Harburg
Konzert

Im Museum Lüneburg erklingt die Glasharmonika

Bruno Kliegl ist einer der wenigen Glasharmonikaspieler

Bruno Kliegl ist einer der wenigen Glasharmonikaspieler

Foto: Bruno Kliegl

Die Glasharmonika, ein heute weitgehend unbekanntes Instrument, setzt sich aus unterschiedlich großen, ineinandergeschobenen Glasglocken zusammen

Lüneburg .. Ein besonderes Konzerterlebnis erwartet das Publikum am 22. August im Museum Lüneburg. Bruno Kliegl, einer der wenigen Glasharmonikaspieler Europas, wird die Geschichte dieses außergewöhnlichen Instrumentes von Händel bis Messiaen spielen, erzählen und mit Literatur anreichern.

Die Glasharmonika, ein heute weitgehend unbekanntes Instrument, setzt sich aus unterschiedlich großen, ineinandergeschobenen Glasglocken zusammen, die durch ein Pedal in Rotation versetzt werden. Der deutsche Schriftsteller Jean Paul (1763–1825) nannte dieses Instrument einst „Gläsernes Heiligenhaus der Tonmuse“ und brachte damit die Empfindung des Außerirdischen und Sphärischen des Glasklangs auf den Punkt.

Sphärische Klangwelten

Durch die Berührung der Glasränder erzeugt Kliegl sphärische Klangwelten und wird dabei den Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz ebenso erklingen lassen wie dessen Zeitgenossen Reichardt, Naumann und Mozart.

Kliegl studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Germanistik an der Universität Augsburg. Seit 1995 tritt er als Glasinstrumentalist auf. Er spielt sowohl das historische Gläserspiel (in England bekannt als Musical Glasses) und die berühmte von Franklin um 1760 entwickelte Glasharmonika als auch das moderne Verrophon, das Sascha Reckert 1984 erfand.

Er arbeitet mit zeitgenössischen Komponisten und wirkte bei zahlreichen Uraufführungen von Kompositionen für Glasinstrumente mit.