Harburg
Bildung

13 Millionen Euro für Schul-Digitalisierung

Die niedersächsische Landesregierung will die Digitalisierung der Schulen masiv fördern

Die niedersächsische Landesregierung will die Digitalisierung der Schulen masiv fördern

Foto: Friso Gentsch / dpa

522 Millionen Euro für bessere IT-Infrastruktur in Niedersachsens Schulen. 13,47 Millionen Euro davon gehen in den Landkreis Harburg

Hittfeld.  Die Entscheidung des Bundes über den Digitalpakt kam für Schuldirektor Frank Patyna und die Arbeitsgruppe aus Lehrern des Gymnasiums Hittfeld nicht überraschend. Schon seit Jahren befasst sich die Schule mit der Digitalisierung. „ 80 Prozent der Räume sind schon gut ausgestattet.

Jetzt sind wir gespannt, was mit der zusätzlichen Förderungen möglich wird“, sagt der Direktor. Ab sofort können die Schulträger vor Ort Mittel aus dem Digitalpakt beantragen, wie die beiden lokalen CDU-Landtagsabgeordneten Bernd Althusmann und André Bock jetzt mitgeteilt hatten..

Insgesamt stehen den Schulen in Niedersachsen 522 Millionen Euro für eine bessere IT-Bildungsinfrastruktur zur Verfügung.

Allein 13,47 Millionen Euro davon gehen in den Landkreis Harburg. Althusmann, der auch Wirtschaftsund Digitalisierungsminister des Landes ist, hat ausgerechnet, dass in seinem Wahlkreis Grundschulen in Seevetal, Rosengarten und Neu Wulmstorf 1,02 Millionen Euro erhalten können und weitere 2,25 Millionen Euro für weiterführende Schulen vorgesehen sind.

511.000 Euro für das Gymnasium Hittfeld

Voraussetzung ist jedoch, dass die Mittel von den jeweiligen Schulträgern abgerufen werden. Ein Windhund-Verfahren ist nicht vorgesehen: Bis zum Ablauf des Jahres 2023 können die Schulträger beim Kultusministerium sogar mehrfach Anträge bis zum Erreichen der ihnen zugewiesenen Summe stellen.

Sie beträgt für das Gymnasium Hittfeld 511.000 Euro. „Wir müssen jetzt zunächst eine Richtung definieren und gemeinsame Ziele bestimmen. Wichtig ist dabei, dass Schüler-, Eltern- und Lehrer eingebunden und Vorgaben des Landkreises beachtet werden“, sagte Leif Wille, der als Chemielehrer zur Arbeitsgruppe für die Digitalisierung gehört. Bisher gebe es nur eine Planung.

Außerdem sei für die Schule noch unklar, wie der Kauf der Geräte über den Landkreis insgesamt ablaufen soll.

Nicht alle Räume sind komplett ausgestattet

Die Schule verfügt derzeit über interaktive Tafeln, sogenannte Activ Boards, Notebooks, schuleigene Kameras sowie Computerräume. Doch nicht alle Räume sind komplett ausgestattet. Zudem gibt es erst seit Anfang 2019 ausreichend schnelles Internet.

Deshalb würde die Schule gern weitere Boards in den Klassenzimmern installieren, sowie Clouds anbieten, in denen Daten gebündelt werden, auf die sowohl Lehrer als auch Schüler zugreifen können. „Die Anschaffungen sollten immer sinnvoll sein“, erklärt Schulleiter Patyna. Schulen dürften nicht „unnötig mit Medien überflutet“ werden.

In den Oberstufen-Klassen läuft derzeit das Projekt „Bring Your Own Device“. Die Schüler sollen ihre eigenen Geräte mitbringen, um sich so möglichst rasch auf die von ihnen verwendete Technik einstellen zu können. Wer kein eigenes Notebook hat, kann aber jederzeit auf Geräte der Schule zurückgreifen.

In der 8. Klasse werden „Webcoaches“ ausgebildet

In Hittfeld wird zunächst in der 5. Klasse das Fach Medien unterrichtet. Danach soll die Digitalisierung von den Lehrern möglichst in alle Fächer eingebracht werden. In der 8. Klasse werden „Webcoaches“ ausgebildet, die den jüngeren Schülern den Umgang mit Medien vermitteln, gleichzeitig aber auch auf Gefahren im Netz wie etwa Mobbing hinweisen.

„Nur wenige Lehrer sind IT-Fachleute“

„Unsere Web-Coaches haben in diesem Bereich alles bislang regeln können, so dass wir nicht einmal eine Schulkonferenz einberufen mussten“, versichert Patyna.

Handlungsbedarf sieht der Schulleiter beim einer anderen Frage: „Nur wenige Lehrer sind IT-Fachleute.“ Aktuell müssen sie viel Eigeninitiative einbringen, um ihren Schülern zu helfen, Medien effektiv nutzen zu können. Patyna wünscht sich hier mehr Zusammenarbeit mit dem Landkreis vor allem bei der Fortbildung von Lehrern.

Die Verteilung der Mittel des Paktes basiert auf zwei Säulen: Jede Schule ab 60 Schüler bekommt einen maximalen Sockelbetrag von 30.000 Euro, kleinere Schulen erhalten 500 Euro pro Schüler. Zusätzlich zu diesem Sockelbetrag steht jedem Schulträger ein Kopfbetrag zu.

Dieser Betrag errechnet sich anhand der Schülerzahlen. Der Schulträger kann den Kopfbetrag dann unter den Schulen in seinem Verantwortungsbereich aufteilen. Schulträger der öffentlichen und privaten Schulen können jetzt unter https://digitaleschule.niedersachsen.de/antrag/online-antrag-auf-fordergelder-179228.html Mittel aus dem Digitalpakt beim Land Niedersachsen beantragen.

„Mit dem Startschuss zum Digitalpakt machen wir die Schulen in unserer Region fit für das digitale Zeitalter“, freut sich Bock. Über die Förderrichtlinie wissen die Schulen schon jetzt, wie viel Geld in den kommenden Jahren zur Verfügung steht.

Je schneller der Förderantrag gestellt wird, desto schneller kann das Geld vor Ort eingesetzt werden. Althusmann ist überzeugt: „Bei der Digitalisierung unserer Schulen haben wir keine Zeit mehr zu verlieren.“