Harburg
Verkehrsstau

Baustellen: Der Sommer bringt Entspannung

Die Baustelle unter der A7-Brücke in Moorburg führt derzeit zu reichlich Rückstau im Berufsverkehr

Die Baustelle unter der A7-Brücke in Moorburg führt derzeit zu reichlich Rückstau im Berufsverkehr

Foto: Axel Tiedemann / AT

Verkehrskoordinator bezeichnet die vielen Baustellen rund um Finkenwerder als „Notmaßnahmen“, verspricht aber eine baldige Verbesserung

Finkenwerder.  Vollsperrung auf dem Moorburger Elbdeich, Arbeiten an der blauen Bogenbrücke am Finkenwerder Ring und dann auch noch ein Austausch der Brückenlamellen auf der A 7 bei Waltershof: Besonders für den Berufsverkehr südlich der Elbe rund um die Drehkreuze zum Hafen, zur Autobahn oder auch zur Köhlbrandbrücke ist die Verkehrssituation derzeit reichlich angespannt, weil auf so engem Raum an vielen Ecken gleichzeitig gearbeitet wird. Tatsächlich gab es dort in den vergangenen Tagen auf der Autobahn Staus vom Elbtunnel bis nach Heimfeld über zehn Kilometer Länge. Und um von Finkenwerder aus auf die Autobahn zu gelangen, müssen Autofahrer dort jeden Morgen eine nervige Geduldsprobe ertragen.

Extreme Staulagen in den letzten Tagen

Von teilweise „extremen Staulagen“ spricht da auch Hamburgs Verkehrskoordinator Christian Merl. Aber er verspricht auch eine Entspannung. Seit einigen Tagen etwa sei die Auffahrt zur Autobahn in Waltershof um die dortige Baustelle herum verlängert worden, so dass schon jetzt der Verkehr besser abfließen könne. Ab 15. Juni werde sich die Lage noch weiter entschärfen, weil dann die Baustelle auf der A 7 wieder abgebaut werden könne.

Der gut 3,8 Kilometer langen Abschnitt vor dem Elbtunnel ist im Prinzip ein Bauwerk aus vielen einzelnen Brücken. Die Verbindungen, die sogenannten Lamellen, machen in jüngster Zeit immer wieder Ärger, weil sie brechen. Zwei dieser Lamellen seien mittlerweile so beschädigt, dass sie nun seit April sogar komplett ausgetauscht werden. „Die sind gut 50 Jahre alt, man kann sie zwei Mal, vielleicht auch drei Mal schweißen. dann geht`s aber nicht mehr“, sagt Verkehrskoordinator Merl und bezeichnet den jetzigen Austausch der alten Lamellen als „absolute Notmaßnahme.“

Die eigentlichen Arbeiten dazu finden zwar hauptsächlich in der Nacht statt, tagsüber gibt es dort als Ersatz Überfahrbrücken und damit ein zusätzliches Problem: Viele Autofahren fahren dort einfach zu langsam, hat der Verkehrsexperte erkannt. „Die hoppeln mit 20 drüber, man kann dort aber getrost 60 fahren“, sagt Merl.

Die Folge: Durch das Abbremsen werden zusätzliche Staus gebildet, die sich bis zum Finkenwerder Knoten auswirken.

Und auch dort lässt die Hamburger Hafenverwaltung (HPA) gerade eine wichtige Brücke reparieren. „Ebenfalls eine Notmaßnahme, weil diese blaue Bogenbrücke durch den Lkw-Verkehr so stark verschlissen ist und eine Sanierung dringend notwendig geworden war“, sagt HPA-Verkehrsexperte Herrmann Grünfeld. Hinzu komme, dass wie am Moorburger Elbdeich die Arbeiten von Spezialfirmen ausgeführt werden müssten, von denen es nur wenige gebe. Allerdings hat sich auch die HPA um einen baustellenkompatiblen Verkehrsfluss gekümmert und führt den Verkehr über eine zusätzlich eingerichtete Spur.

HPA-Verkehrsexperte leidet selbst unter dem Stau

„Wir mussten dieses Zeitfenster nutzen, es ging nicht anders“, so der HPA-Mann. Er sei im Übrigen von den Staus selbst betroffen, weil er im Alten Land wohnt. „Die Auswirkungen sehe ich jeden Morgen“, so Grünfeld, der aber ebenfalls eine Entspannung der Lage verkünden kann: Denn ab 8. August sollen auch diese Arbeiten an diesem wichtigen Verkehrsknoten beendet sein.

Baustelle in Moorburger dauert noch länger

Die Baustelle unter der A 7-Brücke auf dem Moorburger Elbdeich bleibt allerdings noch etwas länger: Dort könnten die Arbeiten nach Einschätzung der HPA voraussichtlich im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein. Das heißt allerdings nicht, dass sich Berufspendler südlich der Elbe sich danach auf staufreie Jahre freuen können: Irgendwann ab 2021 soll am Finkenwerder Ring dann die nächste, nördlicher gelegene Bogenbrücken ebenfalls saniert werden. Und auch auf der A 7 südlich des Elbtunnels sind weitere Baustellen in Sicht. Dort soll ab voraussichtlich März 2020 die Straße erweitert werden, indem zwei Fahrspuren in die heutige freie Mitte der Hochkonstruktion gesetzt werden, wie Verkehrskoordinator Merl ankündigte.

Die Erweiterung zähle im Übrigen zu den vielen Straßenbaumaßnahmen, die in Zukunft die Verkehrssituation im Süden Hamburgs langfristig entlasten soll. Acht bis zehn Milliarden Euro von Bund und Stadt würden hier in den nächsten Jahrzehnten in Sanierung und Ausbau des Straßennetzes fließen, sagt Merl. Neben der A 7-Erweiterung zähle dazu beispielsweise der Weiterbau der A 26 in Moorburg oder auch neue Querungen von Süder- und Norderelbe sowie zusätzliche Fahrrad-Velorouten.

Ich appelliere an dieAutofahrer, dort nicht nur mit Tempo 20 durch die Baustelle zu schleichen
Christian Merl,Verkehrskoordinator