Harburg
Bezirksversammlung Harburg

Chaosstrecke Hamburg–Harburg: Konkrete Forderungen an S-Bahn

Dicht gedrängt stehen Fahrgäste im Hauptbahnhof in Hamburg neben einer einfahrenden S-Bahn der Linie S31

Dicht gedrängt stehen Fahrgäste im Hauptbahnhof in Hamburg neben einer einfahrenden S-Bahn der Linie S31

Foto: dpa Picture-Alliance / Bodo Marks / picture alliance / dpa

"Fahrgäste leiden": Bezirksversammlung verlangt umfangreiche Verbesserungen mit zwölf konkreten Forderungen.

Harburg. Die Harburger Bezirksversammlung verlangt umfangreiche Verbesserungen für S-Bahn-Pendler aus dem Hamburger Süden. Einen gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen, der zwölf einzelne Forderungen umfasst, verabschiedeten die Bezirksabgeordneten am Dienstag einstimmig.

„Seit einiger Zeit läuft der S-Bahnverkehr auf der Harburger Strecke nicht wirklich gut“, sagte Frank Wiesner (SPD), als er den Antrag in der Debatte begründete. „Das von den Ländern Hamburg und Niedersachsen bestellte Fahrplanangebot und die Kapazitäten werden von der S-Bahn Hamburg nicht vollständig und pünktlich erbracht. Die Ursachen sind vielfältig und auch nicht immer von den DB-Firmen verschuldet. Dennoch leiden die Fahrgäste, die kaum zuverlässig ihre Arbeitsstellen oder Termine erreichen. Es muss befürchtet werden, dass die Fahrgastzahlen gleich bleiben oder sogar zurück gehen!“

Hamburg–Harburg: So soll die S-Bahn sich bessern

Die zwölf Forderungen an die Deutsche Bahn haben Frank Wiesner und Fabian Klabunde, sein Verkehrsexperten-Kollege bei den Grünen, in drei thematische Blöcke untergliedert: Die Stabilität des Betriebs, Maßnahmen bei Störungen und die Verstärkung des Systems.

Zur Stabilisierung des Betriebs soll die Hamburger S-Bahn mehr Personal einstellen und ausbilden, um das bestellte Fahrplanangebot der Linie S 3 und S 31 inklusive der versprochenen Langzüge zu fahren. Außerdem sollen die Gleise mit Zäunen und Schutztüren gegen Unbefugte Betriebsstörer abgeschottet werden. Brennbarer Unrat müsse vor allem aus den Tunnelstrecken regelmäßig entfernt werden. Des Weiteren soll nur zuverlässiges Fahrzeugmaterial zum Einsatz kommen.

„Auf Großversuche der Industrie kann nicht nur der Bezirk Harburg verzichten“, sagt Wiesner. „Und im Sinne der Fahrgäste ist es sicherlich auch, wenn eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten - besonders der verschiedenen DB-Firmen – stattfindet.“

S-Bahn: Wie es weniger Störungen geben soll

Bei Betriebsstörungen sollen schnelle und leistungsfähige Alternativen für die Fahrgäste bereitstehen, fordern die Abgeordneten. So könnte bei Bedarf der Regionalzug einen Zusatzhalt in Neugraben einlegen und die Bahn bei S-Bahn-Ausfällen die Fernzüge zwischen Harburg und Hauptbahnhof für HVV-Kunden frei geben.

Außerdem soll die Bahn mehr Stromabschalter auf der Stecke verbauen, damit die Abschnitte, die bei Störung gesperrt werden müssen, kürzer werden. Bei Störungen im Harburger S-Bahntunnel könnten die Zweistrom-S-Bahnzüge über die Regionalbahngleise nach Harburg geführt werden. Außerdem soll die Verkehrsbehörde prüfen, wie und wo weitere schnelle Buslinien geschaffen werden können.

„Die S 32 muss möglichst bald als Verstärkerlinie eingerichtet werden“, forderte Wiesner. Daher sollte die Modernisierung und Digitalisierung der Strecke schnell erfolgen. „Gegebenenfalls lassen sich die vorhandenen Stellwerke so zügig nachrüsten, wie am Hamburger Hauptbahnhof. Für die Betriebsaufnahme der S 32 ist zeitnah ein verbindlicher Zeitplan vorzulegen.“

Durch den Bevölkerungszuwachs in Harburg, Süderelbe und Wilhelmsburg sei ein zügiger Ausbau notwendig. „Das Straßennetz hat in den Hauptverkehrszeiten nur noch wenige Kapazitäten. Letztendlich wird durch die Zustände auch das Ziel verfehlt, einen attraktiven ÖPNV zu schaffen.“, so Wiesner.