Harburg
Lüneburg

Lüneburg: Arena-Kosten steigen auf 25,7 Millionen Euro

So soll die Arena Lüneburger Land aussehen

So soll die Arena Lüneburger Land aussehen

Foto: Landkreis Lüneburg

Bau der umstrittenen Veranstaltungshalle wird erneut teurer. Landrat spricht von „Problemen bei der Kommunikation“.

Lüneburg.  Der Bau der Arena Lüneburg Land am Rande der Hansestadt Lüneburg wird deutlich teurer als zunächst angenommen. 19,4 Millionen Euro waren noch im Dezember veranschlagt worden. Auf dieser Grundlage hatte der Lüneburger Kreistag einen positiven Beschluss für das umstrittene Großprojekt gefasst. Nun betragen die geschätzten Kosten 25,7 Millionen Euro.

Die Kostensteigerung hat nach Angaben der Kreisverwaltung mehrere Gründe. Zum einen hätten „wesentliche Änderungen“ im Verlauf des gesamten Planungsprozesses im Nachhinein berücksichtigt werden müssen. Dies betreffe unter anderem das angepasste Nutzungskonzept, sagt Kreissprecherin Urte Modlich. So sei die Traglast für die Decke erhöht worden, als klar war, dass diese auch für Bühnentechnik geeignet sein müsse. Zudem seien bei den bisherigen Kostenschätzungen einige Posten nur teilweise erfasst worden. So seien unter anderem die Kosten für Schlosser-, Fliesen- und Tischlerarbeiten gestiegen.

Sicherheitsaufschlag in Höhe von 3,1 Millionen Euro

Eine weitere Ursache liege möglicherweise in der Koordinierung des Projekts; die einzelnen Leistungsphasen lagen nicht in einer Hand. „Dadurch scheint es an den Schnittstellen Probleme in der Kommunikation gegeben zu haben“, sagte Landrat Manfred Nahrstedt am Montag.

Zwar wird die eigentliche Kostensteigerung auf 3,2 Millionen Euro beziffert. Die Kreisverwaltung rechnet in der aktuellen Schätzung jedoch zusätzlich einen Sicherheitsaufschlag von 15 Prozent – 3,1 Millionen Euro – ein.

„Diese Entwicklung ärgert mich persönlich und wirft viele Fragen nach der Ursache auf“, sagte Nahrstedt. Er werde daher vorschlagen, die Vorgänge vom Rechnungsprüfungsamt und von einem externen Fachanwalt untersuchen zu lassen. Es ist nicht die erste Kostensteigerung bei dem Projekt. Erst Anfang Dezember waren die Schätzung von 14,4 auf 19,4 Millionen Euro korrigiert worden.

Bei Projektstopp drohen Schadenersatzforderungen

Geeignet ist die Halle für Sportevents und Konzerte für bis zu 3500 Besucher, Galas für 600 Gäste oder auch Tagungen oder Veranstaltungen mit Bühne. Betreiber wird die Lüneburger Campus Management GmbH. Priorität im sportlichen Bereich haben die Volleyballer der SVG Lüneburg. Das Bundesliga-Team spielt bisher in der Gellersenhalle in Reppenstedt, die allerdings keine Bundesliga-Höhe hat.

Die Bauarbeiten für die Sport- und Veranstaltungshalle hatten Anfang dieses Jahres begonnen. Der Bau sollte im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein. Eine Entscheidung über die weitere Entwicklung der Arena trifft der Kreistag. Sollte der Bau gestoppt werden, rechnet die Kreisverwaltung mit Schadenersatzforderungen für die bereits erbrachte Leistungen sowie Kosten für die Rückbauten in geschätzter Höhe von neun Millionen Euro. Gegengerechnet werden könnte der Erlös für das Grundstück.