Harburg
Hamburg

Neues Naturschutzgebiet in Heimfeld ärgert Waldbesitzer

Etwa 15000 Bäume hat die Firma Immoforst an der Heimfelder Kuhtrift. 600 davon möchte sie ernten. 

Etwa 15000 Bäume hat die Firma Immoforst an der Heimfelder Kuhtrift. 600 davon möchte sie ernten. 

Foto: Lars Hansen / xl

Im Heimfelder Holz sind forstwirtschaftliche Maßnahmen nun verboten. Doch der Wald gehört nur zur Hälfte der Stadt.

Hamburg.  Hamburg erhält ein neues Naturschutzgebiet, das Heimfelder Holz im Bezirk Harburg. Der Senat hat das rund 95 Hektar große Gebiet als Naturschutzgebiet einstweilig sichergestellt. Damit sind forstwirtschaftliche Maßnahmen wie etwa Fällungen dort bis auf Weiteres nicht gestattet.

„Da in dem Wald beispielsweise seltene Käfer- und Fledermausarten zu Hause sind, hat er einen hohen naturschutzfachlichen Wert. Die Vorbereitungen für eine Ausweisung als Naturschutzgebiet haben begonnen.“, schreibt Jan Dube, Pressesprecher der Behörde für Umwelt und Energie (BUE). Die Ausarbeitung der eigentlichen Verordnung wird etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Dabei wird auch die Zukunft der dortigen Hunde-Auslauffläche zu klären sein.

Was die Pressemitteilung der BUE als frohe Botschaft verkündet, kommt bei einem nicht gut an: Heinrich Schabert aus Dinkelsbühl, dem Teile des zukünftigen Naturschutzgebietes gehören. Einst hatte er dort einen Wald-Kletterpark eröffnen wollen, scheiterte jedoch am Bezirksamt Harburg, das ihm die Genehmigung verweigerte. Darauf hatte der Unternehmer umgeplant und wollte sein Waldstück forstwirtschaftlich nutzen.

Heimfelder Holz: Waldbesitzer spricht von „kalter Enteignung“

Als Forst ist das Heimfelder Holz, vor Ort als „Kuhtrift“ bekannt, bislang auch ausgewiesen. Im Gegensatz zur Öffentlichkeit hat die Umweltbehörde Schabert noch nicht informiert. Dabei ist ihm ab heute das „Ernten“ seiner Bäume verboten. Schabert spricht von einer „kalten Enteignung“. Der Wald gehört jeweils zur Hälfte der Stadt und Schaberts „Immo-Forst GmbH“.

Anfang des Jahres hatte Schabert angekündigt, 600 der rund 15.000 Bäume fällen zu wollen. Dies setzte er bislang nicht um – nach eigenen Angaben, weil sein Personal wegen der Borkenkäferplage in anderen Waldstücken gebunden war. Dass es in seinem Waldstück schützenswerte Arten gebe, verneint Schabert. „Wir haben vor dem Kauf der Fläche ein Gutachten erstellen lassen“, sagt er.

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sieht das anders: „Das Heimfelder Holz ist aus naturschutzfachlicher Sicht eine spannende und wertvolle Fläche. Darum haben wir das Gehölz vor Rodungen geschützt.“ Man werde „umgehend“ mit den Vorbereitungen beginnen, es unter Naturschutz zu stellen.