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Stadtautobahn A253: Die nächste lange Sperrung steht bevor

Für die Sperrung der Abfahrt Wilstorf und der Auffahrt Harburg-Mitte sind viele Umleitungen geplant.

Für die Sperrung der Abfahrt Wilstorf und der Auffahrt Harburg-Mitte sind viele Umleitungen geplant.

Foto: Lars Hansen / xl

Harburger befürchten erneut lange Staus, wenn am Sonntag die Nordseite der "Fischbauchbrücke" gesperrt wird.

Harburg.  Über den Winter hatten Autofahrer aus der Metropolregion auf der Harburger Stadtautobahn A253 freie Fahrt. Ab Sonntag, 24. Februar, ändert es sich wieder. Mindestens bis Ende Juli – auf einigen Schildern steht vorsichtshalber schon August – wird die stadtauswärts führende Nordseite der so genannten „Fischbauchbrücke“ zwischen Maretstraße und Abfahrt Neuland saniert. Das bedeutet primär, dass man an der Auffahrt Harburg Mitte nicht mehr auf die A253 n Richtung Wilstorf kommt und an der Abfahrt Wilstorf nicht mehr herunter. Grundsätzlich bleibt die Autobahn jedoch befahrbar, wenn auch nur auf einer Spur je Richtung.

Also alles halb so wild? Nicht ganz: Zwar bleibt der Durchgangsverkehr eingeschränkt möglich, innerhalb Harburgs ergibt sich durch die Baumaßnahme allerdings eine erneute Vollsperrung der Hohen Straße; dort, wo die nördlich der Maretstraße in die B75 einmündet – eine wichtige stadtteilverbindende Strecke. Wer von den östlichen Harburger Stadtteilen nach Marmstorf oder Eißendorf möchte oder umgekehrt, fährt hier entlang.

Sperrung der A253 führte schon 2018 zu langen Staus

Bereits im vergangenen Jahr, als die andere Brückenseite saniert wurde, war die Hohe Straße gesperrt. Der innerstädtische Verkehr wurde über den am wenigsten leistungsfähigen Teil des Harburger Rings, den Krummholzberg, umgeleitet. Vorbei an zahlreichen anderen innerstädtischen Verkehrshindernissen, wie der Südeinfahrt des Phoenixcenter, der Moorstraßen-Kreuzung und dem Knoten Bremer Straße/Knoopstraße. Lange Blechkarawanen durch Harburg waren die Folge. Auch diesmal denkt der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sich die Umleitung so – wohl wissend, was für Probleme sie verursacht.

Die Sperrung der Abfahrt Wilstorf soll ebenfalls ähnlich, wie im vergangenen Jahr umgangen werden – nur in umgekehrter Richtung: AS Harburg-Mitte – Hörstener Straße – Schlachthofbrücke – Hannoversche Straße und Winsener Straße. Wirklich flüssig geklappt hatte das 2018 nicht.

Ingenieure befürchten Rückstaus auf der Autobahn

Frank Wiesner, Bezirkspolitiker der Harburger SPD und hauptberuflich Verkehrsplaner, rät seinen LSBG-Kollegen deshalb, die Sperrung der Hohen Straße zu überdenken: „Ein Teil der Fahrzeuge von der A253 könnte dann an der Hohen Straße in Richtung Innenstadt abbiegen“, sagt er. „Dann wäre die Umleitung hinter dem Bahnhof auch leistungsfähig. Vor allem aber wäre die Harburger Innenstadt vom innerörtlichen Durchgangsverkehr entlastet.“

Die LSBG-Ingenieure befürchten allerdings Rückstaus auf der A 253 , wenn sie bei einspuriger Verkehrsführung die Ampel am Autobahnende nicht ausschalten könnten, weil damit weiterhin die Zu- und Abfahrt für die Hohe Straße geregelt werden müsste. Außerdem nutzen sie die Staufallenfläche als bequemes und kostengünstiges Baumateriallager.

Notwendigkeit der Sanierung ist unbestritten

Die Notwendigkeit der Baustelle an sich bezweifelt in Harburg kaum jemand. Gut 40 Jahre nach ihrer Einweihung muss die Autobahn von Unterbau bis Deckschicht grundsaniert werden. „Außerdem werden sämtliche Entwässerungsleitungen, sowie alle Schutz- und Leiteinrichtungen grundhaft erneuert“, sagt Christian Füldner, Sprecher der Verkehrsbehörde.

In der Behörde weiß man, dass die Umleitungen die Harburger Straßen stark belasten – und reagiert unorthodox: Eine weitere Sperrung wird verlängert. „Aufgrund der Belastungen des Harburger Innenstadtnetzes durch die Umleitungen werden die Arbeiten zum Anschluss der Hannoverschen Brücke verschoben“, sagt Füldner. „Der erforderliche Umbau der Kreuzung Buxtehuder Straße/Hannoversche Straße folgt erst nach Abschluss der Arbeiten an der A253.“