Harburg
Harburger Theater

Von Weltliteratur bis zum Shantychor

Im November kommt die erste von vier Kempowski-Adaptionen nach Harburg: „Aus großer Zeit“ mit Johan Richter als Walter Kempowski.

Im November kommt die erste von vier Kempowski-Adaptionen nach Harburg: „Aus großer Zeit“ mit Johan Richter als Walter Kempowski.

Foto: Steffen Baraniak / G2

Das Harburger Theater stellte das Programm für die Spielzeit 2019/2020 vor. Das Harburger Publikum ist treu.

Harburg.  Sechs Produktionen mit jeweils acht Aufführungen, dazu zwei Kinderstücke fünf Comedy-Abende und ein Konzert der „Tampentrekker": Das ist das Programm des Harburger Theaters für die Spielzeit 2019/2020. Intendant Axel Schneider, Pressesprecherin Friederike Barthel und die Vorsitzende des Freundeskreises des Harburger Theaters, Angela Scholz in der Helms-Lounge vorstellten. Die Saison 2018/19 ist derweil noch nicht zu Ende: Mit „Place of Birth: Bergen-Belsen“ steht ab dem 4. April ein ernstes Stück zum Saisonabschluss an. Mit der damit ablaufenden Saison ist Axel Schneider schon jetzt zufrieden: „Es hat sich eine große Treue des Publikums zum Harburger Theater entwickelt“, sagt er, „das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und nicht nachlassen sollten. Wir wollen das fortsetzen, was uns stark gemacht hat, nämlich die Arbeit als kleines Stadttheater.“

Schneider ist Intendant eines Bühnenverbundes aus den Hamburger Kammerspielen, dem Altonaer und dem Harburger Theater. „Altona und Harburg hatten im letzten Jahr zusammen 24.000 Zuschauer“, sagt er, „aber die Struktur ist grundverschieden: In Harburg haben wir 1300 Abonnenten, in Altona nur einige hundert.

Deshalb gibt es zwar Überschneidungen im Spielplan, aber auch Unterschiede. Während in Altona konsequent auf Literaturadaptionen gesetzt wird, lässt Schneider in Harburg auch Stücke spielen, die nur für die Bühne geschrieben wurden.

Die Saison beginnt am 26. September mit „Vincent will Meer“, in dem Vincent mit seinem Tourette-Syndrom seinen Vater – gespielt von Til „Großstadtrevier“ Demtrøder, einem Kommunalpolitiker im Wahlkampf, gern peinliche Situationen bereitet, erst recht, als er mit der noch warmen Asche der Mutter ans Mittelmeer durchbrennt, was das Stück zur Verfolgungsjagd macht.

Am 16. Januar gibt es gleich zwei Premieren

Ab 14. November kommt eine Adaption von Walter-Kempowski-Stoffen auf die Bühne. Schneider schustert gerade an dem Mammutprojekt, Kempowskis neunteilige „Deutschland-Chronik“ in vier Stücken auf die Bühne zu bringen. Der erste Teil „Aus großer Zeit“ lief bereits mit Riesenerfolg in Altona und kommt nun auf die Harburger Bühne, während Altona bereits an „Tadellöser und Wolf“ probt.

Der Dezember ist den Kleinkindervorstellungen von „Pettersson und Findus“ vorbehalten, wobei die genauen Termine noch nicht feststehen.

Am 16. Januar gibt es gleich zwei Premieren: „Das tapfere Schneiderlein“ als Kinderstück und „Lebensraum“ von Israel Horovitz als Abendprogramm. Horovitz entwirft darin das Szenario, dass ein Bundeskanzler als Wiedergutmachung sechs Millionen Juden aus aller Welt einlädt, nach Deutschland zu ziehen. „Das Stück ist aus den 90ern, nimmt aber eine Stimmung vorweg, die hier dann vor einigen Jahren aufkam“, sagt Schneider.

Es folgt am 5. Februar „Baskerville“ eine zugleich gruselige, spannende und witzige Adaption der Sherlock-Holmes-Novelle. Neben den zwei Hauptdarstellern spielen nur drei weitere Schauspieler die restlichen 33 Rollen.

Am 27. Februar feiert Gilla Cremer mit ihrem One-Woman-(and-a-pianist)-Abend „Freundschaft“. Die Aufführungen verteilen sich bis zum 22. März

Abschluss der Saison bilden „Loriots dramatische Werke“, eine Hommage an Vicco von Bülow.

Für die Kabarett-Abonnenten – und Restkartenkäufer – kommen am 19. Oktober Max Uthoff, am 24. November Bernhard Hoecker, am 12. Januar LaLeLu und am 22. Februar Herr Holm. Nur im freien Verkauf gibt Karten für das Konzert der „Tampentrekker“ am 14. Dezember und die Silvestershow von Jörg Knör.

Die Abopreise bleiben stabil bei 84 bis 138 Euro für das große und 56 bis 96 Euro für das Comedyabonnement.