Verkehrsplanung

Noch ein Kreisel für Neu Wulmstorf

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Neu Wulmstorf braucht einen weiteren Mini-Kreisel wie hier kurz vor dem Bahnhof.

Neu Wulmstorf braucht einen weiteren Mini-Kreisel wie hier kurz vor dem Bahnhof.

Foto: Axel Tiedemann / HA

Es wäre der vierte Kreisel in 600 Metern in der Bahnhofstraße. Ratspolitiker mahnen Konzept für den Straßenverkehr an.

Neu Wulmstorf.  Gut 200 Wohnungen werden gerade am Bahnhof in Neu Wulmstorf gebaut und das nächste größere Bauprojekt startet schon bald in unmittelbarer Nähe: Auf einem ehemaligen Reiterhof-Gelände am Ende der Bahnhofstraße plant das Unternehmen HBI noch einmal 100 Wohnungen, dazu sind zwei Kitas, eine Seniorenwohnanlage und ein Hotel vorgesehen: Wie dazu der Verkehr dort an der Kreuzung zur Straße „Wulmstorfer Wiesen“ abgewickelt werden könnte, hat nun der Verkehrsplaner Lothar Zacharias im Auftrag der Gemeinde untersucht und das Ergebnis im Bauausschuss des Gemeinderates jetzt vorgestellt: Danach werden dort an Werktagen rund 7300 Kraftfahrzeuge gezählt, nach Fertigstellung des Projekts könnten es 13.000 werden. Wobei er auch mögliche Verkehrszuwächse durch den baldigen Weiterbau der A 26 einrechnete, die in gut zwei Jahren zunächst in Neu Wulmstorf enden wird.

Ohne neuen Kreisel drohen Staus in den Spitzenzeiten

Zwar könnte man das alles über eine normale Kreuzung mit Ampeln abwickeln – aber dann seien in Spitzenzeiten weitere Staus bis tief in die Bahnhofstraße absehbar. Der Planer schlug deshalb einen sogenannten „Mini-Kreisel“ vor, bei dem der Verkehr flüssiger fließen könnte und sich die Querung für Fußgänger und Radfahrer einfach gestalten ließe. Es wäre dann der immerhin vierte Kreisel auf einem nur 600 Meter langen Abschnitt der Bahnhofstraße. Dennoch gab es von den Fraktionen weitgehend Zustimmung für den Bau des Kreisels, der mit 1,2 Millionen Euro kalkuliert wird. Den Löwenanteil davon werden die Investoren tragen, Neu Wulmstorf plant dafür eigene Kosten von 100.000 Euro. Das sei die vernünftigste Lösung, hieß es mehrfach.

Starke Bedenken äußerte indes der Vorsitzende des Ausschusses, der SPD-Politiker Thomas Grambow. Seine Kritik bezog sich nicht direkt auf den Kreisel selbst, sondern er vermisse eher mit Blick auf Bauprojekte und Autobahneröffnung ein Gesamtverkehrskonzept. „Ich sehe da eine Katastrophe auf die Bahnhofstraße zurollen“, so Grambow, der damit die Befürchtung ausdrückte, dass künftig diese zentrale Achse des Kernorts durch noch mehr Durchgangsverkehr zur Bundesstraße belastet werden könnte. „Der Kreisel“, so der Vize-Bürgermeister, „ist nicht die Lösung für den Ort, sondern nur für diese eine Kreuzung.“ Ähnlich äußerte sich auch FDP-Ratsherr Peter Kurland, der auf die nahen Hamburger Neubaugebiete in Fischbek verwies, wodurch ebenfalls zusätzlicher Verkehr durch Neu Wulmstorf zur neuen Autobahn fließen könnte.

Denkbar wäre auch eine Tempo-20-Zone

Der für die Ortsentwicklung in der Neu Wulmstorfer Verwaltung zuständige Fachbereichsleiter Thomas Saunus warnte allerdings davor, die Kreisel-Lösung für das Neubaugebiet mit einem großen Verkehrskonzept zu verbinden. Der Bebauungsplan sollte im Sommer beschlossen werden, damit das Projekt vorankomme. Die Umsetzung eines neuen Verkehrskonzept dauere hingegen Jahre. Gleichwohl gebe es Ideen, wie man den Durchgangsverkehr verhindern könnte, beispielsweise mit einer Tempo-20-Zone in einem „Geschäftsbereich“.

Der Ausschuss verständigte sich schließlich darauf, der Kreisel-Lösung zuzustimmen -- gleichzeitig aber in den nächsten Monaten auch nach weiteren Lösungen für die Bahnhofstraße zu suchen.

( at )

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