Hamburg

Gegen Elterntaxis: Poller schützen Wilhelmsburger Schule

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Lars Hansen
Kesbana Klein will das Bildungszentrum morgens und mittags autofrei halten.

Kesbana Klein will das Bildungszentrum morgens und mittags autofrei halten.

Foto: Kesbana Klein / HA

Versenkbare Sperren sollen am Bildungszentrum "Tor zur Welt" die Autos fernhalten und den Schulweg sicherer machen.

Harburg. Die Tatsache, dass viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, hat für Wilhelmsburg zu einer ungewöhnlichen Entscheidung geführt. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat bereits Mitte März beschlossen, das Bildungszentrum „Tor zur Welt“ morgens und mittags mit versenkbaren Pollern gegen die sogenannten Elterntaxis und anderen Autoverkehr zu sperren. Dies geht zurück auf eine Initiative der Sozialdemokraten mit einem Antrag der Wilhelmsburger Abgeordneten Kesbana Klein.

Das Bildungszentrum „Tor zur Welt“ in Wilhelmsburg ist ein Vorzeigeprojekt der Internationalen Bauausstellung IBA. Eine Kindertagesstätte, drei Schulen, ein Theater und vier Erwachsenenbildungsstätten sind um die Kreuzung Krieterstraße/Koppelstieg angesiedelt. Der Platz zwischen dem Helmut-Schmidt-Gymnasium und der Grundschule Elbinselschule, die so genannte „Agora“, soll als zentrale Begegnungsstätte dienen. Hier quert die Krieterstraße. Sie ist daher als so genannter „Shared Space“ angelegt, in dem Fußgänger Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern haben.

Morgens und mittags drängen sich die Autos

Morgens und Mittags ist das derzeit allerdings anders: Autos drängen sich dicht an dicht, fahren Wendemanöver und lassen wenig Raum. Ihr Ziel ist meistens die Elbinselschule. Die Grundschule ist so beliebt, dass sechs bis sieben Parallelklassen pro Jahrgang keine Seltenheit sind. Die zahlreichen Autos werden in der Regel von Eltern gefahren, die ihre Kinder so nahe wie möglich an die Schule heranbringen wollen.

„Viele Eltern wollen ihre Kinder vor den Gefahren des Schulwegs schützen, indem sie sie per Auto zum Unterricht bringen wieder abholen“, sagt Kesbana Klein. „Aber genau das sorgt dafür, dass die Situation rund um die Schule als besonders gefährlich wahrgenommen wird, weil die vielen Autos Chaos anrichten! Alle Versuche, diesen Teufelskreis zu durchbrechen – Aufklärungskampagnen, Appelle an die Vernunft, Kontrollen und Bußgelder – zeigten immer nur kurzfristig Wirkung. Deshalb musste jetzt eine andere Lösung her.“

Krieterstraße kann nicht dauerhaft gesperrt werden

Da die Krieterstraße nicht dauerhaft gesperrt werden kann, empfiehlt die Polizei eine temporäre Durchfahrtssperre mit absenkbaren Pollern. Dabei wird der Bereich am Koppelstieg mit den drei Zugängen zum Kreisel mithilfe der Poller und vorgeschalteten Ampeln an drei Stellen weiträumig abgesperrt: An Anfang und Ende der Einfahrten zur Krieterstraße sowie am Koppelstieg westlich der Einfahrt zum Lehrerparkplatz, so dass die Lehrer ihren Parkplatz weiterhin nutzen können. Diese Poller werden jeweils morgens und mittags hochgefahren. Für HVV, Polizei und Rettungsdienste bleibt die Durchfahrt mittels Transpondern an Bord bestehen. „So können die Schülerinnen und Schüler ungefährdet die letzten Meter zur Schule zu Fuß zurücklegen“, sagt Klein.

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