Harburg
Wohnungsbau

Am Maschener Moor sollen Häuser entstehen

Günter (l.) und Christian Effinger sind Geschäftsführer der Baufirma Günter Effinger in Maschen, die die Mehrfamilienhäuser bauen wird.

Günter (l.) und Christian Effinger sind Geschäftsführer der Baufirma Günter Effinger in Maschen, die die Mehrfamilienhäuser bauen wird.

Foto: HA

Landkreis hat Naturschutzbedenken. Politiker sind sich einig, dass bezahlbarer Wohnraum benötigt wird – doch um welchen Preis?

Maschen.  An der Alten Bahnhofstraße in Maschen entstehen voraussichtlich drei bis vier neue Mehrfamilienhäuser mit jeweils zwölf Wohnungen. Trotz einiger Bedenken – das Areal liegt direkt neben dem Maschener Moor – hat sich der Seevetaler Planungsausschuss für das Projekt ausgesprochen. Die Mitglieder empfahlen mehrheitlich, sowohl den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern als auch den erforderlichen Bebauungsplan aufzustellen.

Die zurzeit brachliegende Fläche besteht aus zwei Grundstücken: Dem Bauunternehmer Günter Effinger gehören rund 6000 Quadratmeter, der Rest – rund 1500 Quadratmeter – ist in der Hand von Hans-Günther Rosemann und ebenfalls Teil der Planung. Insgesamt sollen knapp 1400 Quadratmeter der Fläche bebaut werden.

Die Bauherren wollen drei bis vier drei­geschossige Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss errichten. Die zurzeit vorgesehene Variante sieht Rotklinker­häuser mit anthrazitfarbenen Dächern vor. Die Drei-Zimmer-Wohnungen werden barrierefrei geplant und mit Balkonen oder Terrassen ausgestattet. Keller werden die Häuser nicht haben.

Oberflächenwasser muss auf dem Grundstück bleiben

Stattdessen müsse das Grundstück vor dem Bau um etwa 70 bis 120 Zentimeter aufgefüllt werden, um den notwendigen Abstand zum Grundwasser zu halten, erläuterte der beauftragte Architekt Ulrich Salvers von Artrium Architekten aus Winsen. Außerdem muss das Oberflächenwasser auf dem Grundstück verbleiben. „Die Vernässung des Moores darf nicht beeinträchtigt werden“, betonte Gerd Rexrodt, Leiter des Seevetaler Bauamts.

Die Kritik ab dem Projekt betrifft vor allem die mit dem Bau verbundenen Eingriffe in die Natur. Das Grundstück zwischen Alter Bahnhofstraße und Moorweidendamm grenzt an das Maschener Moor. Dieses Biotop stehe zwar nicht unter Naturschutz, sei aber dennoch ein „sehr sensibles Gebiet“, sagte Rexrodt. Aus diesem Grund hatte der Landkreis Harburg an seiner kritischen Haltung gegenüber einer Bebauung festgehalten. Eine entsprechende Stellungnahme hatte er nach Sichtung von drei Gutachten eingebracht.

Trotz Bedenken: Landkreis trägt die Bebauung mit

Der Landkreis habe der Gemeinde allerdings „ein Fenster geöffnet“, sagte Fred Patzwald, Leiter der Planungsabteilung. Dies betrifft die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Wenn dafür keine geeigneten anderen Flächen in Maschen-Dorf zur Verfügung stehen, könnte eine Bebauung trotz der Bedenken vom Landkreis mitgetragen werden.

Die Naturschutzbedenken wurden von mehreren Kommunalpolitikern geteilt. „Wir wollen davon Abstand nehmen, das Moor immer weiter abzuknabbern“, sagte Gerd Otto Kruse (Grüne). Es erfülle die Bedingungen für eine Ausweisung zum Naturschutzgebiet. Sein Parteikollege Lars Teschke sagte, er sei „erschrocken über die Versiegelungsfläche“. Die Freien Wähler schlössen sich den Bedenken des Landkreises an, sagte Klaus Prigge. Dreigeschossige Häuser beeinflussten die Windrichtung und wirkten so nachhaltig in die Natur hinein.

„Ein Mehrwert für die Infrastruktur“

Zustimmung kam von der CDU/FDP-Gruppe sowie der SPD. Das Projekt biete einen Mehrwert für die Infrastruktur des Ortes, sagte Frank Schmirek (CDU). Die Neubauten seien eine „vernünftige Abrundung der Alten Bahnhofstraße, sagte Klaus-Dieter Kirchhoff (SPD). „Das wird Maschen gut tun, es gibt hier zu wenig Mietwohnungen.“

Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, soll in einem städtebaulichen Vertrag festgehalten werden, dass ein Drittel der entstehenden Wohnungen in diese Kategorie fällt. Dafür wird die Wohnungsbaugesellschaft für den Landkreis Harburg eines der Gebäude übernehmen. Der Ausschluss sprach sich am Ende mit sieben zu vier Stimmen dafür aus, die Voraussetzungen für die Bebauung zu schaffen. Der Verwaltungsausschuss befasst sich am 4. November mit dem Thema.