Harburg
Historien-Forschung

Ein neuer Ort für die Geschichte der Süderelbe-Region

Seit dem Brand im März 2016 steht das Gebäude als Ruine an der Cuxhavener Straße und ist mittlerweile völlig eingewachsen.

Seit dem Brand im März 2016 steht das Gebäude als Ruine an der Cuxhavener Straße und ist mittlerweile völlig eingewachsen.

Foto: Axel Tiedemann / HA

Bisher besteht „Süderelbe-Archiv“ aus einer Ecke in der Neugrabener Bücherhalle. Nun bekommt es in der alten Fischbeker Schule mehr Platz.

Hamburg.  Postkarten, Urkunden, historische Zeitungsausschnitte oder auch alte Fotos – vieles schon haben die Mitglieder des Vereins in den vergangenen Jahren zusammengetragen. Sie bieten Rundgänge zur Historie der Süderelbeorte und Themenabende zur jüngeren und älteren Geschichte von Fischbek, Neugraben, Moorburg, Cranz oder auch Altenwerder und Moorburg an: Zweifellos ist das „Süderelbe-Archiv“ eine der zentralen Adressen für all diejenige, die einen Blick in die Vergangenheit der Region wagen wollen. Bisher beschränkte sich das eigentliche Archiv aber auf einen großen Schrank mit Sitzgruppe in der Bücherhalle Neugraben. Doch in naher Zukunft könnten sich die Räumlichkeiten des Vereins deutlich erweitern.

Wie berichtet, plant der Discounter Aldi an der Cuxhavener Straße in Fischbek die Vergrößerung seines Marktes. Im Gegenzug zur Bau-Genehmigung durch den Bezirk, verpflichtete sich der Konzern, die unmittelbar benachbarte alte Fischbeker Schule wieder in alter Anmutung zu restaurieren. Das zuletzt als Kita genutzte Strohdachgebäude war 2016 fast vollständig abgebrannt und ist heute hinter Planen und einem völlig zugewucherten Gerüst optische nahezu verschwunden.

Geplant ist nun, dass Aldi im Erdgeschoss einen Backshop dort einrichtet, das Obergeschoss soll hingegen zehn Jahre mietfrei einer kulturellen Nutzung überlassen werden, sieht die Vereinbarung vor. Und dabei ist an einen weiteren Standort des Süderelbe-Archivs gedacht. „Die Bücherhalle bleibt aber als unsere zentrale Anlaufstelle erhalten“, sagt Katrin Ehlberg, die Sprecherin des Vereins ist und sich mit einer Teilzeitstelle um die organisatorischen Belange des Archivs kümmert, das in der Tradition der in den 1980er-Jahren gegründeten Geschichtswerkstätten steht.

Weniger um große Namen geht es bei der Sammlung, viel mehr sind dort etliche Exponate zur Alltagsgeschichte gesammelt. „Geschichte von unten“, sagt Historikern Ehlberg dazu. In dem Archiv könnten Besucher während der Öffnungszeiten der Bücherei in den Büchern und Dokumenten stöbern, auch eine Kopiermöglichkeit gibt es dort.

Der zusätzliche Standort in der ehemaligen Schule solle hingegen künftig als Arbeitsraum für Gespräche aber auch als Ausstellungsfläche – etwa für die Darstellung von größeren Karten genutzt werden. „Detailfragen dazu sind noch in der Klärung“, so Ehlberg.

Noch steht der Einzugstermin auch noch nicht fest, zuletzt hieß es, dass voraussichtlich 2020 mit dem Neubau des Aldimarktes begonnen werde, „parallel oder anschließend“ könnte dann auch der Wiederaufbau des historischen Gebäudes erfolgen.

Weitere Infos : www.suederelbe-archiv.de