Staugefahr

Behörde lehnt Tempo-30-Antrag ab

| Lesedauer: 2 Minuten
Es bleibt bei Tempo 50 in der Heimfelder Straße – vorerst.

Es bleibt bei Tempo 50 in der Heimfelder Straße – vorerst.

Foto: H. Kastendieck / HA

Die Heimfelder Straße darf auch weiterhin mit 50 km/h befahren werden – damit der Busverkehr attraktiv bleibt.

Heimfeld.  Auf der Heimfelder Straße darf weiter mit Tempo 50 gefahren werden. Auf Antrag der Grünen, der Linken und der Neuen Liberalen hatte die Bezirksversammlung beschlossen, die Geschwindigkeit hier auf 30 km/h zu reduzieren. Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) hat dies abgelehnt. Die Begründung: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung würde auch den Busverkehr ausbremsen und damit den Umstieg vom Auto auf den Bus unattraktiv machen.

Über Jahre waren Bemühungen von Harburger Parteien und Initiativen für ein Tempolimit auf der Heimfelder Straße daran gescheitert, dass die Heimfelder Straße eine Hauptstraße ist. Dort Tempo 30 anzuordnen, war juristisch so gut wie unmöglich. Das änderte sich 2017 mit einer Anpassung der Straßenverkehrsordnung. Die Heimfelder Straße ist im östlichen Abschnitt dicht und auch im westlichen Teil durchgängig bebaut. Durch ihren geraden Verlauf und relativ wenige Ampeln lädt sie manchen Autofahrer dazu ein, auch die 50 km/h zu überschreiten. Vor einigen Jahren wurden die Hochbord-Radwege an der Straße beseitigt. Radfahrer müssen hier jetzt auf der Fahrbahn fahren.

Radfahrer nutzen immer noch den Fußweg

„Viele Radfahrende weichen auf den Fußweg aus, weil sie sich im schnellen Mischverkehr nicht sicher fühlen“, sagt Regina Marek, Bezirksabgeordnete der Grünen. „Das erzeugt berechtigterweise Unsicherheit und Unmut bei den Fußgängern. Durch die große Geschwindigkeitsdifferenz sind Autofahrende verleitet, Radfahrende zu überholen. Da die Breite der Heimfelder Straße häufig nicht ausreicht, den erforderlichen Abstand einzuhalten, kommt es regelmäßig zu gefährlichen Stresssituationen.“

„Die Einführung von Tempo 30 wirkt sich negativ auf die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehr aus“, heißt es dagegen in der Stellungnahme der BWVI zu dem Antrag. „In der Öffentlichkeit wird vielfach die Attraktivität des ÖPNV über einen Reisezeitvergleich mit dem Pkw bewertet. Die systembedingten Nachteile des Busverkehrs durch eine feste Linienführung und die Bedienung der Haltestellen werden durch Fahrzeitverlängerungen als Konsequenz einer Tempo-30-Regelung weiter verstärkt. In der Heimfelder Straße verkehren die Stadtbuslinie 142 in einem dichten Takt sowie die Nachtbuslinie 642. Beide Linien wären bei der Einführung einer Tempo-30-Zone von einer Fahrzeitverlängerung betroffen.“

Regina Marek hält dagegen: „Wir sind der Meinung, dass die Auswirkungen von Tempo 30 auf den Verkehrsfluss und somit auch auf die Bus-Fahrzeiten minimal wären“, sagt sie, „so wird bereits jetzt die Linie 142 in der Denickestraße durch einen längeren Tempo-30-Abschnitt geführt. Außerdem ist zu beobachten, dass bereits jetzt in den Stoßzeiten der Busverkehr kaum schneller vorankommt als mit Tempo 30.“

( xl )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Harburg