Harburg
Buchholz

Ein Bläserquintett mit Choreografie

Das Bläserquintett Carion hat zu jedem Werk eine eigene Choreografie.

Das Bläserquintett Carion hat zu jedem Werk eine eigene Choreografie.

Foto: Rune Johansen

Ensemble Carion spielt in Buchholz Werke von Mozart, Strawinsky, Hindemith und anderen.

Buchholz.  Über Bläsermusik lässt sich vieles sagen. Etwa: „Bläser sind laut“, oder auch: „Blasinstrumente mischen sich schlecht miteinander“. Laut sind vor allem die Blechbläser – die sind bei einem klassischen Bläserquintett mit Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn jedoch in der Unterzahl, besteht es doch aus. Paarweise Oboen, Hörner und Fagotte, später noch Klarinetten, waren ein erster Anlauf zu einem mischfähigen Ensemble. Kleinere Fürstenhöfe im 18. Jahrhundert beschäftigten sie, die zudem nicht zu teuer waren, und Komponisten, die es vermutlich auch nicht waren.

Heraus kam Musik, bei der man hin- oder weghören mochte, aber sicher nicht die feine Kammermusik. Die komponierte nur einer: Mozart – mehrere Serenaden, zum Beispiel die mit der Nummer 375 im Köchel-Verzeichnis. Mozart schrieb an seinen Vater: „die haubtursache aber warum ich sie gemacht, war, um dem Herrn von Strack etwas von mir hören zu lassen. Und deswegen habe ich sie auch ein wenig vernünftig geschrieben.“ Dennoch gab es wenige gute Kompositionen, man behalf sich mit der Bearbeitung von Meisterwerken für diese Harmoniemusik genannten Ensembles.

Ende des 18. Jahrhunderts „erfand“ der Komponist Anton Reicha das Bläserquinett: Die Ausrichtung von Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott an der Obertonreihe ermöglichte die Mischung der Klänge. Unmengen an Quintetten sind seither geschrieben und arrangiert worden. Einen kleinen Teil präsentiert das dänisch-estnische Quartett Carion in der Reihe Kammermusik in Buchholz (KIB) mit Dreams of Freedom von Ligeti, Sechs Bagatellen für Bläserquintett von Vasks, die erwähnte Mozart-Serenade Es-Dur KV 375, Musik der vertriebenen Vögel von Strawinsky und die Kleine Kammermusik op.24,2 von Hindemith.

Dora Seres (Querflöte), Egils Upatnieks (Oboe), Egils Sefers (Klarinette), David Palmquist (Horn) und Niels Larsen (Fagott) spielen auswendig und zeigen in einer Choreografie die Struktur der Musikstücke. Die Musik wird so leicht verständlich. Wer mehr wissen möchte, kann vor dem Konzert an einer Einführung teilnehmen und im Anschluss mit den Musikern ins Gespräch kommen.

Carion, Sonntag, 10. Februar, 20 Uhr, Albert-Einstein-Gymnasium Buchholz, Buenser Weg, Eintritt 18 Euro, ermäßigt 4 Euro, Einführung um 19.15 Uhr.