Harburg
Eine Überlebende berichtet

Gemeinden und Städte gedenken an die Holocaust-Opfer

Überlebende des KZ Auschwitz, Esther Bejarano, ist bei der Buchholzer Gedenkveranstaltung zu Gast.

Überlebende des KZ Auschwitz, Esther Bejarano, ist bei der Buchholzer Gedenkveranstaltung zu Gast.

Foto: dpa / Jens Büttner

Zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz richten viele Initiativen Veranstaltungen aus.

Harburg. Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Alliierten am 27. Januar 1945 brachte das ganze Ausmaß der systematischen Ermordung der Juden durch die Nazis zutage. Jedes Jahr erinnern zahlreiche Gedenkveranstaltungen an die Ermordeten. Zeitzeugen berichten, wie sie ihre Gefangenschaft in den Konzentrationslagern erlebt und überlebt haben.

Neugraben Die Initiative „Gedenken in Süderelbe“ und das Gymnasium Süderelbe laden in die Michaeliskirche Neugraben ein, wo die Schüler über ihr Projekt zum KZ-Außenlager Falkenbergsweg berichten. Das Projekt, das mit dem Bertini-Preis 2020 ausgezeichnet wird, erinnert an die 500 inhaftierten jüdischen Frauen. Im Anschluss legen die Schüler vor dem Ortsamt ein Gesteck nieder.

In Buchholz richtet jedes Jahr eine andere Organisation den Gedenktag aus, in diesem Jahr die Städtepartnerschaftsvereine. Zur Feier werden die Bürgermeister der Partnerstädte Canteleu und Wolow erwartet. Ehrengast ist Esther Bejarano: Sie hat die Hölle von Auschwitz überlebt, weil sie für das Mädchenorchester ausgewählt worden war. Nach ihrer Befreiung blieb sie in Deutschland und machte den Kampf gegen das Vergessen zu ihrer Lebensaufgabe.

Lüneburg An der Leuphana Universität steht ein Vortrag der Rabbinerin Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau von der Leuphana im Zentrum. Das Thema lautet „Wendezeiten - Deutschland und Europa auf der Suche nach einem gemeinsamen Ethos nach Auschwitz“.

Bei der zentralen Veranstaltung der Hansestadt Lüneburg stellen Schülerinnen der Wilhelm-Raabe-Schule und Friedrich von Mansberg, Chefdramaturg am Theater Lüneburg, ein gemeinsames Theaterprojekt mit dem Stück „Selma, wenn das Gestern heute ist…“ vor.

Für die Ausstellung „Zwangssterilisation in Lüneburg“ haben Studenten der Universität Hannover und Schüler der Schule für Pflegeberufe des Klinikums Lüneburg rund 1.200 Akten des ehemaligen Erbgesundheitsgerichts Lüneburg erfasst und ausgewertet.

Wilhelmsburg Eine Stolperstein-Führung bietet die Initiative Gedenken in Harburg an. Im Mittelpunkt steht Hans Leipelt aus Wilhelmsburg, der die Widerstandsorganisation Weiße Rose unterstützte und dafür von den Nazis hingerichtet wurde.