Ehrenamt

Freiwillige Feuerwehr bringt rote Löscheimer in jedes Haus

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Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Harmstorf präsentieren ihre  "Löscheimer" im Feuerwehrgerätehaus.

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Harmstorf präsentieren ihre "Löscheimer" im Feuerwehrgerätehaus.

Foto: Joto / JOTO

Aktuell engagieren sich 25 Harmstorfer ehrenamtlich in der Wehr. Sollten es weniger als 21 werden, droht eine Pflichtfeuerwehr.

Harmstorf . Bei strömenden Regen rückten am Montagabend die Freiwilligen Feuerwehrleute aus Harmstorf zu einem besonderen Einsatz im eigenen Ort aus. Ausgerüstet mit Flyern und Löscheimern ging es diesmal nicht darum, andere Personen zu retten, sondern um die Zukunft der eigenen Wehr. Denn die Feuerwehr in der Gemeinde hat ein großes Problem, neue Feuerwehrmänner- und -frauen zu finden.

Aktuell engagieren sich 25 Harmstorfer ehrenamtlich in der Wehr. Sollten es weniger als 21 werden, droht eine Pflichtfeuerwehr. Das würde bedeuten, dass die Samtgemeinde Einwohner verpflichten kann, in die Feuerwehr einzutreten.

Eine der ersten Pflichtfeuerwehren in Norddeutschland?

Es wäre eine der ersten Pflichtfeuerwehren in ganz Norddeutschland. Um diesen drastischen Schritt zu verhindern, gingen die Feuerwehrleute am Montagabend zu fast jedem der knapp 400 Haushalte im Ort und stellten symbolisch einen Löscheimer vor die Haustüren. Dazu gab es Flyer mit den wichtigsten Informationen zum Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr und den Hinweis auf einen Info-Tag am 1. März im Feuerwehrhaus.

Die Kampagne richtet sich an alle Harmstorfer im Alter zwischen 16 und 55 Jahren. „Um ein aktives Mitglied in der Feuerwehr zu werden, braucht es nicht viel Zeit“, erklärt Ortsbrandmeister Christian Albers. Einmal im Monat findet ein Ausbildungsdienst statt. Und auch die Einsatzzahlen mit weniger als zwei Einsätzen im Monat halten sich in Grenzen. Einmalig steht am Anfang ein Grundlehrgang. Auch mit zwei weiteren Vorurteilen räumt Albers auf: „Die Mitgliedschaft in der Feuerwehr kostet nichts. Wir stellen auch die persönliche Schutzausrüstung.“

Politik ist mit an Bord

Auch für Arbeitgeber entsteht kein finanzieller Schaden. Wenn ein Mitarbeiter während der Arbeitszeit zum Einsatz muss, entschädigt die Samtgemeinde den Arbeitgeber. Die Mitgliederzahlen in der knapp 900-Einwohner Gemeinde sind entgegen des Trends bei fast allen Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Harburg seit einigen Jahren rückläufig. „Vor wenigen Jahren hatten wir noch 32 Mitglieder“, sagt Ortsbrandmeister Albers.

Zurzeit würden aber immer wieder ältere Kameraden aus der aktiven Wehr ausscheiden. Außerdem würden viele der jüngeren Kameraden aus Harmstorf wegziehen. „Das liegt neben beruflichen Gründen auch an der Wohnungssituation in der Gemeinde“, sagt Albers. Die Politik sei mit an Bord und man versuche gemeinsam neue Mitglieder für die Feuerwehr zu gewinnen. Hoffnung machen Albers die steigenden Mitgliederzahlen bei der Jugend- und Kinderfeuerwehr.

Die Jugendlichen steigen später oft in die aktive Feuerwehr ein. Die Löscheimer-Aktion war der Auftakt einer großen Werbekampagne für die Wehr.

( tjo )

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