Harburg
Ende der Dunkelheit

Kiosk am Hafenbecken ist wieder unter Strom

Hafenhistorikerin Birgit Caumanns, Hafenkulturaktivist Gorch von Blomberg (M.) und Sparkassendirektor Bernd Meyer freuen sich über die neue Elektrik in der alten Hafenbude.

Hafenhistorikerin Birgit Caumanns, Hafenkulturaktivist Gorch von Blomberg (M.) und Sparkassendirektor Bernd Meyer freuen sich über die neue Elektrik in der alten Hafenbude.

Foto: Lars Hansen

Der Kulturkiosk im Harburger Binnenhafen feiert eigenen Anschluss nach vier Jahren Versorgung per Verlängerungsschnur.

Harburg. Während die Tage immer dunkler werden, erstrahlt der historische Kulturkiosk in der Blohmstraße im Harburger Binnenhafen in einem neuen Licht. Jahrelang hatte die historische Brötchenklappe an der Klappbrücke keinen eigenen Stromanschluss mehr. Jetzt ist die Elektrik wieder am Netz. „Die komplett neue Installation ermöglicht die Beleuchtung der Original-Werbeschilder der „Trinkhalle seit 1876“, die früher für Ausflügler, Hafenarbeiter und Schiffer ein beliebter Treffpunkt war“, freut sich Gorch von Blomberg, einer der Binnenhafenaktivisten, die 2015 den Kiosk vor dem Abbruch bewahrten. Zudem können jetzt auch Kaffeemaschinen, ein Kühlschrank und Verstärker angeschlossen werden. Wir haben genug Saft für Lesungen, Ausstellungen, Performances und Konzerte im kleinsten Ausstellungsraum südlich der Elbe.“

Bis 2015 war der Kiosk als klassische Verkaufsbude in Betrieb. Dann hörte der Besitzer auf und ging in den Ruhestand. Der Kiosk war schon für den Abriss vorgesehen. „Die Vorarbeiten hatten schon begonnen“, sagt die Stadtplanerin und Binnenhafenhistorikerin Birgit Caumanns, „und in diesem Zuge war auch der Hausanschluss für Elektrizität bereits entfernt worden.“

Enthusiasten aus Kulturwerkstatt, Geschichtswerkstatt und Museumshafen retteten den Kiosk damals in letzter Minute vor dem Abriss, indem sie dem Bezirksamt ein Konzept vorlegten, wie der identitätsstiftende Kleinbau kulturell genutzt werden könne: Das Projekt hat seitdem viel Beachtung erhalten und 2019 Denkmalpreis des Museumsvereins Harburg erhalten. Dass die Bude keinen Strom hatte, blieb allerdings ein Manko: „Immer, wenn hier Veranstaltungen stattfanden, habe ich eine Kabeltrommel quer über meinen Parkplatz gezogen und mit ein paar Kilowattstunden ausgeholfen“, sagt Kiosknachbar Werner Pfeifer, Betreiber der „Fischhalle“.

Sparkasse Harburg-Buxterhude half bei der Umsetzung

Der neue Stromanschluss hat ungefähr 3500 Euro gekostet – eine Summe, die das Trägerkonsortium nicht allein stemmen konnte. Hier sprang den Hafenenthusiasten unter anderem die Sparkasse Harburg-Buxtehude mit einem Betrag von 1500 Euro zur Seite und auf Seiten der Kiosk-Träger beteiligte Werner Pfeifer sich überproportional an den Kosten, wohl im Gedanken daran, dass er sich das Kabeltrommelschleppen nun sparen kann.

„Wir haben das Projekt aus unserer Stiftung für Stifter gefördert“, sagt Bernd Meyer von der Sparkasse Harburg-Buxtehude, „denn der Enthusiasmus und die Eigeninitiative entsprechen genau unseren Förderrichtlinien.“

. Der Strom in den Steckdosen des Hafenkiosks ist zu 100 Prozent Ökostrom. „Wir hatten auch schon einmal eine autarke Solarversorgung ins Auge gefasst“, sagt Birgit Caumanns, „aber dann haben uns befreundete Experten vorgerechnet, dass es mit den rund um den Kiosk geplanten hohen Neubauten hier nicht mehr genügend Licht auf dem Dach geben würde.“

Das nächste Mal öffnet der Kulturkiosk schon am Wochenende: Beim schwimmenden Nikolausmarkt des Museumshafens soll die Klappe nicht nur offen, sein, sondern auch leuchten.