Harburg
Waldsterben

Harburger Buchen verdursten wegen Dürre und Hitze

Die Trockenheit macht vielen Buchen zu schaffen. Sie verdursten (Symbolbild).

Die Trockenheit macht vielen Buchen zu schaffen. Sie verdursten (Symbolbild).

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Pulvertrockener Boden bei zwei Metern Tiefe. Die alten Buchen im Drögeholz sterben ab.

Adendorf/Scharnebeck.  In der Revierförsterei Barendorf beginnt in den kommenden Tagen die Laubholzernte. Ein Schwerpunkt liegt in dem Revierteil Drögeholz zwischen Adendorf und Scharnebeck. Es wird vom Elbe-Seitenkanal in zwei Hälften geteilt. Wanderer, Jogger, Fahrradfahrer und andere Naturliebhaber sind hier gerne unterwegs.

Große Dürren wirken nach: Buchen verdursten

Holger Kapell, Leiter der Revierförsterei Barendorf: „Dem aufmerksamen Waldbesucher ist sicherlich aufgefallen, dass viele Buchen bereits im Frühherbst 2019 keine oder nur noch wenige Blätter hatten. Ursache war die große Dürre in den beiden Jahren 2018 und 2019 mit hohen Temperaturen. Der Boden war bis auf zwei Meter Tiefe pulvertrocken. Viele alte Buchen sind hier regelrecht verdurstet“.

Das Holz der alten absterbenden Buchen wird schnell von holzzerstörenden Pilzen zersetzt. Dies hat zwei unangenehme Folgen. Erstens wird die Waldarbeit und das Betreten des Waldes sehr gefährlich, da jederzeit Äste und Kronenteile aus den Buchen herabstürzen können. Zweitens wird das Holz schnell wertlos. Es kann nicht mehr zu Sägeholz verarbeitet und somit klimafreundlich genutzt werden.

Sicherheit der Waldbesucher soll wieder hergestellt werden

„Im Drögeholz gilt es, die Sicherheit der Waldbesucher wieder herzustellen. Aber, ich werde auch darauf achten, dass aus Naturschutzgründen ein Anteil stehendes und liegendes Totholz im Wald verbleibt, sofern davon keine Gefahr für die Waldbesucher ausgeht“, sagt Holger Kapell.

Die kleinen Buchen und Bergahorne hatten die Dürreperiode gut überstanden. Sie haben vom Regen profitiert, der die oberste Bodenschicht befeuchtet hat. „Die jungen Bäume sind natürlich gewachsen. Sie sollen im Drögeholz die nächste Waldgeneration bilden. Durch die Entnahme einiger großer Bäume gebe ich ihnen dosiert Licht“, so der Förster.

Aus den Bäumen werden Möbel

Peter Wendt, Leiter des Forstamtes Sellhorn ergänzt: „Während das durch Borkenkäfer geschädigte Nadelholz nach den Dürresommern 2018/2019 in großen Massen zwangsweise angefallen ist, ist die Nachfrage nach frisch geerntetem Laubholz derzeit groß. Hochwertige erntereife Laubbäume werden nur in der kalten Jahreszeit, wenn der Wasser- und Nährstofftransport unter der Rinde ruht, geerntet. Sägewerke sind auf diesen Ernte-Rhythmus eingestellt, sie benötigen dringend hochwertiges Frischholz, unter anderem zur Produktion von Möbeln“.

Das Forstamt Sellhorn bittet um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen bei den gewohnten Waldbesuchen. Schäden an einzelnen Wegen werden sich nicht vollständig verhindern lassen. Abgesperrte Waldwege dürfen wegen fallender Bäume und Kronenteile während der Arbeiten auf keinen Fall betreten werden.