Harburg
Nachruf

Seine Leidenschaft war der Vereinssport

So kannten ihn viele: Hans Kall (2.v.r.) auf der Bühne im Theater Wedel.

So kannten ihn viele: Hans Kall (2.v.r.) auf der Bühne im Theater Wedel.

Foto: Theater wedel

Unser Kollege Hans Kall ist gestorben. Vor einem Vierteljahr bekam er die Diagnose: Krebs.

Wedel/Harburg.  Stille im Zimmer der Station 10 B im Altonaer Krankenhaus. Der letzte Blick, der Abschied von Hans Kall, dem Kollegen und Freund seit unendlichen Zeiten. Das spärliche lange Haar haben sie ihm zurückgekämmt. Die Krankheit hat seine Haut gelb gefärbt. In seinen Gesichtszügen aber ist diese vertraute Ruhe und Gelassenheit. Er muss leise gegangen sein, so wie wir ihn beim Abendblatt, wie ihn so viele Sportler und auch die Freunde des Theaters in Wedel über viele Jahre kannten.

Von sich selbst hat Hans Kall nie gerne gesprochen und erst recht nicht geklagt. Sein plötzliche Tod ist ein Schock für seine Freunde und Kollegen und für viele der Sportler, über die er in seinen Jahrzehnten beim Hamburger Abendblatt berichtete. Der 68-Jährige, als Rentner alles andere als im Ruhestand, hatte seit einem halben Jahr Probleme mit dem Knie. Weil die Schmerzen trotz ärztlicher Behandlung stärker wurden, musste er sich immer häufiger zurückziehen. „Vor einem Vierteljahr dann die Diagnose Krebs“, so Ehefrau Christel. „Erst wegen der Gelbsucht musste Hans ins Krankenhaus. Das war vor 14 Tagen.“

Hans Kall, der gelernte Buchdrucker aus Schleswig, wurde am 1. Juli 1976 Redakteur beim Hamburger Abendblatt, war Lokalreporter der Pinneberger Zeitung mit dem Schwerpunkt Wedel. Am 1. September 1993 übernahm der leidenschaftliche Fußballer, den sie beim FC Union Ulzburg „die Lunge im Mittelfeld“ nannten, die Sportredaktion der Ahrensburger Zeitung. Und war gleichzeitig Koordinator für den gesamten Regionalsport. Die Aufgabe behielt er auch, als er an Neujahr 1999 die Verantwortung für die Sportberichterstattung in Harburg und dem Umland übernahm.

Vereinssport war ihm wichtig. Alle, über die er berichtete, wissen mit welcher Gewissenhaftigkeit und Leidenschaft er für das Abendblatt diese Aufgabe ausfüllte. Einige seiner Stammkunden, auch Buxtehudes Bundesliga-Handballerinnen, haben auch den anderen Hans lieben gelernt – auf der Bühne des Wedeler Theaters. Unvergessen Hans Kall im leuchtend roten Kleid mit blonder Perücke. Und er tanzt und spitzt den Mund und aus den Lautsprechern klingt: „Diamonds are a Girl`s best friend“. Hans Kall als Marilyn Monroe. Auch daran dürfen wir zurückdenken.