Harburg
Bilderschau

„In eXcess“ – Toro malt Charles Bukowskis Leben

Mentor A. „Toro“ Ejupi hat sich für die aktuelle Ausstellung mit Charles Bukowski befasst. 

Mentor A. „Toro“ Ejupi hat sich für die aktuelle Ausstellung mit Charles Bukowski befasst. 

Foto: Lars Hansen / xl

Ausstellung im Marktkauf-Center ist dem amerikanischen Schriftsteller gewidmet. Künstler kam erst spät auf ihn.

Harburg. „In eXcess“ – also „im Übermaß“ – heißt die Ausstellung, die der Harburger Maler Mentor „Toro“ A. Ejupi morgen Abend im Marktkauf-Center eröffnet und die nur bis Sonnabend zu sehen sein wird. Wenn zwar nicht auf die Ausstellungslänge, trifft das Übermaß doch auf diverse andere Aspekte der Bilderschau zu: „Toro“ setzt sich in acht sehr großformatigen Werken mit dem Leben und Wirken des amerikanischen Schriftstellers Charles Bukowski (1920 – 94) auseinander, und der machte keine halben Sachen. Ein Gefühl, das Toro kennt: im Vorwege der Ausstellung arbeitete er sich so sehr in einen Malrausch, dass er körperlich litt und ärztlich behandelt werden musste.

„Ich bin erst spät in meinem Leben und durch Zufall auf Charles Bukowski gekommen“, sagt Toro. „In den 80er-Jahren habe ich Henry Miller gelesen und seinerzeit geglaubt, man müsste sich zwischen Miller und Bukowski entscheiden, wie zwischen Verdi und Wagner oder zwischen zwei Fußballmannschaften und Bukowski war mir damals zu krass in dem, was er darstellte. Erst vor einigen Monaten stieß ich in einer Zeitung auf einen Briefwechsel zwischen Bukowski und Miller, der meine Perspektive veränderte. Bukowski war ein hundertprozentiger Bohemien!“

In seinem Atelier, das er derzeit als Zwischenmieter und quasi „Artist in Residence“ im Erdgeschoss des Marktkauf-Centers hat, legte Toro los: Bukowskis exzessives Leben zwischen Alkohol, Bettbekanntschaften und Pferderennbahn wurde auf elf Riesenleinwände gebracht. Toro mischt dabei Stilelemente von Pop-Art und Kubismus fröhlich durcheinander, arbeitet mit der Basisfarbe Magenta und exzessiv mit Textur. „Bei dem großen Format der Bilder war das ein sehr materialintensiver Prozess“, sagt er. „Und da ich eigentlich nicht vorhabe, die Bilder zu verkaufen, ist das auch eine kostspielige Angelegenheit, aber diese Bilder musten aus mir heraus!“