Binnenhafen

Das Wohnschiff „Transit“ hat Harburg verlassen

Das Wohnschiff "Transit" hat den Harburger Binnenhafen verlassen. Allerdings nicht unter Dampf, wie das Foto suggeriert. Das Schiff hat keinen eigenen Antrieb, der Schornstein steht in Moorburg.

Das Wohnschiff "Transit" hat den Harburger Binnenhafen verlassen. Allerdings nicht unter Dampf, wie das Foto suggeriert. Das Schiff hat keinen eigenen Antrieb, der Schornstein steht in Moorburg.

Foto: Angelika Hillmer / HA

Mit einem Rangiermanöver endete die Ära der Unterbringung von Flüchtlingen und später auch Obdachlosen im Harburger Binnenhafen.

Hamburg. Gut fünf Jahre lang lag es an der prominentesten Kaikante des Harburger Binnenhafens am Kanalplatz, jetzt trat das Wohnschiff „Transit“ seine Rückreise Richtung Niederlande an. Am Montagvormittag um kurz vor 11 Uhr zogen zwei Hafenschlepper das 110 Meter lange, antriebslose Schiff von der Kaikante in den Lotsekanal.

Einige Stunden zuvor hatten die Schiffe vom Museumshafen Harburg abgelegt und Platz für das Rangiermanöver gemacht. Damit endet die Ära der Unterbringung von Flüchtlingen und später auch Obdachlosen im Binnenhafen.

50 Schaulustige haben sich am Kai versammelt

Gut 50 Schaulustige haben sich am Kai versammelt, um sich anzuschauen, wie das sperrige Wohnschiff fast schon geschmeidig durch die Hafengewässer gleitet – die Schlepper „Otto“ und „Stubenhuk“ haben ihren „Fahrgast“ offenbar gut im Griff.

Sie ernten Anerkennung von der maritim interessierten Zuschauerschar: „Das ist ein guter Schlepperkapitän“, heißt es mit Blick auf die „Otto“, und die zentimetergenaue Einfahrt in die Schleuse kommentiert ein Schiffseigner mit den Worten: „Sauberes Manöver, der eine schiebt, der andere steuert.“

Überall sind glückliche Gesichter zu sehen. Die „Transit“ wurde zwar von der Harburger Hafenszene und den Anwohnern akzeptiert, schließlich sollte den Flüchtlingen geholfen werden. Es gründete sich schnell die Initiative Flüchtlingshilfe Binnenhafen, die noch immer aktiv ist. Doch als der Unterbringungsdruck nachließ, entwickelte sich der dreistöckige schwimmende Kasten allmählich zum ungeliebten Monstrum, das Liegeplätze blockiert und schöne Hafenblicke versperrt.

Tide und Wetter müssen mitspielen

Zum Jahreswechsel war der Pachtvertrag mit dem städtischen Unternehmen fördern & wohnen ausgelaufen und die „Transit“ technisch abfahrbereit. Doch mussten die Tide (Hochwasser bei Tageslicht) und das Wetter (weitgehende Windstille) mitspielen, damit der Schleppverband zumindest gefahrlos bis Cuxhaven kommen kann. Die ersten zwei Termine am 6. und 18. Januar mussten verschoben werden, beim dritten Anlauf hat es nun geklappt.

Der Abschied der „Transit“ läuft wie am Schnürchen: Eine gute Stunde, nachdem sie ihren Liegeplatz verlassen hatte, passiert sie bereits die Harburger Hafenschleuse. Vor dem Containerterminal Altenwerder gibt es dann einen halbstündigen Stopp, um das Schlepperpaar auszuwechseln: Die Seeschlepper „Wulf 4“ und „Wulf 9“ übernehmen.

Gegen 14.15 Uhr passiert das Trio mit einem Tempo von gut elf Knoten (20 Kilometer pro Stunde) die Stadtgrenze und verlässt Hamburg mit Ziel Cuxhaven. Dort soll die „Transit“ ein bis zwei Tage warten, bis voraussichtlich Ende der Woche auch auf in der Deutschen Bucht kaum noch Wind weht.