Hafenerweiterung

Hamburgs Grüne wollen Wohnraum in Moorburg

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Ein Portalkran holt den Container autonom aus dem Blocklager

Ein Portalkran holt den Container autonom aus dem Blocklager

Foto: Lars Hansen / xl

Der Stadtteil soll entwickelt, die A26 Ost „kritisch betrachtet“ werden. An den Vollhöfner Weiden soll das Wäldchen stehen bleiben.

Hamburg.  Moorburg, Vollhöfner Weiden, A26 Ost: In einem großen Rundumschlag hat sich der Landesausschuss der Hamburger Grünen – das höchste Parteigremium zwischen Parteitagen – gegen die gegenwärtige Hafenerweiterungspolitik der Freien und Hansestadt Hamburg gewandt und nimmt damit zwei Positionen ein, die auch die Harburger Bezirksversammlung vertritt.

Moorburg soll als Wohnstadtteil entwickelt werden, an den Vollhöfner Weiden soll das Wäldchen stehen bleiben, das sich dort gebildet hat, wo die Hafenbehörde Hamburg Port Authority seit 40 Jahren Logistikflächen plant und nun verwirklichen möchte.

Außerdem soll die A26 Ost „kritisch betrachtet“ werden. Ein sehr umfassender Antrag dazu kam von Umweltsenator Jens Kerstan in seiner Eigenschaft als Delegierter für Bergedorf, ein weiterer – zu den Vollhöfner Weiden – von der Cranzer Grünen Gudrun Schittek.

Antrag zur Hafen-Verkehrspolitik

Weil seine Positionen bereits im Kerstan-Antrag enthalten waren, zog der Bezirksverband Harburg einen eigenen Antrag zur Hafen-Verkehrspolitik zurück.

Bemerkenswert ist, dass Kerstan seinen Antrag mit „der Hafen wird für Hamburgs Wirtschaft noch auf lange Sicht eine wichtige Rolle spielen“, einleitet. Diese Meinung ist nicht bei allen Grünen zu finden, besonders nicht bei den im Binnenland geborenen.

Unrealistischen Wachstumsannahmen?

Allerdings, so Kerstan, beruhe die gegenwärtige Hafenplanung auf unrealistischen Wachstumsannahmen. Die bisherige Flächenbevorratung würde mögliche positive Entwicklungen im Hamburger Süden ausbremsen, die geeignet wären, „die überkommene Zweiteilung in einen Raum nördlich der Elbe für Wohnen und Leben und einen südlich der Elbe für Hafen und Industrie zu überwinden“, so Kerstan.

Besonders in Moorburg dürfte der Vorstoß der Grünen auf Sympathie stoßen: Würde die A26 Ost so verwirklicht, wie bislang geplant, wäre das alte Elbdorf quasi zwischen der Autobahn und dem Containerterminal Altenwerder eingemauert. Gegen die Trassierung der A26 Ost – sie soll die A7 und die A1 bei Moorburg verbinden – wurden mehr als 1300 Einwendungen eingereicht.

( xl )

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