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Radschnellwege: Landkreis ruft zur Beteiligung auf

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Vorbild für einige Radschnellwege in der Metropolregion: Die Nordbahntrasse bei Wuppertal, die 2014 in Betrieb genommen wurde.

Vorbild für einige Radschnellwege in der Metropolregion: Die Nordbahntrasse bei Wuppertal, die 2014 in Betrieb genommen wurde.

Foto: dpa

Hunderttausende Anwohner der Metropolregion könnten von neuen Trassen profitieren. Planungsverfahren beginnt.

Winsen.  Wo könnten die Trassen verlaufen? Wie werden Naturschutzbelange berücksichtigt? Kann ich mich mit eigenen Ideen beteiligen? Die anlaufende Planung für Radschnellwege beschäftigt die Menschen in der Region. Der Landkreis Harburg weist deshalb darauf hin, dass weder Trassen noch detaillierte Verläufe bislang festgelegt sind.

Die Trassenfindung ist die Kernaufgabe mehrerer Machbarkeitsstudien, Aussagen zu Ausbaustandards und Flächenverbrauch sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.

Mehrere Trassen für Radschnellwege in Planung

Das Projekt Radschnellweg Tostedt-Buchholz-Hamburg ist noch nicht gestartet, für den Radschnellweg Lüneburg-Hamburg hat es immerhin bereits ein Auftakttreffen geben. Bei der Strecke Tostedt-Hamburg werden die betroffenen Kommunen (Samtgemeinde Tostedt, Buchholz, Rosengarten und Seevetal) in Kürze gemeinsam den Untersuchungsraum abgrenzen und anschließend die Planungsleistung ausschreiben.

Bei der Strecke Lüneburg – Hamburg gibt es erste Ideen für grobe Varianten. Diese orientieren sich größtenteils am bestehenden Straßen- und Wegenetz. Gutachter sollen eine optimale Trassenführung zu ermitteln, die nicht auch dem Natur- und Flächenschutz Rechnung trägt. Ob und in welchem Umfang dabei neue Wege (mit zusätzlicher Versiegelung) geschaffen werden oder bestehende Wege genutzt werden können, muss die Feinplanung zeigen.

Entsprechende Belange, so verspricht der Landkreis, werden in die Bewertung der Trassenvarianten einfließen.

Mehr als 400.000 Menschen würden profitieren

Ergebnis einer Voruntersuchung ist, dass im Untersuchungsraum Tostedt-Buchholz-Hamburg rund 180.000 Menschen von einem Radschnellweg profitieren könnten. Im Untersuchungsgebiet des Radschnellwegs Lüneburg – Hamburg sind es sogar rund 250.000 Menschen.

Ziel des Projektes ist es, eine realisierbare Trasse für einen Radschnellweg zu finden. Durch die abgestimmte Planung sollen die Kommunen die Möglichkeit bekommen, ihre eigenen lokalen Radverkehrsnetze angepasst zu planen und zu entwickeln. Die Errichtung von Radschnellwegen sowie der tatsächliche Ausbaustandard wird sich am örtlichen Bedarf orientieren.

Bürgerbeteiligung für zwei Radschnellwege online

Für die Radschnellwege Lüneburg – Hamburg sowie auch Stade – Hamburg läuft bereits jetzt eine Onlinebeteiligung, bei der Trassenvorschläge und weitere Anmerkungen frühzeitig eingebracht werden können. Für die Strecke Tostedt – Hamburg wird eine Befragung nach der Beauftragung des Planungsbüros freigeschaltet. Darüber hinaus soll es Workshops geben, bei denen Trassenvarianten diskutiert werden. Erst nach Bürgerbeteiligung und Befassung der Politik werden Vorzugsvarianten festgelegt, die dann vom Planungsbüro detailliert ausgearbeitet werden.

Katja Bendig, Sprecherin des Landkreises: „Der Landkreis Harburg und die beteiligten Kommunen freuen sich auf die konstruktive Mitarbeit von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Politik, um ein Vorhaben voran zu bringen, das die Möglichkeit bietet, den Umweltverbund aus Öffentlichem Personennahverkehr und Radfahren zu stärken.“

( HA )

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