schaum. In der Nase hat man Mokka, Röstmalze und Zartbitterschokolade. Im Mund ist es wieder Mokka und Zartbitterschokolade. Im Hintergrund ein Hauch von Bananen und Traubenkirschen. Malziger Körper mit cremigem Mundgefühl und moderater Röstbittere. Insgesamt sehr ausgewogen mit moderater Kohlensäure und einer deutlichen Kaffeenote.“ So liest es sich, wenn ein Biersommelier das „Road Runner“ der Kehrwieder Kreativbrauerei beschreibt.

Ein Bier, das Kaffee enthält

Das Stout, bei dem Kaffeebohnen mit im Brausud gelandet sind, ist das zweite alkoholfreie Bier der Sinstorfer Kleinbrauerei und schnell zum Kassenschlager geworden. Mit dem Koffeingehalt von zwei Tassen Espresso, dem Zisch eines deutschen und der Malzigkeit eines irischen Biers ist es für viele das Mittel der Wahl für klaren Kopf und lange Nächte. Nächtelange wilde Partys sind in diesem Frühjahr und Sommer aber nicht angesagt und das trifft die Brauer hart – nicht nur die Kleinstbetriebe. Die Saison ist vorbereitet, die Lager sind voll und plötzlich fällt die Gastronomiekundschaft aus!

Flaschen stehen im Vertriebsbüro bereit

Abzuholen ist die kleine Belohnung im Vertriebsbüro gegenüber der eigentlichen Brauerei. Dort findet auch weiterhin jeden Freitag der Lagerverkauf statt, „aber wenn in diesen Zeiten Menschen lieber zu Hause bleiben, ist das verständlich und vernünftig“, sagt Julia Wesseloh. „Deshalb haben wir für die nähere Umgebung – Harburg, Seevetal und Rosengarten – einen Nachbarschafts-Lieferservice eingerichtet.“ Ab einer Bestellmenge von einer Kiste Bier wird kostenlos geliefert. Die Bezahlung erfolgt kontaktlos. Das Bier stellt die Brauerei vor die Wohnungs- oder Haustür. Das ist ein deutlicher Mehraufwand, aber die Wesselohs sehen das pragmatisch: „In diesen Zeiten ist gegenseitige Hilfe wichtig geworden“, sagt Julia Wesseloh. „Derzeit brauchen wir keine Hilfe, aber wer weiß – vielleicht müssen auch wir irgendwann an Solidarität appellieren.“

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