Harburg
Gefangenenchor

Nabucco Open Air in Lüneburg

Der Gefangenenchor zählt zu den bekanntesten Kompositionen von Giuseppe Verdi.

Der Gefangenenchor zählt zu den bekanntesten Kompositionen von Giuseppe Verdi.

Foto: www.paulis.de

Die Festspieloper Prag spielt Verdis berühmtes Bühnenwerk unter freiem Himmel auf dem Marktplatz.

Lüneburg. Die Festspieloper Prag führt in Lüneburg Verdis berühmte Oper Nabucco unter freiem Himmel auf. Diese prachtvolle Operninszenierung des dramatischen Spiels um Liebe und Macht hat schon Hunderttausende von Zuschauern begeistert. Die wunderschönen Stimmen, die spannende Handlung, die prächtigen Kostüme und das eindrucksvolle Bühnenbild ziehen die Zuschauer von Anfang an in den Bann.

Die Lüneburger Klassik-Fans erleben mit Giuseppe Verdis Nabucco eine der größten Opern der Musikgeschichte und zugleich ein wunderbares Open-Air-Spektakel. Höhepunkt ist der weltberühmten Gefangenenchor unter freiem Himmel gesungen. Der gewaltige Chor der Gefangenen erklingt mit einem Aufgebot an klangstarken und facettenreich singenden Solisten.

Open-Air-Produktionen bedeuten für jedes Opernensemble eine besondere künstlerische Herausforderung. Hier gilt es, Aufführung und Ambiente der Spielstätte zu einem unvergesslichen Opernspektakel zu vereinen. Sänger, Orchester, Regie und Technik müssen sich bei jeder Spielstätte neu auf die atmosphärischen und akustischen Gegebenheiten einstellen. Dies ist der Festspieloper Prag bei den bisherigen Sommer-Open-Air-Aufführungen mit mehr als zwei Millionen Zuschauern hervorragend gelungen.

Nabucco ist der italienische Name für Nebukadnezar

Nabucco, der italienische Name des babylonischen Königs Nebukadnezar, basiert auf dem Libretto des Italieners Temistowcle Solera (1816–1878). Die Handlung speist sich aus Legenden um den biblischen Herrscher Nabucco (Nebukadnezar II), König Babylons von 605 bis 562 vor Christus. Mit seiner Herrschaft sind Bauten wie das Ischtartor, die Hängenden Gärten und der Turmbau zu Babel verbunden. Hintergrund der Opernhandlung sind die Eroberung Jerusalems 587 v. Chr. und die Wegführung des jüdischen Volkes in babylonische Gefangenschaft 586 v. Chr. Das Libretto übernimmt daraus nur wenige Motive.

„Nabucco“ markiert den Beginn der „Galeerenjahre“ Verdis, in denen er sich von immer neuen Verträgen zum Schreiben von nicht immer erfolgreichen Opern treiben ließ. Der Begriff geht auf einen Brief Verdis von 1858 zurück: „Seit Nabucco habe ich sozusagen keine ruhige Stunde mehr gehabt. Sechzehn Jahre Galeerenarbeit“, schrieb der Komponist da – also von 1842 bis 1858.

Zugleich war „Nabucco“ der erste, ganz große Erfolg Verdis auf der Opernbühne. Dabei hatte er das Komponieren schon fast aufgegeben, nachdem seine Kinder und seine Frau kurz nacheinander gestorben waren. Aus der Trauer aber schöpfte er neue Kraft für seine Musik.