Harburg
Trecker-Sternfahrt

Bauern-Demo: In Hamburgs Süden wird es richtig eng

4000 Landwirte wollen mit Traktoren in Richtung der Hamburger City fahren.

4000 Landwirte wollen mit Traktoren in Richtung der Hamburger City fahren.

Foto: imago stock / imago images/Arnulf Hettrich

Autofahrer müssen im Hamburger Süden und im Umland tapfer sein: Im gesamten Gebiet wird mit massiven Behinderungen gerechnet.

Harburg . Am Donnerstag müssen Autofahrer im Hamburger Süden und im Umland tapfer sein: Im gesamten Bezirk Harburg und in den Landkreisen Harburg und Stade wird mit massiven Behinderungen im Berufsverkehr durch eine Trecker-Sternfahrt gerechnet. Deren Grund ist die gemeinsame Sitzung der Umweltminister der Länder in Hamburg. Tausende Bauern wollen protestieren. Rund 4000 Teilnehmer werden erwartet.

Erhebliche Verkehrsbehinderungen sind im Berufsverkehr zwischen 7 und 11 Uhr und abends ab 16 bis 20 Uhr zu erwarten. Im Landkreis Harburg werden drei Hauptstrecken von jeweils mehreren hundert Traktoren für den Aufzug in Anspruch genommen: Im Bereich der Samtgemeinde Elbmarsch werden die Fahrzeuge von der K 46 (Wittorf) kommend auf die B 404 in Richtung Norden fahren, um dann in Rönne die Elbe zu überqueren. Dazu werden die Auffahrten Rottorf, Eichholz und Rönne gesperrt. Der Alltagsverkehr in Richtung Norden ist in dieser Zeit nur bis zur Anschlussstelle Rottorf möglich.

In Buchholz treffen am Trelder Berg zwei Aufzüge zusammen: Aus dem Raum Rotenburg kommen die Fahrzeuge über die B 75, aus dem Raum Soltau über die B 3. Beide Aufzüge nutzen dann die B 75 weiter, um über Nenndorf und Tötensen dann weiter nach Hamburg zu fahren. Hier werden die Autobahnanschlussstellen Rade und Dibbersen sowie die Anschlussstelle Tötensen zeitweise nicht nutzbar sein, da mit erheblichen Rückstaus zu rechnen ist.

Im Landkreis Stade ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen

Aus dem Bereich Stade bewegt sich ein Trecker-Korso über Buxtehude und Neu Wulmstorf nach Hamburg. Hierzu wird nach aktuellen Erkenntnissen der Polizei fast ausschließlich die B 73 genutzt werden. Im Landkreis Stade ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. „Eine Gruppe von 400 bis 500 Fahrern wird sich in Stade treffen und dann zwischen 8 und und 9 Uhr über die Landesstraße 111 und die B 73 in Richtung Hamburg starten“, sagt Rainer Bohmbach, Sprecher der Polizeiinspektion Stade.

Dazu sei noch „mindestens eine weitere Kolonne von etwa 200 Treckern“ geplant, die aus dem Bereich Bremervörde vermutlich über Harsefeld und Horneburg an die B 73 fahren und sich dann dort ebenfalls in Richtung Hamburg auf den Weg machen wird.

Nach Abschluss der Veranstaltung in Hamburg sei damit zu rechnen, dass die Trecker in den Feierabendverkehr geraten. Die Polizei empfiehlt Verkehrsteilnehmern, deutlich mehr Zeit für den Weg von und nach Hamburg einzuplanen und die B 73 möglichst weiträumig zu umfahren oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. „Wer es irgendwie einrichten kann, sollte die kritischen Zeiten meiden. Oder die Regionalbahn und die S 3 nutzen.“

Auf kleinere Umgehungsstraßen auszuweichen – keine gute Idee

Auf kleinere Umgehungsstraßen auszuweichen, hält Bohmbach für keine gute Idee. „Das Alte Land ist ebenfalls dicht. Allein der zu- und ablaufende Verkehr zum Airbusgelände ist morgens und abends enorm.“ Auch in Cranz sei vereinzelt mit Schleppern zu rechnen. „Am besten fährt man weit außen herum – über die A1 über Hollenstedt und Rade.“

Auch im Landkreis Harburg gibt es erhebliche Einschränkungen. „Die B 404 wird für die Anreise des Treckerkonvois über die Elbbrücken freigegeben. Währenddessen ist sie für den normalen Fahrzeugverkehr gesperrt“, sagt Jan Meier, Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Auch die neue B 75 (Ostumgehung um Dibbersen) werde für die Trecker-Demo freigegeben.

Meier: „Wer mit dem Auto zur Arbeit muss, sollte möglichst zeitig los fahren, so dass er um 7 Uhr aus dem kritischen Bereich heraus ist. Und früh Feierabend machen. Oder den ÖPNV nutzen.“ Auch Schulbusse im Landkreis seien betroffen.

Starke Behinderungen im Baustellenbereich

Besonders kritisch wird es an mehreren Punkten im Hamburger Süden: An der B 73 im Kreuzungsbereich mit der Cuxhavener Straße, am Finkenwerder Knoten und an der Mengestraße in Wilhelmsburg sowie auf der Bremer Straße in Harburg. Ab 8.30 Uhr wollen sich nach Informationen der Hamburger Polizei Traktoren von der Landesgrenze aus über die Cuxhavener Straße stadteinwärts bewegen. Auf der Cuxhavener Straße wird derzeit allerdings gebaut, es steht just dort, wo der Demonstrationszug auf die Waltershofer Straßen abbiegt, nur eine Spur zur Verfügung.

Wie viele Landwirte mit ihren Traktoren kommen, lässt sich schwer prognostizieren“, sagt Gerd Schröder von der Verkehrsbehörde im zuständigen Polizeikommissariat 47. „Es gibt aber sehr wahrscheinlich starke Behinderungen im Baustellenbereich.“

Ausweichstrecken für andere Verkehrsteilnehmer gibt es nicht. Ehestorfer Heuweg und Moorburger Elbdeich sind wegen Bauarbeiten gesperrt. Auch hier ist die Empfehlung, früh zu fahren oder die S-Bahn zu nehmen.

Lange Blockade eines wichtigen Knotenpunktes

Am Finkenwerder Knoten in Waltershof treffen die Trecker von der B 73 mit dem Zug aus dem Alten Land zusammen, der über Cranz, Neuenfelde und die Finkenwerder Umgehung kommt. Auch hier ist mit einer langen Blockade des wichtigen Knotenpunktes zu rechnen. Von hier aus geht der Treckerzug über die Köhlbrandbrücke und Neuhof nach Wilhelmsburg. Extra für die Bauern wird die alte Wilhelmsburger Reichsstraße noch einmal geöffnet. Hier sollen sie ihre Ackerschlepper abstellen und mit der S-Bahn – in der vermutlich sehr viele Pendler sitzen, weil auf den Einfallstraßen ja Treckerstau herrscht – zu ihrer Protestkundgebung weiterfahren.

Auf der Bremer Straße kommen die Landwirte aus dem Landkreis Harburg in die Stadt. Sie sollen über die Harburger Umgehung und die Süderelbbrücke zur Anschlussstelle Kornweide fahren, wo sie dann ebenfalls auf die alte Wilhelmsburger Reichsstraße abgeleitet werden.

Bereits vor einem Monat sorgten protestierende Landwirte mit ihren Ackerdieseln für Stau und Chaos in der Stadt. Damals waren es 400 Traktoren. Diesmal rechnen die Veranstalter mit zehn mal so vielen Teilnehmern.