Harburg
Ausstellung

St. Pauli und Altona zwischen 1940 und 1970

Szene auf dem Hamburger Dom, 1948

Szene auf dem Hamburger Dom, 1948

Foto: Germin / Germin/Kunsthaus Stade

Das Kunsthaus Stade zeigt Fotografien von Herbert Dombrowski, Anders Petersen und Germin.

Stade.  Einfühlsame und faszinierende Einblicke in die Jahre zwischen 1940 und 1970 in Altona und St. Pauli werden in den Schwarz-Weiß-Arbeiten der drei Fotografen Herbert Dombrowski (1917–2010), Anders Petersen (*1944) und Germin (1910–2001) gegeben. Eine Auswahl von rund 140 Fotos zeigt Momentaufnahmen aus den verschiedensten Lebenssituationen in den berühmten Stadtteilen am Hamburger Hafen.

Der Mythos des Vergnügungsviertels, die Liberalität des „Tors zur Welt“ und das alltägliche Leben in den Arbeiterquartieren werden gezeigt und rufen einerseits Erinnerungen wach, erwecken andererseits aber auch ein realhistorisches Bild einer legendären Epoche zwischen NS-Regime und Wirtschaftswunder. Die Fotografien zeigen die Geschichten der Menschen, die dort lebten und arbeiteten, und sind Zeugnis eines steten Wandels zwischen Verlust und Hoffnungslosigkeit, aber auch Aufbruch und Tatkraft. Die Fotografien von Dombrowski, Petersen und Germin sind damit mehr als ein Zeugnis der Stadtgeschichte, führen sie doch vor Augen, dass es die Menschen sind, die „den Kiez“ geprägt haben.

Herbert Dombrowski (1917–2010) wurde in Hamburg geboren und arbeitete seit den Nachkriegsjahren als Berufsfotograf mit eigenem Studio. Zusätzlich zu Aufträgen wie der Dokumentation des Altbaubestandes der Altonaer Altstadt fotografierte er immer wieder Menschen in Alltagssituationen, Werftarbeiter und Schiffe im Hamburger Hafen. Anders Petersen (geboren in Solna, Schweden) zählt zu den maßgebenden Fotografen seiner Generation. Seit seiner Ausbildung an der Fotoschule von Christer Strömholm gilt sein berufliches Interesse besonders den Einzelgängern und gesellschaftlichen Außenseitern.

In der Ausstellung ist seine berühmte Fotoserie „Café Lehmitz“ zu sehen. Germin (1910–2001), bürgerlich Gerd Mingram, hielt seine Geburtsstadt Hamburg mehr als 40 Jahre lang fotografisch fest, porträtierte die bauliche und gesellschaftliche Entwicklung. Besonders das Arbeitsleben wird von ihm durch Aufträge verschiedenster Hamburger Unternehmen umfangreich dokumentiert.

Es war einmal. St. Pauli und Altona in Fotografien Kunsthaus Stade, Wasser West 7, 9. Februar bis 5. Mai.