Harburg
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Weihnachtsoratorium in St. Johannis in Harburg

Die Harburger Kantorei führt nach vier Jahren Pause wieder das Weihnachtsoratorium von Bach auf.

Die Harburger Kantorei führt nach vier Jahren Pause wieder das Weihnachtsoratorium von Bach auf.

Foto: Harburger Kantorei

Das populäre Chorwerk von Johann Sebastian Bach steht erstmals seit 2015 wieder auf dem Plan der Harburger Kantorei.

Harburg. Das Weihnachtsoratorium ist das wohl populärste Chorwerk von Johann Sebastian Bach. Für viele Menschen gehört es zur Advents- und Weihnachtszeit wie der Besuch eines Weihnachtsmarktes. Entsprechend ist die Nachfrage nach Konzertkarten meist sehr groß. Einige der Hamburger Hauptkirchen führen Teile des Oratoriums an einem Wochenende bis zu fünf Mal auf. In der Harburger Kantorei steht dieses Werk in deutlich größeren Abständen – zuletzt 2015 – auf dem Konzertplan.

Ein Zyklus aus sechs einzelnen Kantaten

Ursprünglich handelt es sich bei Bachs Weihnachtsoratorium keineswegs um ein mehrstündiges Gesamtwerk, sondern um einen Zyklus sechs einzelner Kantaten. Sie waren für die sechs Feiertage der Weihnachtszeit komponiert – drei Weihnachtsfeiertage, Neujahr, Sonntag nach Neujahr und Dreikönigstag – und somit über einen Zeitraum von fast fünf Wochen verteilt. Heute werden die Teile I-III und IV-VI meist zusammenhängend und vorwiegend bereits in der Adventszeit als Einstimmung auf das weihnachtliche Geschehen aufgeführt. So auch von der Harburger Kantorei, unter der Leitung von Werner Lamm zusammen mit dem Harburger Kammerorchester, den Solisten Miriam Sharoni, Tiina Zahn, Martin Hundelt und Christfried Biebrach.

Der biblische Text als roter Faden

Wie ein roter Faden zieht sich der biblische Text der Weihnachtsgeschichte in Form der sehr markanten Solo-Tenor-Rezitative durch das Geschehen. Diese klar als Erzählung zu erkennenden Inhalte werden durch die Arien und Chöre aufgenommen und interpretiert, so dass sie Ausdruck von weihnachtlicher Freude, Fröhlichkeit und Besinnlichkeit werden. Die Choräle fallen dem Zuhörer durch ihre vermeintliche Schlichtheit auf und basieren auf (zumindest damals) bekannten Melodien. Sie wurden zu Bachs Zeiten von den Zuhörern mitgesungen. Gefühlen, Gedanken und Wünschen der Gemeinde wurde so Ausruck verliehen.

Musikalisch beginnt das Weihnachtsoratorium „mit Pauken und Trompeten“, die einen fulminanten Chorsatz („Jauchzet, frohlocket“) einleiten – Freude und Lobgesang in reinster Form. Der zweite Teil beginnt mit einer besinnlichen Hirtenmusik. In der Weihnachtsgeschichte stehen die Hirten und die Verkündigung der Geburt Jesu Im Mittelpunkt. Der dritte Teil beendet die eigentliche Weihnachtsgeschichte. Die Hirten machen sich auf den Weg nach Bethlehem, um dort das Neugeborene als Kind Gottes und Erlöser anzubeten.

Johann Sebastian Bach: Das Weihnachtsoratorium Teil I-III Sonnabend, 7. Dezember, 19 Uhr, St.-Johannis-Kirche, Harburg, Bremer Straße 9, Karten ab 15 Euro unter www.harburger-kantorei.de, im Ticketshop Phoenix-Center, unter Tel. 069/407 66 20 sowie an der Abendkasse.