Harburg
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Illegales Autorennen in Car2Go-Mercedes: Raserin verurteilt

Claudia T. war in einem Car2Go-Mercedes bei einem illegalem Autorennen  mit mehr als 150 km/h durch die Stadt gerast.

Claudia T. war in einem Car2Go-Mercedes bei einem illegalem Autorennen  mit mehr als 150 km/h durch die Stadt gerast.

Foto: Jörg Riefenstahl

Für die halsbrecherische Fahrt wurde eine junge Hartz-IV-Empfängerin vom Amtsgericht Harburg am Montag verurteilt.

Harburg. Die Nacht zum 15. November 2018 wird Claudia T. (36) so schnell nicht vergessen. Es war Sonnabend, 1.10 Uhr, als sie sich am Steuer ihres geliehenen Mercedes CLA-Coupé mit Jens A. im Skoda auf der Cuxhavener Straße in Harburg spontan ein illegales Autorennen lieferte. Dafür wurde die junge Hartz-IV-Empfängerin aus Hamburg vom Amtsgericht Harburg am Montag verurteilt.

Ihr schwarzes Haar unter einer Kapuze, nahm Claudia T. allein auf der Anklagebank Platz. Die Staatsanwältin skizzierte den Fall. Demnach hatte das Rennen an der Kreuzung Süderelbebogen/Cuxhavener Straße an einer roten Ampel begonnen.

Claudia T. und ihre Beifahrerin nahmen mit Jens A. Blickkontakt auf. Claudia T. ließ den Motor ihres Mercedes aufheulen, was Jens A. mit kräftigen Tritten auf’ sein Gaspedal quittierte. Als die Ampel auf Grün sprang, preschten beide Wagen mit hoher Geschwindigkeit stadtauswärts davon.

Polizistin brach Verfolgung sicherheitshalber ab

Doch die Polizei war aufmerksam geworden und nahm die Verfolgung auf. An der Kreuzung Geutensweg kamen beide Kontrahenten vor ihnen an einer roten Ampel zum Stehen, bevor das Rennen weiterging – so schnell, dass die Polizei die Verfolgung an der Straße An de Geest aus Sicherheitsgründen abbrach.

„Als mein Tacho Tempo 150 zeigte, fuhr ich nicht mehr schneller, behielt die sich weiter entfernenden Autos vor mir aber im Blick“, sagte die Polizeibeamtin Cemile G. als Zeugin vor Gericht.

An der Jet-Tankstelle in Neu Wulmstorf kam das Duo schließlich zum Stehen. Claudia T. und Jens A. stiegen aus, sie reckten die Fäuste siegessicher empor und gingen zum Nachtschalter, um Getränke zu kaufen – und zu feiern.

„Das Rennen war eine Scheißaktion!“

Doch die Polizei war zur Stelle und nahm das Duo fest. „Das Rennen war eine Scheißaktion. Mir wurde erst im Nachhinein klar, was ich da überhaupt angerichtet habe“, sagte Claudia T. reumütig im Prozess. Ihr Vorstrafenregister umfasst räuberische Erpressung, Beleidigung, Körperverletzung und Betrug. Den Job als mobile Pflegekraft ist sie seit dem Verlust ihres Führerscheins nach dem Rennen los.

Das Gericht verurteilte die Hartz IV-Empfängerin zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen a 10 Euro und einer Führerscheinsperre von sieben Monaten. Jens A. war schon im Dezember zu 90 Tagessätzen a 35 Euro und einer Sperre von dreieinhalb Monaten verurteilt worden.