Harburg
Elstorf

Rat vertagt Entscheidung über Windkraftanlage

Solche Anlagen wie zwischen Daensen und Immenbeck sind auch im  Windpark Ardestorf geplant.

Solche Anlagen wie zwischen Daensen und Immenbeck sind auch im  Windpark Ardestorf geplant.

Foto: Axel Tiedemann / AT

SPD-Fraktion in Neu Wulmstorf will neuen Rotor in Elstorf ausführlicher diskutieren. Auch der Naturschutz hat Bedenken.

Neu Wulmstorf.  Gut 200 Meter hoch soll der neue Windrotor werden, den das Bremer Unternehmen „Energie Kontor“ im Westen von Elstorf bauen will. Das wäre doppelt so hoch wie die beiden älteren Rotoren im benachbarten Grauen. Doch mit der erhofften zügigen Genehmigung wird es wohl nichts: Zwar sollte im Bau-Ausschuss der Gemeinde Neu Wulmstorf dazu jetzt für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan der Satzungsbeschluss fallen. Doch die Politik vertagte. „Wir haben noch Beratungsbedarf“, sagt der SPD-Politiker Thomas Grambow.

Denn parallel zum Elstorfer Bebauungsplan muss die Neu Wulmstorfer Kommunalpolitik demnächst auch über einen weiteren ähnlichen Bebauungsplan entscheiden, der in der Nähe den Bau von gleich drei weiteren Rotoren bei Ardestorf vorsieht, die von der Genossenschaft Bürgerenergie Buxtehude geplant werden. Grambow: „Wir wollen die Verfahren aber nicht isoliert betrachten.“

Tatsächlich ist die Gemengelage bei der Genehmigung dieser neuen Windenergieanlagen etwas verworren, weil hier mehrere Pläne ineinander greifen: So hat der Kreis Harburg gerade mit seinem Regionalen Raumordnungsprogramm sehr großmaßstäblich Vorrangflächen für Windkraft ausgewiesen — wo die beiden neuen Neu Wulmstorfer Standorte auch aufgeführt sind. Noch ist das Raumordnungsprogramm aber durch das Land nicht genehmigt. Und gleichzeitig brauchen die Betreiber von der Gemeinde auch noch die Genehmigung durch einen Bebauungsplan, der konkrete Standorte, Wege und ähnliches festlegt. Hinzu kommt: Speziell bei dem Ardestorfer Projekt gibt es beim Kreis offensichtlich noch Naturschutzbedenken, weil seltene Greifvögel gefährdet sein könnten. Eine endgültige Klärung dazu sei erst im Juni zu erwarten, vermutet Grambow: „Hier rühren einfach zu viele Köche in der Mahlzeit rum, und wir wissen noch nicht, wie sie schmecken wird.“