Harburg

Innovationspreis: Harburger Start-up Vilisto nominiert

Die Gründer des Harburger Start-ups Vilisto (v.l.:) Christian Brase, Christoph Berger und Lasse Stehnken

Die Gründer des Harburger Start-ups Vilisto (v.l.:) Christian Brase, Christoph Berger und Lasse Stehnken

Foto: Anne Gaertner / HA

Vilisto hilft, in Büro- und öffentlichen Gebäuden Heizenergie zu sparen. Dazu nutzen die Entwickler einen „schlauen“ Thermostaten

Harburg.  Das Jungunternehmen Vilisto, eine Ausgründung der Technischen Universität Hamburg (TUHH), ist eines von bundesweit 22 Unternehmen, die für den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt 2020 nominiert sind. 132 Unternehmen, acht Forschungsinstitute und eine Behörde hatten sich um den Preis beworben, der insgesamt mit 175.000 Euro dotiert ist.

Vilisto hilft, in Büro- und öffentlichen Gebäuden Heizenergie zu sparen. Dazu nutzen die Entwickler einen „schlauen“ Heizkörperthermostaten namens Ovis. Dieser merkt, wann ein Raum genutzt wird und wann nicht. Er ist mit einem zentralen Steuerelement („Shep-herd“) verbunden. Letzteres enthält eine Software, die aus den Nutzerdaten lernt, wann ein Raum gezielt beheizt werden sollte. Die dazu verwendeten Algorithmen (Rechenschemata) werden auch in der Raumfahrt oder für autonom fahrende Autos verwendet.

Im Durchschnitt werden 25 Prozent Energie eingespart

Ist jemand nur halbtags im Büro, länger krank, im Urlaub oder regelmäßig im Homeoffice, bleibt der Heizkörper (weitgehend) kalt. Das gilt auch für Tagungsräume, die nur stundenweise belegt sind. Mit dem Vilisto-System können nach Angaben des Start-ups im Durchschnitt 25 Prozent Energie für die Raumheizung eingespart werden. „Wir freuen uns, dass wir im Finale des Innovationspreises dabei sind“, sagt Christoph Berger, einer der drei Gründer von Vilisto. „Es sind einige große Namen nominiert. Und der Preis spricht genau die Kreise an, die wir erreichen wollen.“

Im April 2016 gegründet, wuchs die Mitarbeiterzahl inzwischen auf 23 Angestellte. „Im Laufe dieses Monats und im Februar werden weitere hinzukommen“, sagt Berger, der an der TUHH Energietechnik studiert hat. Er ist für die Unternehmensentwicklung zuständig und hat anspruchsvolle Ziele: „Derzeit vertreiben wir unser Produkt deutschlandweit. Jetzt kommt gerade ein Projekt in der Schweiz hinzu. Mittelfristig wollen wir in Europa aktiv sein. Und zum führenden Technologie-Anbieter für Wärmemanagement im Bürobereich werden.“