Harburg
Familienbetrieb in Winsen

Die Uhrbachs: Erfolg mit gewürfeltem Gemüse

Madelene und Torben Uhrbach auf einem ihrer Kürbisfelder in Winsen (Luhe).

Madelene und Torben Uhrbach auf einem ihrer Kürbisfelder in Winsen (Luhe).

Foto: Juliane Rittmeier / HA

Unternehmen geht mit „Gemüsinis“ einen neuen Weg und verwertet Gemüse, das nicht den optischen Standards der Supermärkte entspricht.

Winsen. Was tun Produzenten mit Gemüse, das nicht den optischen Standards der großen Supermarkt-Ketten – und damit ihrer Kunden – entspricht? Ein Familien-Unternehmen aus Winsen im Landkreis Harburg geht einen neuen Weg – und ist mit seiner Idee sehr erfolgreich.

In dritter Generation produziert Familie Uhrbach, seit 1988 ein reiner Freiland-Gemüsebaubetrieb, Gemüse für die Region, ursprünglich in Fliegenberg, jetzt in Winsen. Weil immer wieder viele Karotten, Kürbisse oder Kartoffeln übrig blieben, die entweder zu klein oder zu groß waren oder schlichtweg nicht dem Schönheitsideal der Supermärkte entsprachen, entwickelten die innovativen Landwirte die „Uhrbach Gemüsinis“: Gemüse, klein geschnitten und küchenfertig für den Endverbraucher. Eigentlich naheliegend entdeckten sie dennoch eine Marktlücke.

Geschichte der Gemüsinis beginnt in der Uhrbach’schen Küche

Die Geschichte der Gemüsinis beginnt im Jahr 2012 in der Uhrbach’schen Küche: „Meine Eltern haben angefangen mit dem Spargelschäler Schwarzwurzeln zu schälen und mit dem Küchenmesser Steckrüben zu würfeln“, erzählt Sohn Torben. 2018 ist dann eine eigene Produktionsstraße für die Gemüsinis entstanden, wo nun jeden Tag 20 Mitarbeiter das eigene Gemüse maschinell schälen, würfeln, verpacken und etikettieren.

„Die ganze Familie hat Teil an dem Unternehmen“, sagt Torben Uhrbach, Landmaschinenmechaniker und seit drei Jahren bereits dabei. Neben seiner Schwester, eigentlich gelernte Erzieherin, sind auch seine beiden Brüder mit ihren Ausbildungen zum Landwirt und Gärtnermeister auf dem besten Weg, in den Familienbetrieb mit einzusteigen. „Man kennt es nicht anders. Früher ging es immer mit Papa aufs Feld, immer mit Mama ins Büro – im Prinzip sind wir schon unser Leben lang davon geprägt.“.

Die Gemüsinis sind ein Herbst- und Wintersaisongeschäft für die Uhrbachs. Angeboten werden Hokkaido-Kürbis, Schwarzwurzeln, Steckrüben, ein Karotten-Mix, ein Pommes-Mix und Weihnachtsrotkohl. Die Lebensmittel werden nicht behandelt, alle Sorten kommen direkt von einem der vielen eigenen Felder, die fast über den ganzen Landkreis Harburg verteilt sind.

„Bei uns findet jedes Gemüse seine Verwendung“

„Bei uns findet jedes Gemüse seine Verwendung, auch wenn es nicht den Marktanforderungen entspricht“, sagt Uhrbach. Mit Beginn der Saison 2019 hat der Betrieb neue, umweltfreundlichere Verpackungen eingeführt. Zuvor waren die Produkte im Vakuumbeutel erhältlich. Nun werden sie in Tiefziehschalen unter Schutzatmosphäre verpackt, wodurch bis zu 70 Prozent weniger Verpackungsabfall produziert wird.

Neben ihrem eigenen Online-Shop beliefern die Uhrbachs Großverbraucher, Kantinen und Restaurants. Unter den Kunden befindet sich auch „Hello-Fresh“, ein Unternehmen, das Kochboxen mit Rezepten und allen dafür benötigten Zutaten versendet.

Die Boxen werden online ausgesucht, bestellt und anschließend zu den Kunden nach Hause geliefert. Mit diesem Konzept soll es den Kunden möglichst einfach gemacht werden, selber zu kochen und sich ausgewogen zu ernähren, auch wenn wenig Zeit da ist. Seit 2018 verwendet das Unternehmen Hokkaido-Kürbisse und Rotkohl nach Gemüsini-Art.

67 Millionen Gerichte an rund 2,4 Millionen Kunden

Die Boxen werden in Verden verpackt und versendet. „Auch wir achten sehr darauf, regionale Lebensmittel einzukaufen und diese auf möglichst kurzen Lieferwegen zuzustellen“, sagt eine HelloFresh-Sprecherin.

Im zurückliegenden Quartal sendete „HelloFresh“ etwa 67 Millionen Gerichte an rund 2,4 Millionen Kunden in ganz Deutschland. Trotz ihrer Größe bleibt die Firma transparent. Mit Videos und Bildern wird den Kunden Schritt für Schritt erklärt wie das Gemüse geerntet, verarbeitet und verpackt wird.

Zum Beispiel bei Familie Uhrbach in Winsen.