Lüneburg

Filmnachwuchs: Ida und Mila sind top

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Lena Thiele
Ida Starke (14, l.) und Mila Borchers (12) aus Lüneburg haben mit ihrem Film "Ein Sprung in der Zeit" einen ersten Preis bei der Heide Wendland Filmklappe 2020 gewonnen.

Ida Starke (14, l.) und Mila Borchers (12) aus Lüneburg haben mit ihrem Film "Ein Sprung in der Zeit" einen ersten Preis bei der Heide Wendland Filmklappe 2020 gewonnen.

Foto: Lena Thiele

Die Schülerinnen haben beim Filmwettbewerb Heide-Wendland-Klappe gewonnen – mit einer Zeitreise.

Lüneburg.  Feen, Hexen, Meerjungfrauen – Magie spielt oft eine wichtige Rolle in den Filmen der „Grimmer Filmwerke“. Die Gruppe, die sich nach der Lüneburger Straße benannt haben, in der und um die herum ihre Mitglieder wohnen, dreht bereits seit fast drei Jahren eigene Filme. Mit ihrem jüngsten Projekt haben die Schüler den ersten Preis in ihrer Altersklasse beim diesjährigen Kurzfilmwettbewerb Heide Wendland Filmklappe gewonnen.

Zeitreise zu den Omas

In ihrem Film „Ein Sprung in der Zeit“ geht es um eine Zeitreise zu den Omas der Protagonisten, einen jahrzehntealten Streit und kleine Korrekturen in der Vergangenheit, die große Auswirkungen auf das Miteinander in der Gegenwart haben können. Die Jury lobte den vielschichten Aufbau des Films und befand: „Eine Geschichte, die Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges auf eindrucksvolle Weise miteinander verknüpft und die generationenübergreifenden Themen Liebe, Freundschaft und Miteinander aufgreift.“

Ida Starke und Mila Borchers sind die treibende Kraft

Die Köpfe hinter dem Projekt sind Ida Starke und Mila Borchers, die das Drehbuch verfasst, Regie geführt und die Produktion gesteuert haben. Sie arbeiten mit eine festen Team von etwa zwölf Kindern und Jugendlichen aus ihrer Nachbarschaft, die zwischen acht und 14 Jahre alt sind. In diesem Jahr waren sie bereits zum zweiten Mal bei dem Wettbewerb dabei.

Die grundsätzliche Idee zu der Geschichte mit der Zeitreise hatte Idas Bruder Johann. „Wir haben das Thema dann gemeinsam auf einem langem Spaziergang weiter entwickelt“, sagt Mila. Die 12-Jährige denkt sich am liebsten die Geschichten und Themen für die Filmprojekte der Crew aus. Ihre 14 Jahre alte Mitstreiterin Ida ist am Set ganz in ihrem Element. „Mir macht das Umsetzen besonders Spaß, die Kostüme und die Maske. Ich sage auch gern allen am Set, was zu tun ist.“

Teamarbeit ist für alle wichtig

Vieles entwickeln und organisieren die beiden jedoch gemeinsam oder sie wechseln sich bei den Aufgaben ab. Dabei läuft natürlich nicht immer alles reibungslos, es kommt auch immer mal wieder zu kleinen Pannen. So entdeckten die jungen Filmemacherinnen diesmal erst beim Schneiden des Films, dass in einer Szene eine zu dem Zeitpunkt ungenutzte Kamera deutlich im Bild zu sehen war. Sie lag am Rand der Stufen vor der Haustür, an der sich die Schauspieler für die Szene trafen. „Die Szene mussten wir dann noch einmal komplett neu drehen“, sagt Mila. Die missglückte Version ist nun im Abspann des rund achtminütigen Films zu sehen.

Der Schnitt ist die größte Arbeit

Gedreht wurde an einem Wochenende im Januar, zwei weitere Tage waren für Nachdrehs und Verbesserungen notwendig. Um aus dem Rohmaterial den fertigen Film zu schneiden, saßen die Filmemacherinnen noch einmal etwa eine Woche an ihrem Projekt. „Der Schnitt braucht immer die meiste Zeit“, sagt Ida. Die ersten Kritiker, die ihre Filme zu sehen bekommen, sind meistens ihre Eltern. „Die sind sehr stolz auf uns“, sagt Mila. „Aber sie sagen auch ehrlich, wenn wir irgendwas ändern sollten.“ Wenn alles fertig ist, gibt es eine Premiere mit Publikum. Den gesamte Prozess dokumentiert das Team der „Grimmer Filmwerke“ auf Instagram.

Die Filmbranche ist auch ein Berufsziel

Die beiden Schülerinnen, die zurzeit die siebte und achte Klasse am Herder-Gymnasium besuchen, können sich gut vorstellen, auch später in der Filmbranche tätig zu sein. Beide stehen regelmäßig auch als Schauspielerinnen auf der Bühne. „Wir wollen auf jeden Fall in die kreative Szene“, sagt Mila. Das Preisgeld, das sie für ihren Film erhalten haben, sparen sie für weitere Projekte. Schon jetzt sind zwei neue Filme in Planung, sagt Ida. „Dafür können wir noch neues Equipment gebrauchen und zum Beispiel Stoff für Kostüme.“

Das Team will weitermachen

Auch wenn das Drehen und Produzieren eines Films jedes Mal viel Arbeit bedeutet, wollen sie mit ihrem Team auf jeden Fall weitermachen. "Wir haben einfach total viel Spaß zusammen", sagt Mila. „Und es ist immer wieder ein tolles Gefühl, wenn wir am Computer auf ,Speichern’ drücken.“

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