Harburg
Mehr Präsenz

Kampf gegen Müll und Wildpinkler wird verstärkt

Eine wilde Müllkippe am Moorburger Stieg. Die neuen Mitarbeiter im Polizeidienst sollen auch gegen Umweltsünder vorgehen   

Eine wilde Müllkippe am Moorburger Stieg. Die neuen Mitarbeiter im Polizeidienst sollen auch gegen Umweltsünder vorgehen   

Foto: Jörg Riefenstahl

Bis zu 15 neue Mitarbeiter im Polizeidienst sollen in Harburg für mehr Ordnung in der Öffentlichkeit sorgen

Die Polizei wird auf Harburgs Straßen, Plätzen und in Parks in Zukunft stärker präsent sein: Bis zu 15 zusätzliche Angestellte im Polizeidienst (AIP) sollen schon bald für mehr Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum sorgen. Die Ordnungshüter werden im Laufe dieses Jahres in Harburg ihren Dienst antreten, teilte der neue Leiter des Polizeikommissariats 46, im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt mit. Der genaue Termin stehe noch nicht fest.

Zu den Aufgaben der neuen Mitarbeiter im Polizeidienst gehöre es, Gefahren für die Umwelt abzuwehren – Stichwort Vermüllung. Sie sollen aber auch Verkehrsordnungswidrigkeiten erkennen und ahnden. Und ganz allgemein der „Gefährdung des gemeinschaftlichen Miteinanders“ durch ihre lokale Präsenz begegnen.

Die neuen Ordnungshüter könnten auch bei größeren Veranstaltungen in Harburg, Neugraben oder in Wilhelmsburg gebündelt eingesetzt werden – etwa als Doppelstreifen, betont der neue Polizeichef.

Auch gegen Falschparker, Lärmbelästigungen und freilaufende Hunde sollen die Neuen im Harburger Polizeidienst vorgehen. Raser in Tempo-30-Zonen, Rotlichtverstöße von Fußgängern und Radfahrern, so genannte „Wildpinkler“, aber auch Wildgriller in Grün- und Erholungsanlagen und Leute, die beispielsweise ihre Fahrradleichen im öffentlichen Raum entsorgen, geraten verstärkt in den Fokus.

Die bis zu 15 neuen Kräfte sind ein Teil von insgesamt 100 neuen AIPs, die bis Mitte kommenden Jahres hamburgweit zusätzlich eingesetzt werden sollen. Die Personalkosten trägt die Stadt. Sie werden mit drei bis vier Millionen Euro veranschlagt. Die Sicherheitslage in Hamburg sei gut, die Zahl der Straftaten sinke, doch die Wahrnehmung der Bürger sei eine andere, hatte Innensenator Andy Grote (SPD) bereits bei der Ankündigung des Projekts im Sommer vorigen Jahres betont. „Wir wollen die örtliche Präsenz, Sichtbarkeit und Ansprechbarkeit der Polizei deutlich erhöhen.“

Keine Neuauflage des Ordnungsdienstes

Die neue Dienstgruppe sei keine Neuauflage des – vor mehreren Jahren abgeschafften – Bezirklichen Ordnungsdienstes, stellt Grote klar. „In Wahrheit hat der nie funktioniert.“ Nur eine Minderheit habe den Bezirklichen Ordnungsdienst überhaupt wahrgenommen. Die neuen AIPs könnten beispielsweise das Parkraummanagement und die so genannten Waste Watcher ergänzen, die sich um illegal weggeworfenen Müll kümmern sollen.

Die Nutzung des öffentlichen Raumes in Hamburg sei intensiver geworden. Das sei zu begrüßen, so sagte Grote bei der Ankündigung. „Doch es funktioniert nur, wenn die Spielregeln einigermaßen eingehalten werden.“ In manchen Grünanlagen sehe es nach dem Wochenende aus wie nach einer „Versuchssprengung“. Ordnungswidrigkeiten dieser Art dürfe die Polizei nicht länger ignorieren, weil sie „Wichtigeres zu tun habe.“ An dem Punkt setzt die neue Dienstgruppe in Harburg an. „Wir wollen Grün- und Erholungsanlagen stärker überwachen. Die lokale Präsenz wird erhöht“, sagt Noetzel. „Es geht darum, erkennbarer zu werden und mehr Bürgernähe zu praktizieren.“

Die Angestellten im Polizeidienst erhalten im Gegensatz zur dreijährigen Ausbildung eines Polizeibeamten lediglich eine dreimonatige Kurzausbildung. Sie tragen eine Uniform, damit sie für jeden erkennbar sind. In Harburg werden die AIPs zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein. „Wir wollen mit den Bürgern ins Gespräch kommen.“, sagt Dirk Noetzel.