Harburg
Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit: Landkreis auch 2020 mit guten Zahlen

Kerstin Kuechler-Kakoschke, Chefin der Arbeitsagentur Lüneburg-Uelzen, vor einem Plakat für eine Ausbildungsbörse in der Agentur in Lüneburg

Kerstin Kuechler-Kakoschke, Chefin der Arbeitsagentur Lüneburg-Uelzen, vor einem Plakat für eine Ausbildungsbörse in der Agentur in Lüneburg

Foto: Rolf Zamponi

Kersten Kuechler-Kakoschke, die Chefin der Arbeitsagentur Lüneburg-Uelzen, erwartet für 2020 eine Arbeitslosenquote von unter vier Prozent.

Lüneburg.  Der Arbeitsmarkt im Landkreis Harburg wird sich auch in diesem Jahr besser entwickeln als auf Landes- und Bundesebene. Davon geht Kerstin Kuechler-Kakoschke aus, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, die für den Landkreis zuständig ist. „Die Arbeitslosenzahlen werden auf dem Niveau von 2019 bleiben. Ich sehe trotz der abflauenden Konjunktur im Landkreis insgesamt keinen Personalabbau oder eine Zunahme von befristeten Verträgen“, sagte Kuechler-Kakoschke in Lüneburg.

2019 sank die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich von 3,9 auf 3,7 Prozent. Im Durchschnitt waren 5155 Menschen ohne Job, 129 weniger als 2018. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag in Niedersachsen 2019 bei 5,4 Prozent, bundesweit bei 5,0 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten aus dem Landkreis nahm 2019 um 2901 auf 103.720 zu. Auf knapp 1400 der neuen Arbeitsplätze sind Ausländer beschäftigt, unter ihnen 235 Asylanten aus den acht Ländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. „Bei uns haben sich im Dezember 410 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet.

„Lebensbegleitende Berufsberatung im Erwerbsleben

Das entspricht im Jahresvergleich einem Plus um 69“, sagte Kuechler-Kakoschke. An der steigenden Zahl sei abzulesen, dass immer mehr Bewerber über ausreichende Deutschkenntnisse verfügten, um in einen Job oder eine Ausbildung vermittelt zu werden.

Die Arbeitsagentur reagiert mit einer neuen Dienstleistung auf die Digitalisierung und die damit verbundenen Veränderungen in den Berufen. So ist zum Jahresbeginn die „Lebensbegleitende Berufsberatung im Erwerbsleben“ angelaufen. Erkennen Arbeitnehmer, dass auf sie in ihrer Position neue Anforderungen zukommen, der Beruf sich verändert oder kaum mehr Zukunft hat, können sie sich an neue Berufsberater im Erwerbsleben wenden.

Dafür werden bundesweit 600 Stellen geschaffen, von denen bis Ende 2022 vier in Lüneburg angesiedelt sein werden. Die Lüneburger Agentur wird dabei im Verbund mit der Agentur in Hamburg zusammenarbeiten. Dort werden die Erfahrungen von elf Agenturen gebündelt und ausgewertet. „Viele Beschäftigte aus dem Landkreis Harburg arbeiten in Hamburg. Dort können sie bequem einen Berater finden“, sagt die Lüneburger Agenturchefin. Für Beschäftige aus den Landkreisen gibt es die Ansprechpartner in Lüneburg.

Zuschüsse zum Lohn während der Weiterbildung

Arbeitgeber können das „Qualifizierungs-Chancen-Gesetz“ nutzen, um ihre Belegschaften zu qualifizieren und auf die Digitalisierung einzustellen. So können sie Zuschüsse zum Lohn während der Weiterbildung sowie für Lehrgangskosten erhalten. Gerade bei kleineren Firmen mit weniger als zehn Mitarbeitern können Kosten für Lehrgänge bis zu 100 Prozent und für Löhne bis 75 Prozent übernommen werden. Führt die Ausbildung zu einem Berufsabschluss, kann die Agentur auch die Arbeitsentgelte komplett tragen.

Noch stärker als bisher sollen Berufsberater in den kommenden Jahren in allen Schulen aktiv werden. In Lüneburg wird die Zahl der Berater für die vier Landkreise Uelzen, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Harburg bis 2021 auf acht steigen. „Wir wollen bei allen Übergängen von der Schule in Beruf und Studium Hilfe anbieten“, sagt Kuechler-Kakoschke. In allen Schultypen beginnt das seit dem Jahr 2019 in den siebten Klassen, in den Gymnasien in den neunten. Bei künftig 13 Schuljahren in Niedersachsen steigen die Berater dort in den zehnten Klassen ein.

Eine Jugendberufsagentur, in der Mitarbeiter der Arbeitsagentur, vom Jobcenter und Landkreis Harburg gemeinsam an einem Standort sitzen, wird es jedoch vorerst noch nicht geben. „Wir wollen aber die Kooperation zwischen den drei Stellen verstärken, so dass sie sich gegenseitig austauschen können“, sagt Kuechler-Kakoschke. Bei gesicherten Datenschutz soll so zielgerichteter in Ausbildung und Arbeit vermittelt werden. „Wir wollen mit dieser virtuellen Jugendberufsagentur voraussichtlich noch in diesem Jahr starten.“

Klar ist: Als Standorte sind Buchholz und Winsen gesetzt. In den Kreisen Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg arbeiten die Jugendberufsagenturen bereits.