Harburg
Marode Immobilie

Hotel „Schweizer Hof“ soll erneut weiterverkauft werden

Das frühere Hotel Schweizer Hof soll erneut verkauft werden.

Das frühere Hotel Schweizer Hof soll erneut verkauft werden.

Foto: Jochen Gipp

Für 2.5 Millionen Euro kann die Immobilie erworben werden. In Internet-Immobilienportalen ist sie inseriert.

Harburg. Neue Wendung im Fall Schweizer Hof: Das seit 15 Jahren leer stehende Hotel an der Moorstraße steht – mal wieder – zum Verkauf. Für 2.5 Millionen Euro kann die Immobilie erworben werden. In Internet-Immobilienportalen ist sie inseriert.

2014 hatte Eigentümer Olaf Sch. Bauantrag gestellt. Er wollte das heruntergekommene Hotel umfassend renovieren und erweitern. Das Bezirksamt monierte fehlende Unterlagen. Der Genehmigungsprozess zog sich bis 2019 hin, wobei sich Bauherr und Bezirksamt wechselseitig beschuldigten, die Angelegenheit unnötig in die Länge zu ziehen.

Leerstand ist zum Politikum geworden

Längst war der Leerstand zum Politikum geworden. Rückseitig grenzt das Hotel an die Seevepassage, die in den nächsten Jahren mit einigem Aufwand aufgehübscht werden soll. Dort bietet es mit seinem spanplattenverrammelten Untergeschoss derzeit alles andere als einen schönen Anblick. Auch die Vorderseite veranlasste manchen Bezirkspolitiker schon dazu, das Wort „Schandfleck“ für das Haus zu verwenden.

Gerade erst hatte die CDU-Fraktion eine schriftliche Anfrage zum „Schweizer Hof“ gestellt, in der unter anderem geklärt werden sollte, ob das Bezirksamt den Besitzer zwingen könne, schneller zu bauen. „Solange von der Immobilie keine Gefahr ausgeht, sind Zwangsmaßnahmen der Stadt nur theoretisch möglich“, antwortet Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen darauf.

Zwar gebe es im Baurecht einen Paragrafen, der die Instandhaltung und Modernisierung von Gebäuden gebietet, seine Durchsetzung ist allerdings mit juristischen Risiken verbunden. Schlimmstenfalls hätten Hausbesitzer dann hohe finanzielle Ansprüche an die Kommune.

Zimmerzahl wird mit 20 angegeben

Ob Olaf Sch. im langen Genehmigungsprozess die Lust verloren hat oder ihm die finanzielle Puste ausgegangen ist, ist nicht in Erfahrung zu bringen. Unter der Telefonnummer in der Immobilienanzeige erreicht man ein Maklerbüro. Im Internet-Immobilienportal Immonet wird der Schweizer Hof als „Sanierungsbedürftiges Hotel an der S-Bahn im Zentrum von Hamburg-Harburg“ angeboten. Die Zimmerzahl wird mit 20 angegeben.

So viele Zimmer gibt es derzeit aber nur in der Theorie: Auf den Bildern zu dem Angebot ist erkennbar, dass alle drei Stockwerke komplett entkernt sind. Wo einst Zwischenwände standen, sind nun Aussparungen im Estrich zu sehen. Die verbliebenen Wände sind zum Teil nackt, zum Teil neu verputzt. Einige Vorarbeiten für Leitungen sind auch schon erledigt. Alles Weitere – also auch die 20 Zimmer – müsste der Käufer selbst herstellen.

„Wir bieten das Hotel als sanierungsbedürftig an“, sagt Immobilien-Vermarkterin Johanna Karpa. „Die Baugenehmigung inklusive Brandschutzkonzept wird dabei mit veräußert.“

Dass Zustand und Preis Käufer schrecken könnten, befürchtet Karpa nicht: „Wir führen bereits Gespräche mit Kaufinteressenten“, sagt sie.