Harburg
Quartett aus Prag

Tschechische Musik(er) in Buchholz

Das Bennewitz-Quartett aus Prag ist nach einem berühmten tschechischen Violinisten benannt.

Das Bennewitz-Quartett aus Prag ist nach einem berühmten tschechischen Violinisten benannt.

Foto: Bennewitz-Quartett

Das Bennewitz Quartett spielt Werke von Dvorák und Smetana, aber auch von Robert Schumann.

Buchholz. Das tschechische Bennewitz Quartett gestaltet das zweite Saisonkonzert der KIB (Kammermusik in Buchholz) im Albert-Einstein-Gymnasium. Auf dem Programm stehen Robert Schumanns 2. Streichquartett sowie mit dem 2. Quartett von Bedřich Smetana und dem A-Dur-Klavierquintett von Antonín Dvořák zwei Werke tschechischer Komponisten. Den Klavierpart übernimmt dann Martin Kasík.

Besonders das Quintett Dvořáks ist durchdrungen von volkstümlichen Melodien und Rhythmen. Gleich nach der Erstaufführung in London im Jahr 1888 war sein weltweiter Erfolg absehbar. Eine authentische Wiedergabe dieser slawisch geprägten Musik durch die fünf Prager Musiker ist am Sonnabend in Buchholz zu erleben.

Über die Musiker: Das Bennewitz Quartett mit Jakub Fišer und Štěpán Ježek (Violine), Jiří Pinkas (Viola) und Štěpán Doležal (Violoncello) wurde 1998 gegründet. 2003 wurde es von der spanischen Königin für seine hervorragenden Leistungen während seines Studiums an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid ausgezeichnet. Das Quartett ist nach dem Violinisten Antonín Bennewitz (1833-1926) benannt, einer wegweisenden Persönlichkeit der tschechischen Violinschule.

Martin Kasík zählt zu den führenden tschechischen Pianisten unserer Zeit. Er begann mit vier Jahren mit dem Klavierspiel, studierte am Janáček-Konservatorium in Ostrawa und an der Akademie für Musik und Darstellende Künste in Prag. Kasík ist Künstlerischer Direktor des Chopin Festivals in Mariánské Lázně und hat eine Professur für Klavier an der Prager Musikakademie inne.

Über die Werke: Das Klavier werde ihm zu eng, hatte sich Robert Schumann einst bei seiner Frau Clara beklagt. Gemeinsam musizieren sie vierhändig Quartette von Haydn, Mozart, Beethoven. Schumann verwirft erste Versuche und Skizzen, dann aber schreibt er im Sommer 1842 drei Quartette auf einen Streich. Das zweite Streichquartett aus dem Jahr 1883 ist Smetanas letztes kammermusikalisches Werk. Anders als im Falle des ersten Streichquartetts existieren keine programmatischen Erläuterungen des Komponisten zum Werk.

Doch kann auch dieses Quartett – wie aus zahlreichen Briefen Smetanas hervorgeht – als ein persönliches Bekenntnis betrachtet werden. Die Entstehung von Dvořáks zweitem Klavierquintett war quasi Zufall. Als der Komponist 1887 beim Stöbern auf die Partitur seines frühen Klavierquintetts, op. 5, stieß, war er mit dessen Qualität so unzufrieden, dass er ein neues Werk in gleicher Besetzung, Tonart und Anlage schrieb.

Bennewitz Quartett Sonnabend, 23. November, 19.30 Uhr, Albert-Einstein-Gymnasium Buchholz, Schaftrift 11, Eintritt 18 Euro.