Harburg
„Jugend forscht“

Schüler aus dem Landkreis feiern Erfolge als Forscher

Emma Führer (11) vom Gymnasium Hittfeld hat beim Regionalwettbewerb von "Schüler experimentieren" (Juniorsparte von "Jugend forscht") im Bereich Chemie den ersten Preis gewonnen.

Emma Führer (11) vom Gymnasium Hittfeld hat beim Regionalwettbewerb von "Schüler experimentieren" (Juniorsparte von "Jugend forscht") im Bereich Chemie den ersten Preis gewonnen.

Foto: Lena Thiele

Beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ überzeugten Gymnasiasten aus Hittfeld und Buchholz mit ihren Projekten

Hittfeld/Buchholz.  Mit einem sehr aktuellen Forschungsthema hat die elfjährige Emma Führer vom Gymnasium Hittfeld den ersten Preis beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ geholt. Beim Regionalentscheid in Lüneburg überzeugte sie im Bereich Chemie die Jury mit einer Arbeit zum Thema „Biologisch abbaubare Beschichtungen für Pappbecher.“ Dafür untersuchte sie unter anderem die Wasserdurchlässigkeit und Kompostierbarkeit von unterschiedlich beschichteten Pappstreifen.

„Ich bastele gerne und probiere viel aus“, erklärt Emma ihren Forscherdrang. In der Firma, in der ihr Vater arbeitet, sah sie, wie viele Pappbecher dort kursieren und im Müll landen. „Ich wollte nach Lösungen für dieses Problem suchen.“ In der Schul-AG „Jugend forscht“, an der sie bereits seit der vierten Klasse teilnimmt, experimentierte sie rund ein Jahr lang mit verschiedenen Methoden – bis es ihr gelang, die Beschichtungen erfolgreich zu vergleichen.

Ergebnisse lassen noch Raum für weitere Analysen

„Das macht mir Spaß. Es ist einfach cool, an so etwas zu arbeiten“, sagt die Schülerin, die in ihrer Freizeit viel schwimmt, gern bastelt und mit Kuchenrezepten experimentiert.

Emma sei sehr hartnäckig, sagt ihre Lehrerin und AG-Leiterin Dr. Andrea Schroedter, die das Projekt begleitet hat. „Sie kann dranbleiben und hat Durchhaltevermögen.“ Die nun vorliegenden Ergebnisse lassen noch Raum für weitere Analysen.

„Die Beschichtungen, die das Wasser am besten abgehalten haben, waren leider auch die mit den schädlichen Stoffen“, sagt Emma. Beim Landesentscheid wird sie ihre aktuellen Ergebnisse präsentieren, wie durchlässig die Beschichtungen bei heißem Wasser sind.

Nina Anft überzeugte im Bereich Geo- und Raumwissenschaft

Erfolgreich waren auch fünf Schüler vom Buchholzer Gymnasium am Kattenberge, das sich in den vergangenen Jahren vor allem im Bereich Chemie bereits hervorgetan hat. Außer dem Neuntklässler Ole Linden, der im Fachgebiet Arbeitswelt bei „Schüler experimentieren“ gewann, holten vier ältere Schüler erste Preise bei „Jugend forscht“.

Nina Anft überzeugte diesmal im Bereich Geo- und Raumwissenschaft mit ihren Forschungen zur „Regenablaufproblematik in unseren versiegelten Städten“. Sie hatte zu Hause beobachtet, wie die Terrasse nach starkem Regen überflutet wurde. „Und da ich mich auch für den Klimawandel interessiere, wollte ich das genauer untersuchen“, sagt die 17-Jährige. Sie kaufte unterschiedliche Bodenplatten und stellte Messungen an – unter anderem an der TU Hamburg in Harburg –, wie viel Wasser die Platten jeweils aufnehmen können.

Austausch mit anderen Teilnehmern

Das Ergebnis: Grobe Oberflächenstrukturen im verschmutzten Normalzustand nehmen Wasser besonders gut auf. Die Jury beim Regionalwettbewerb bestärkte die Schülerin darin, ihre Untersuchungen zu diesem aktuellen Thema weiterzuführen. Durch den Wettbewerb und die selbstständige Arbeit an dem Projekt habe sie viele neue Erfahrungen gewonnen, sagt Nina Anft. „Besonders den Austausch mit den anderen Teilnehmern, den Besuchern und den Juroren fand ich sehr interessant. Und auch die Zusammenarbeit mit der Uni war etwas ganz Neues.“

Einige der Projektideen entstanden in Kooperation mit dem „JuStis“-Programm der Schule, das Schülern ermöglicht, in naturwissenschaftlichen Arbeitsgruppen an Partner-Universitäten mitzuarbeiten. So forschte der 18-jährige Richard Roßner in Kooperation mit der Jacobs University in Bremen zur Molekülbewegungssimulation.

„Das wird zum Beispiel in der Krebsforschung genutzt. Und auch pharmazeutische Unternehmen untersuchen damit unter anderem, wie sich ein bestimmter Wirkstoff entfalten kann“, sagt der Schüler, der sich selbst als „Mathematikfixiert“ beschreibt und nach dem Abitur an der Bremer Privat-Uni studieren will.

Ölfarbe ist bereits nach drei bis vier Tage getrocknet.

Im Fachgebiet Physik punktete sein Mitschüler Lars Schuster mit einer Arbeit zur „Messung und Veränderung der Oberflächenspannung von Wasser“. Dazu gebe es verschiedene Methoden, erklärt der Schüler. „Ich habe untersucht, welche am besten funktioniert.“ Dafür beobachtete er unter anderem, wie hoch Wasser in einer Glasröhre steigt und wie sich Wassertropfen verhalten. Auch der Nachweis von Nitrat sei auf diese Weise möglich, sagt der 18-Jährige. „Das macht es natürlich sehr interessant.“ Auch er will seine Forschungen an der Uni weiter vertiefen.

Ein ganz praktisches Problem brachte Hendrik Brang zu seinem Forschungsthema im Fachgebiet Chemie. „Ich male in meiner Freizeit Bilder mit Ölfarben. Dass die Farben aber fünf bis sieben Tage zum Trocknen brauchen, ist echt ätzend. Also habe ich geguckt, wie man das ändern kann.“ In einer Reihe von Versuchen beobachtete der 18-Jährige eine Woche lang seine Mischungen aus verschiedenen Arten von Pigmenten und unterschiedlichen Lösungsmitteln.

„So habe ich festgestellt, dass es mit Terpentin schneller trocknet, mit Leinöl dagegen langsamer.“ Als nächstes will er untersuchen, wie sich die Deckkraft von Farben auf die Trocknung auswirkt. Einen wichtigen Forschungserfolg hat er bereits errungen: Seine selbst gemischte Ölfarbe ist bereits nach drei bis vier Tage getrocknet.