Harburg
Verkehrspolitik

Tempo-30-Modellversuch beginnt in Meckelfeld

Bürgermeisterin Martina Oertzen und ihr Vertreter Dirk ter Horst.

Bürgermeisterin Martina Oertzen und ihr Vertreter Dirk ter Horst.

Foto: Andreas Schmidt / Gemeinde Seevetal

Abschnitt der Glüsinger Straße wird eine von sechs Teststrecken in Niedersachsen. Winsen scheidet im Bewerbungsverfahren aus.

Hittfeld.  Wie wirkt sich eine Beschränkung auf Tempo 30 an einer innerörtlichen Straße auf Sicherheit, Lärm und Luft aus? Diese Frage soll ein auf mehrere Jahre angelegter Modellversuch des Landes Niedersachsen klären, für den die Glüsinger Straße in Meckelfeld nun ausgewählt worden ist.

Auf einem Abschnitt zwischen der Kreuzung an der Bürgermeister-Heitmann-Straße und dem Rewe-Supermarkt wird vom kommenden Jahr an die Wirkung des Tempolimits untersucht. Angelegt ist das Projekt als Vorher-Nachher-Untersuchung. Mit den Messungen und Berechnungen zum Ist-Zustand, die auf ein Jahr angelegt sind, wird dem Verkehrsministerium zufolge im Frühjahr 2020 begonnen. Im Anschluss startet die tatsächliche Erprobungsphase.

„Das sind gute Nachrichten aus Hannover“, sagte Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen. „Ich freue mich insbesondere für die Meckelfelder Bevölkerung, dass eine der meistbefahrenen Straßen in der Gemeinde ausgewählt wurde.“ Die versuchsweise Einführung des Tempolimits wird von einem sogenannten Runden Tisch in Hannover begleitet. Dieser hatte die Modellstrecken ausgewählt. Außer der Glüsinger Straße sind Straßenabschnitte in Osnabrück, Göttingen, Garbsen, Edewecht und Friedland Teil des Modellversuchs.

Wirkung von Tempo 30 wird untersucht

„Mit diesen sechs Streckenabschnitten werden wir die Wirkung von Tempo 30 in den nächsten Jahren umfassend untersuchen“, sagte Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). Ziel sei es herausfinden, wie sich Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen innerorts im Vergleich zu Tempo 50 auf den CO2-Ausstoß, die Entwicklung des Verkehrslärms und die Verkehrssicherheit sowie auf den Verkehrsablauf auswirke. „Außerdem soll untersucht werden, wie dei Geschwindigkeitsreduzierung in der Bevölkerung angenommen wird, wie die Auswirkungen auf den Fuß- und Radverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr sind.“

42 Kommunen hatten sich für das Projekt beworben, 18 wurden zum weiteren Auswahlverfahren zugelassen. Auch Winsen hatte sich um eine Teilnahme bemüht, war am Ende jedoch ausgeschieden. „Das Gutachterkonsortium sah Meckelfeld in puncto durchschnittliche tägliche Verkehre, Schwerverkehrsanteil, Einbeziehen von Knotenpunkten und Gefahrenlage im Vorteil für das für Niedersachsen repräsentativen Modellprojekt“, begründete der Minister die Absage an die Kreisstadt. Winsens Landtagsabgeordneter André Bock (CDU) zeigte sich enttäuscht.

Winsen hofft auf Entlastung der Ortsteile

„Wir hatten sehr auf eine zumindest kurzfristige, wenn auch auf drei Jahre begrenzte Entlastung der Ortsteile Luhdorf und/oder Pattensen gesetzt“, sagte er. „Da die Verkehrsproblematik aber nun aktuell im Verkehrsministerium und beim Minister platziert ist, erwarte ich, dass jetzt intensiv und gemeinsam weiter nach kurzfristigen Lösungen zur Entlastung der Ortsteile gearbeitet wird“

Der Rat der Gemeinde Seevetal hatte, vor allem auf Drängen der SPD-Fraktion, im Dezember 2017 beschlossen, sich mit zwei Straßen zu bewerben. So hatte die Gemeinde auch die Jesteburger Straße im Zuge der L 213 eingebracht. In dem mehrstufigen Verfahren schied die in Hittfeld liegende Straße jedoch bereits zu einem früheren Zeitpunkt aus.