Harburg
Gastspiel

Die Stadthalle wird zu „Tanzland Winsen“

Der ägyptische Totengott Anubis und eine Ballerina in Rot erscheinen auf der Bühne

Der ägyptische Totengott Anubis und eine Ballerina in Rot erscheinen auf der Bühne

Foto: Marianne Menke

Konzept stammt von der Kulturstiftung des Bundes. Ziel: Das Angebot an Tanzproduktionen in kleineren Städten zu erweitern

Winsen. Der Kulturverein Winsen ist im Mai 2018 mit einer für Winsen und Umgebung völlig neuen mehrjährigen Veranstaltungsreihe gestartet. Unter dem Motto „Tanzland Winsen“ wollen die Akteure in Zusammenarbeit mit dem renommierten Steptext Dance Project aus Bremen das Winsener Publikum für zeitgenössischen Tanz begeistern.

Das Projekt umfasst einerseits Tanztheatergastspiele mit international besetzten Ensembles und andererseits lokale Tanzvermittlungsangebote für alle Interessierten mit und ohne Tanzerfahrung. Das Veranstaltungskonzept geht auf die Initiative „Tanzland“ der Kulturstiftung des Bundes zurück, deren Ziel es ist, das Angebot an zeitgenössischen Tanzproduktionen ganz gezielt in kleineren und mittleren Städten zu erweitern oder überhaupt erst möglich machen.

Vielschichtig bunter Kosmos

Für Tanzland Winsen entwirft der Bremer Choreograf Helge Letonja mit seinem Ensemble einen vielschichtig bunten Kosmos.

Inspiriert von Arbeiten des Pioniers deutschen Tanztheaters Gerhard Bohner (1936-1992) belebt er dessen collagenhaften Stil neu und entwickelt ihn zu hochdynamischem zeitgenössischen Tanz weiter: Alltagsgesten, Absurdes, Unterbewusstes und Humorvolles verwebt er zu beeindruckenden bewegten Bildern, erkundet Verhältnisse zwischen Individuen und Stereotypen, Lebendigem und Totem, Kunstfiguren und Menschen.

Schillernd kostümiert erweckt der ägyptische Totengott Anubis eine ungewöhnliche Ballerina in Rot und verführt sie zu raumgreifenden Bewegungen. Eine melancholische Muse in prächtiger Robe malt Linien in den Raum, die sich in schwingende Sinuskurven verwandeln.

Zwei Giraffen tanzen Tango

Das Ensemble greift die Impulse auf und formuliert daraus eine energiegeladene Bewegungssprache. Vorbild für das Stück, das in Winsen aufgeführt wird, war die Erfolgsproduktion „Zwei Giraffen tanzen Tango – Bremer Schritte“.

Zu Kompositionen von Gerald Humel und den mitreißenden Soundscapes des Tanztheaterspezialisten Serge Weber begegnen sich die Tänzer in skurrilen Solos, Duos in Schwimmflossen und fantasievollen Gruppensequenzen und feiern den Tanz als Kunst des Moments.

Unerschöpflicher Variantenreichtum

Helge Letonja, dessen Stücke erfolgreich weltweit touren, setzt mit diesem Abend ein Ausrufezeichen hinter den unerschöpflichen Variantenreichtum des physischen Ausdrucks.

Das Gastspiel findet unter dem Dach des Projektes Tanzland Winsen statt und wird gefördert durch den Tanzland-Fonds für Gastspielkooperationen, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes in der Projektträgerschaft des Dachverband Tanz Deutschland e. V.