Harburg
Entsorgung

Im Landkreis Harburg kommen die ersten Biotonnen

Frank Sameluck, Betriebsleiter der Abfallwirtschaft (l.), und Michael Kröger, Produktverantwortlicher für Abfallwirtschaftliche Planung und Dienstleistung beim Kreis Harburg,  stehen in Trelde vor den neuen Tonnen.

Frank Sameluck, Betriebsleiter der Abfallwirtschaft (l.), und Michael Kröger, Produktverantwortlicher für Abfallwirtschaftliche Planung und Dienstleistung beim Kreis Harburg, stehen in Trelde vor den neuen Tonnen.

Foto: Rolf Zamponi

Die Herstellerfirma liefert die Behälter von Montag an in drei Größen aus. 60-Liter-Tonne kostet im Jahr 16,62 Euro.

Trelde/Buchholz.  Ein kreisweit immer wieder und lange diskutiertes Projekt wird real: Von Montag an wird die Firma Sulo die ersten von insgesamt 67.000 bestellten Biotonnen innerhalb des Landkreises verteilen. „Wenn alles planmäßig läuft, ist die Aufgabe bis zur letzten Märzwoche abgeschlossen“, verspricht Frank Sameluck, Betriebsleiter der Abfallwirtschaft des Landkreises. „In den ersten beiden Aprilwochen können dann noch unklare Fälle abgearbeitet werden.“ Das Sammeln der Bioabfälle beginnt aber erst vom 15. April an.

Am Freitag lagerten die ersten gut 8000 Tonnen noch beim Heinz Husen Containerdienst in Trelde. Die braunen, ineinander gestapelten Behälter bilden auf dem Gelände eine riesige dunkle Wand. „Die Tonnen sind drei Wochen früher als erwartet angekommen“, sagt Husen-Geschäftsführer Jens Möller. Der Hintergrund: Auch aus Bayern lagen Bestellungen für neue Behälter vor. Nach der Produktion konnten sie aber wegen der starken Schneefälle vor Ort nicht abgeholt werden. „Sulo musste Platz schaffen und hat die Bestellung aus dem Landkreis Harburg eher nach Norden geschickt“, erklärt Möller.

Das Gros der Tonnen fasst 60 Liter. Knapp 6000 Mal haben Kunden aber auch 120-Liter-Gefäße und 2500 Mal Gefäße für 240 Liter bestellt. „Mit einer Anschlussquote von 75 Prozent sind wir sehr zufrieden“, sagt Sameluck. Er hatte zunächst mit nur 60 Prozent gerechnet. Die 60-Liter-Tonnen kostet jährlich 16,62 Euro, die 120 Liter-Tonne 33,24 Euro und die 240-Liter-Tonne 66,48 Euro. Wer keine Tonne hat, kann kompostieren. Gewerbebetriebe, bei denen wenig Grün-, Garten- und Küchenabfälle anfallen, konnten sich von der Pflicht befreien lassen, eine Tonne zu bestellen.

Die Verteilung beginnt in Appel, Drestedt und Holvede

„Wichtig ist uns, dass kein Plastik in den Müllkreislauf gerät. Darauf werden wir mit Argusaugen achten“, sagt Betriebsleiter Sameluck. „Am besten ist es, entweder Papier in die Tonnen zu legen oder Papiertüten zu nutzen.“

Die Biotonnen werden ortsweise verteilt. Während der kommenden Woche gehen die Lieferungen an Kunden in Appel, Drestedt, Halvesbostel, Holvede, Heidenau, Tostedt, Kampen, Welle, Wenzendorf, Wistedt, Hollenstedt, Bötersheim, Kakenstorf, Königsmoor, Moisburg, Otter, Todtshorn, Holtorfsbostel, Rahmstorf, Regesbostel und Todtglüsingen. Wer wissen möchte, in welcher Woche er dran ist, kann die Termine auf den Internetseiten der Abfallwirtschaft unter www.abfallwirtschaft.landkreis-harburg.de. ablesen. Die Kreisverwaltung will zudem Woche für Woche informieren, welche Orte an der Reihe sind.

Damit die Kunden der Abfallwirtschaft wissen, welches „ihre“ Biotonne ist, tragen alle Behälter bei der Auslieferung einen Aufkleber mit der Behältergröße und der Adresse des Grundstücks. Die Tonnen werden auf die Grundstücke oder an die Grundstücksgrenzen gestellt. Die Empfänger müssen dafür nicht zu Hause sein.

Alle 14 Tage werden die Tonnen von Dörner geleert

Über die Biotonne werden ab 15. April 2019 alle biologisch abbaubaren Abfälle aus der Küche wie Gemüseputzreste, Fleisch- und Fischreste und Reste von gekochten und rohen Speisen entsorgt. Außerdem können feuchte Gartenabfälle wie Rasenschnitt, Pflanzenreste und Laub aufgenommen werden.

Alle 14 Tage werden die Tonnen von der Firma Dörner geleert und auf das Gelände des Containerdienstes nach Trelde gebracht. Dafür wird auf einem bereits vorbereiteten Gelände eine Halle gebaut. Die Lkw werden in Trelde entladen und der Biomüll dann per Sattelzug nach Tangstedt (Schleswig-Holstein) gebracht. Dort entsteht in einer Vergärungsanlage Biogas, das ins Netz eingespeist wird“, weiß Sameluck. Die Gärreste gehen als Kompost in die Landwirtschaft.

Trotz der neuen Tonnen wird zunächst bis Ende 2020 die regelmäßige Grünabfall-Straßensammlung mit Säcken und Wertstoffschnüren beibehalten – dann wird entschieden, ob weiter Bedarf besteht. Auch die Möglichkeit zur Selbstanlieferung für Grünabfälle in den Grünabfallsammelstellen bleibt bestehen. Mit der Biotonne setzt der Kreis Harburg eine Vorgabe der Bundesregierung um. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt den Kommunen vor, Bioabfälle getrennt einzusammeln.

Hilfe bei Fragen

Fragen zur Biotonne und zum Service der Kreis-Abfallwirtschaft beantworten die Mitarbeiter der Abfallberatung unter Telefon: 04171 693/694 oder über E-Mail an: abfallberatung@lkharburg.de.

Die jährliche Info-Broschüre der Abfallwirtschaft „Tipps & Termine“, die im Dezember 2017 verteilt wurde, gilt noch bis Anfang April. Die neue kommt im März und ist vom 15. April bis zum 31. Dezember gültig.

Mitarbeiter der Abfallberatung informieren auch unter Telefon 04171/693 471 (Montag bis Donnerstag 7.30 bis 16 Uhr; Freitag 7.30 Uhr bis 13 Uhr) oder E-Mail: abfallwirtschaft@landkreis-harburg.de.