Harburg
Gemeinderat

Neu Wulmstorf sagt Sparrunde ab: Mehr Geld für Friedhof

Die Friedhofsmitarbeiter der Gemeinde Neu Wulmstorf sind derzeit bei der Winterarbeit.

Die Friedhofsmitarbeiter der Gemeinde Neu Wulmstorf sind derzeit bei der Winterarbeit.

Foto: Axel Tiedemann / AT

Gemeinde investiert ab 2020 gut 500.000 Euro, um das Gelände besser pflegen zu können. Geplant ist auch eine „Bestattung unter Bäumen“.

Neu Wulmstorf.  Seit einigen Jahren schon gibt es in Neu Wulmstorf Klagen von Bürgern über einen schlechten Pflegezustand des Friedhofs. Und seit einigen Jahren schon gibt es auch ein Konzept, um diesen Zustand wieder zu ändern. Noch im vergangenen Jahr aber hatte der Rat angesichts klammer Kassen entschieden, eine Sanierung erst einmal auf 2022 zu verschieben, um zu sparen. Doch nach vielen Beschwerden kam jetzt die Kehrtwende: Die Politik im Ort beschloss jetzt einstimmig, dass das Friedhofs-Konzept nun doch bereits im kommenden Jahr in ersten Abschnitten umgesetzt werden soll.

Visitenkarte einer Gemeinde

„Wir werden flugs damit anfangen – so ein Friedhof ist ja auch immer so etwas wie eine Visitenkarte des Ortes“, sagt Vize-Bürgermeister Thomas Grambow (SPD). Man habe eben gemerkt, dass das Sparen an dieser Stelle den Menschen im Ort doch sehr nahe ging, so Grambow.

Erleichtert wird das jetzige Vorziehen der Arbeiten aber auch durch eine ungeplante und überraschende Mehreinnahme aus den Gewerbesteuern, die in diesem Haushaltsjahr sogar zu einem Überschuss geführt hat.

Es kommt ein zusätzlicher Friedhofsgärtner

Konkret werden im kommenden Jahr einige erste Maßnahmen umgesetzt: So sind Friedhofspflege und Bauhof der Gemeinde personell quasi zusammengelegt worden, um flexibel sein zu können. Zudem soll die Stelle eines weiteren Friedhofsgärtners zusätzlich geschaffen werden – was allein mit 60.000 Euro pro Jahr an Personal- und Arbeitsplatzkosten zu Buche schlägt. Des Weiteren sollen Wege verbreitert und Rasengrabflächen an den Kanten abgesenkt werden, um so Pflegearbeiten besser mit Maschinen bewerkstelligen zu können. Zudem sollen im kommenden Jahr zahlreiche Geräte für den Friedhof neu angeschafft werden, weil es für vorhandene schon keine Ersatzteile mehr gibt. Und ein neues Angebot soll auf dem Neu Wulmstorfer Friedhof im kommenden Jahr geschaffen werden: In einem kleinen Waldstück zwischen Haupteingang und Kapelle sollen Fichten und andere Nadelbäume gefällt werden, während Laubbäume stehenbleiben, um „Bestattung unter Bäumen“ anbieten zu können.

Gemeinde pflegt 63 Prozent der Gräber

Solche neuen Trends in der deutschen Bestattungskultur waren es dann wohl auch, die zum großen Teil zum schlechten Pflegezustand beigetragen haben: So sind nach Darstellung der Neu Wulmstorfer Gemeindeverwaltung von den derzeit 2638 Gräbern bereits 1671 Gräber in Rasenlagen, also Gräber, die von den Friedhofsmitarbeitern gepflegt werden. Während früher diese Arbeit an Gräbern fast ausschließlich von Angehörigen übernommen worden waren, sei die Gemeinde mittlerweile für 63 Prozent der Gräber verantwortlich. Eine Entwicklung, die sich nach Einschätzung der Verwaltung in Zukunft noch verstärken könnte, weil „die Tendenz zeigt, dass auch weiterhin hauptsächlich Rasen und andere pflegefreien Gräber nachgefragt werden“, heißt es in einer Vorlage für den Gemeinderat.

Das aber erfordere mehr Arbeit für die Friedhofsmitarbeiter, die dann für andere Pflegearbeiten weniger Zeit hätten. Auch sei für eine Vielzahl von Tätigkeiten mittlerweile nach aktuellen Arbeitsschutzvorschriften die Anwesenheit eines zweiten Mitarbeiters notwendig, begründet die Verwaltung die geplante Personalaufstockung.