Harburg
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P+R-Parkhaus bekommt zwei neue Etagen

Geschäftsführer Heino Vahldieck im P+R Haus Harburg. Es  ist das Größte in Hamburg

Geschäftsführer Heino Vahldieck im P+R Haus Harburg. Es  ist das Größte in Hamburg

Foto: Lars Hansen / xl

Auf die Pendler warten dann 200 zusätzliche Plätze. Doch während der Bauzeit fallen erst einmal 200 Plätze weg.

Harburg.  Mit 900 Stellplätzen ist das Park-and-Ride-Haus am Harburger S-Bahnhof das größte in Hamburg. Dennoch platzt es – mal wieder – aus allen Nähten. Deshalb soll das Parkhaus noch größer werden: 200 Plätze sollen dazu kommen. Die Vorarbeiten haben bereits begonnen. Bevor man sich im vergrößerten Parkhaus aber so richtig ausbreiten kann, müssen Harburgs Pendler ab dem Frühjahr allerdings erst einmal Geduld beweisen: Um die 200 Plätze aufstocken zu können, müssen zunächst bis zu 200 Plätze gesperrt werden.

Die beiden obersten Ebenen werden zur Baustelle

„Um die zwei Halbetagen auf das Parkhaus aufsetzen zu können, werden die beiden jetzigen obersten Ebenen zur Baustelle“, sagt Heino Vahldieck, Geschäftsführer der P+R Betriebs GmbH – der städtischen Firma, die so gut wie alle P+R-Häuser in Hamburg betreibt. „Die konkreten Planungen werden noch erstellt, aber man muss davon ausgehen, dass die meiste Zeit über beide Ebenen gesperrt sein werden.“

Die Arbeiten sollen im April beginnen. Vahldieck rechnet mit einem knappen Jahr Bauzeit. Dann wird das Harburger Parkhaus 1100 Plätze haben. Aber auch hier muss der P+R-Chef gleich wieder Wasser in den Wein schütten: „Das Haus ist durch Alter und Auslastung arg in Mitleidenschaft gezogen worden und muss saniert werden“, sagt Vahldieck. „Das wollen wir lieber nicht gleichzeitig mit der Sperrung der oberen Ebenen machen, sondern werden damit beginnen, wenn die Aufstockung abgeschlossen ist.“

Die Vorarbeiten laufen schon

Dann werden immer wieder einzelne Abschnitte des Parkhauses gesperrt und instandgesetzt. „Wir wollen die Parkdecks auch technisch und optisch aufwerten, mit einem internen Parkleitsystem und einem helleren Erscheinungsbild durch bessere Beleuchtung und eine andere Farbgebung.“

Die Arbeiten, die jetzt bereits angelaufen sind, dienen der Vorbereitung der Aufstockung. Damit die alten Beton-Pfeiler die zusätzliche Last tragen können, müssen die Bauleute sie ertüchtigen. Dazu wird jeder Pfeiler mehrfach angebohrt und mit Verstärkungen versehen. Diese Arbeiten dauern noch bis zum Frühjahr an.

Bereits vor zehn Jahren war das Harburger Parkhaus schon einmal an seine Kapazitätsgrenzen gekommen. Seinerzeit spekulierten Bezirk und P+R-Betriebsgesellschaft noch darauf, dass die Post das Nachbargebäude räumen und man das Parkhaus dorthin erweitern könne. Zwar räumte die Post tatsächlich große Teile des Gebäudes, allerdings wurde es gleich darauf als Unterkunft für Geflüchtete benötigt. Außerdem ist auch die Post bis heute nicht ganz ausgezogen.

500 Jahreskarten im Landkreis verkauft

Hinzu kommt, dass die Einführung der Gebührenpflicht für Park-and-Ride-Plätze im Jahr 2014 zunächst Entspannung in die Auslastung brachte. Viele Pendler aus dem Umland nutzten nun eher die näher gelegenen meist kostenfreien Parkplätze an den Bahnhöfen ihrer Heimatgemeinden. Allzu viele sind das in Seevetal und im Rosengarten allerdings nicht. Außerdem senkte die Stadt Hamburg im Jahr 2018 zwar nicht die Tagesgebühren, aber die Kosten für die P+R-Jahreskarten drastisch: Für unter 100 Euro kann man nun sein Auto jeden Tag des Jahres am Bahnhof abstellen – vorausgesetzt, es ist Platz vorhanden, denn ein fester Stellplatz kostet doch ein wenig mehr. Das zieht auch wieder mehr Umlandpendler nach Harburg. „Ungefähr 500 Jahreskarten haben wir in den Landkreis Harburg verkauft“, sagt P+R-Chef Vahldieck. „Wir schätzen, dass ein Drittel davon in Neugraben und Neuwiedenthal genutzt werden und der Rest in Harburg.“

Auf der Veddel gibt es noch Kapazitäten

Für alle Pendler, die in Harburg vor einem voll besetzten P+R-Haus stehen, hat Heino Vahldieck einen Tipp: „Das P+R-Haus am Bahnhof Veddel hat immer noch täglich Kapazitäten frei“, sagt er, „und es ist von Harburg aus meist ohne Zeitverlust zu erreichen.“