Harburg
Winterball der Harburger Gilde

Bo Azzouz bewahrt die Gilde-Tradition

Gildekönig Borhen „Bo“ Azzouz

Gildekönig Borhen „Bo“ Azzouz

Foto: martina berliner / HA

Der Unternehmer und Vierfach-Schützenkönig bereitet den Winterball vor. Er selbst wird den „Lindtner“-Saal ausstatten

Harburg . Noch liegt die große Spiegelkugel sicher verpackt in einer Lagerhalle im Harburger Binnenhafen, zwischen Gerüstelementen und Spezialkoffern mit Bühnentechnik. Bald aber wird Borhen Azzouz den Glitzerball über dem Portal des „Lindtner“ befestigen und damit den Eingangsbereich des Heimfelder Hotels mit gleißenden Lichtpunkten verzaubern.

Seit Jahren schon setzt der selbstständige Veranstaltungstechniker den Winterball der Harburger Schützengilde in rechtes Licht und sorgt für guten Ton. Diesmal aber zieht Azzouz alle Register. Er wird die Fassade rosa erstrahlen lassen und zusätzlich Strahlenfinger in den Himmel senden. Das Signal soll kilometerweit sichtbar sein. Denn schließlich ist der König, zu dessen Ehren dieser Gildeball am 14. Dezember zelebriert wird - er selbst.

Sängerin, Tänzerin und Moderatorin Fernanda Brandão zu Gast

„Mit der Illumination gebe ich der Veranstaltung meine ganz persönliche Note“, sagt der 36-Jährige, der von seinen Freunden „Bo“ genannt wird. Für ein besonderes Highlight während des Fests werden prominente Bekannte seiner Majestät sorgen.

Die brasilianisch-deutsche Sängerin, Tänzerin, Moderatorin und Fitnesstrainerin Fernanda Brandão und Sven Flohr von Rock Antenne haben beruflich mit Azzouz zu tun und werden gemeinsam zwei Bilder für gute Zwecke versteigern. Fernanda Brandão macht sich für indigene Völker des Amazonas Regenwald stark, Sven Flohr setzt sich für Hamburger Obdachlose ein. Vom Erlös der Auktionen sollen beide Projekte in gleichem Maße profitieren. Benefiz-Aktionen waren und sind Teil jedes Gildeballs.

Traditionell finden verschiedene Geschicklichkeitswettkämpfe statt, deren Einnahmen jeweils einer Harburger sozialen Einrichtung zugute kommen. Diesmal wird mit den Startgeldern zum Torwand- und Lasergewehrschießen das Kinderschutzhaus Harburg unterstützt werden. Der Hauptpreis dürfte viele Gäste zum Mitmachen animieren.

Fünftägige Malta-Reise zu gewinnen

Der Sieger gewinnt eine fünftägige Reise in ein Fünf-Sterne-Hotel auf Malta, gesponsert durch das Fremdenverkehrsamt Malta, Air Malta und CM Reisen Hamburg. Der Abflughafen kann frei gewählt werden. Ab 28. März sind Direktflüge ab Fuhlsbüttel verfügbar. „Sogar der Privattransfer vom Airport zum Hotel ist inklusive, das ist ein wahrhaft königlicher Trip“, freut sich Azzouz.

Schon mehrfach hat er mit seiner Lebensgefährtin Nora Winterbälle besucht. Er liebt die festliche Atmosphäre im vorweihnachtlich mit 100 Tannenbäumen geschmückten Spiegelsaal und Foyer. Er schwört auf die exzellente Hotelküche. Er mag die Musik der „Valendras“, die auch diesmal wieder im großen Saal spielen werden und den Discobeat, mit dem DJ Matthias Naue den Gästen im kleinen Saal einheizen wird. Er ist stolz darauf, im Mittelpunkt des größten gesellschaftlichen Ereignisses Harburgs zu stehen. Nur die Eröffnungsrunde steht ihm bevor.

Das Parkett würde er am liebsten gänzlich meiden. „Tanzen ist eindeutig nicht meine größte Stärke“, gibt Bo zu. Zum Schießen hat er offenbar mehr Talent. Als er im Juni den letzten Span des großen Holzvogels herunter holte, hatte er bereits die Titel des Montagskönigs, des Königs seines Schießclubs Ehrenpatron Ernst Richter und des Königs der Clubkönige erstritten.

Vierfache Würde trug wohl kein Gildekönig zuvor

Vierfache Würde auf einmal trug vermutlich kein Gildekönig zuvor. Azzouz ist mit Mitte 30 auch einer der jüngsten Majestäten. In der fast 500-jährigen Geschichte waren nur zwei Regenten noch jünger.

Warum er sich als Vater zweier kleiner Kinder um das als zeit- und kostenintensiv bekannte Ehrenamt bemüht hat? „Um dieses wichtige Stück Harburger Tradition zu wahren“, sagt der Mann mit tunesischen Wurzeln, dem soziales Engagement wichtig ist. In seinem Heimatstadtteil Eißendorf ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Das Vogelschießen war ihm schon in Kindertagen sommerlicher Höhepunkt. Jedes Jahr fuhr er beim Volksfest auf dem Schwarzenberg Karussell. „Und dann gab es plötzlich keine Walzerfahrt und kein Riesenrad mehr.“ Bo hat das als Verlust empfunden. Azzouz will seinen Teil zum Erhalt der Institution Gilde beitragen. Unter Freunden und Bekannten macht er Werbung, hat auch schon ein neues Mitglied gewonnen.

Während des Balls hofft er auf verbindliche Zusagen weiterer Interessierter. Ebenso wichtig ist ihm, deutlich zu machen, dass der Winterball keineswegs Schützenfete ist, sondern Gala für alle Harburger. „Auf der Anmeldeliste für die Tische im Saal stehen etliche Namen, die nicht mit der Gilde in Zusammenhang stehen. Immer mehr Gäste kommen, weil sie einfach in schönem Rahmen tanzen wollen. Das freut uns sehr.

Der Harburger Winterball findet am Sonnabend, 14. Dezember, im Privathotel Lindtner, Heimfelder Straße 123 statt. Einlass ab 19 Uhr, gegen 20 Uhr begrüßt der 1. Patron Ingo Mönke die Gäste vor dem Eröffnungstanz im großen Saal.


Kartenvorbestellungen können unter der E-Mail-Adresse
winterball@hsg1528.de oder per Telefon unter 0176 95 58 66 06. vorgenommen werden.


Saalkarten mit Sitzplatzanspruch gibt es für zum Preis von 33 Euro, Flanierkarten (auch an der Abendkasse zu haben) für 22 Euro. Schüler und Studenten zahlen 11 Euro.