Harburg
Politik

Bürgerschaftswahl: Gute Aussichten für Harburger Abgeordnete

Michael Weinreich

Michael Weinreich

Foto: Hansen / xl

Harburg. Bei der Aufstellung der SPD-Landesliste für die Hamburger Bürgerschaftswahl landeten zwei Frauen aus Harburg in den Top 10: Melanie Leonhard ist als Landesvorsitzende „gesetzt“, im so genannten „Kasten“ für die Spitzenkandidaten ist sie auf Platz vier von vier. Die Heimfelderin Claudia Loss tritt auf Platz 10 an.

In Zeiten absoluter Mehrheiten für die SPD war das noch ein sicherer Listenplatz. Verlassen kann man sich auf diesen Platz aber nicht mehr, denn die Landesliste kommt erst zum Tragen, wenn die Partei insgesamt mehr Sitze, als Direktmandate erhält. Die weiteren „Harburger Plätze“ auf der Liste haben Frank Wiesner auf 25, Doris Müller auf 40 und Sami Musa auf 54.

Doris Müller ist es gewohnt von scheinbar aussichtslosen Plätzen in die Bürgerschaft einzuziehen, Denn die Reihenfolge der Liste ist im Hamburger Wahlrecht lediglich ein Vorschlag der Parteien. Die Wähler können, statt die vorgeschlagene Liste zu wählen, ihre fünf Stimmen einzelnen Kandidaten geben. Wer mehr dieser Personenstimmen hat, zieht an jenen vorbei, die zwar einen vorderen Listenplatz, aber weniger Einzelstimmen haben.

Wilhelmsburger Abgeordneter Weinreich zuversichtlich

Deshalb ist auch der Wilhelmsburger Abgeordnete Michael Weinreich zuversichtlich, die Elbinsel weiter in der Bürgerschaft vertreten zu können, obwohl er nur auf Listenplatz 29 steht. Nachdem schon der Wahlkreiskandidat für Finkenwerder, Wilhelmsburg und Billstedt vom Distrikt Finkenwerder gestellt wurde, belegt auch den ersten Mitte-Platz ein Finkenwerder: Markus Schreiber. „Ich bin mir dennoch sicher, es wieder ins Rathaus zu schaffen“, sagt Weinreich. „Sonst wäre Wilhelmsburg nicht in der Bürgerschaft vertreten.“

Auch auf den anderen Landeslisten, sofern sie bereits feststehen, gibt es bislang keine Wilhelmsburger. Und auch die Harburger und Süderelbe-Kandidaten rangieren weiter hinten: Bei der CDU hat die Harburger Junge-Union-Vorsitzende Katharina Schulawski auf Position 8 den besten Harburger Platz. Auf 17 folgt Uwe Schneider, auf 28 Brit-Meike Fischer-Pinz.

Grünen stellen Liste am Wochenende auf

Die aktuellen CDU-Abgeordneten Birgit Stöver und André Trepoll stehen gar erst auf den Plätzen 52 und 59. Bei beiden geht die Union aber davon aus, dass sie über die Wahlkreise Harburg und Süderelbe einziehen.

Die Grünen stellen ihre Liste erst am kommenden Wochenende auf. Bei den Linken ist Sabine Boeddinghaus die einzige Bewerberin aus dem Süden. Sie hat aber auf Listenplatz drei keine Sorge um ihr Mandat. Bei der FDP hat Nachwuchspolitiker Carl Cevin-Key Coste mit Platz 5 gute Aussichten, Kurt Duve auf 12 muss Personenstimmen sammeln. Die Harburger AfD hat Monika Winkler auf Platz 3 der Hamburger Liste, Olga Petersen auf 9, Anne Schwieger auf 11 und Mathias Arft auf 12.