Harburg
Landkreis Harburg

Kreis plant 160 günstige Wohnungen

Im kommunalen Wohnungsbau werden in 2019 die ersten Projekte fertig. Aber das anvisierte Tempo ist nicht einzuhalten.

Kreis Harburg.  Die Kreiswohnungsbaugesellschaft (KWG) startet mit sieben Projekten in das Jahr 2019. An den Standorten sind nach den jetzigen Planungen 160 Wohnungen in Geschossbauten, Reihen- und Doppelhäusern vorgesehen. Am weitesten fortgeschritten ist das Projekt in Salzhausen, mit dem Anfang Juni begonnen wurde. Für das Haus mit Satteldach soll am 16. Januar Richtfest gefeiert werden. „Wir wollen Mitte des Jahres fertig sein. Für die zehn Wohnungen gibt es zahlreiche Bewerber“, sagt Joachim Thurmann, der Geschäftsführer der KWG.

Grundsätzlich sollen alle Wohnungen für 8,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Ziel ist es, durch moderne und bewährte Bauweisen eine Warmmiete um die elf Euro zu erreichen. Ein Zeitfaktor für den Baufortschritt sind die politischen Diskussionen über Bebauungspläne sowie der Kauf der Grundstücke. Noch Anfang Juni, beim ersten Spatenstich in Salzhausen, hatte Thurmann mit bis zu 350 fertigen Wohnungen auf 14 Grundstücken bis Ende 2019 gerechnet. Dieses Tempo ließ sich nicht durchhalten. Insgesamt soll die Gesellschaft bis Mitte der 20er Jahre 1000 von 3000 der notwendigen Wohnungen im Kreis bauen.

Ihre Sozialwohnungen plant die KWG ohnehin erst von 2020 an. Hintergrund ist eine avisierte, verbesserte finanzielle Förderung, über die der Landtag voraussichtlich im März oder April entscheiden soll. Die Initiative dafür ging vom Bündnis für bezahlbares Wohnen aus, an dem sich die Spitzenverbände der Wohnungswirtschaft, Verwaltungen und Sozialverbände beteiligen. Sie gehen davon aus, dass landesweit 40.000 Wohnungen fehlen – die nun in vier bis fünf Jahren entstehen sollen.

Als entscheidende Veränderung sollen die bislang gewährten günstigen Zinsen der Investitionsbank NBank des Landes, die heute überall zu haben sind, um einen Tilgungszuschuss von 30 Prozent auf die anerkannten Baukosten ergänzt werden. Allerdings wird der Zuschuss erst 20 Jahre nach der Fertigstellung einer Sozialwohnung überwiesen. Dazu soll künftig eine differenzierte Miete zugelassen werden, je nachdem ob die Grundstücke in einer Metropolregion wie Hannover, Bremen oder im Fall des Landkreises nahe Hamburg liegen. „Mit 6,10 Euro statt 5,60 Euro werden die Projekte für uns finanzierbar“, sagt Thurmann. Derzeit sollen 300 der 1000 Wohnungen als Sozialwohnungen vermietet werden.

Als nächstes Projekt nach Salzhausen sollen auf einem vom Winsener Kirchenkreisamt in Erbbaupacht für 75 Jahre bereitgestellten Grundstück in Jesteburg neun Geschoss-Wohnungen entstehen. „Der Bauantrag läuft, wir rechnen mit der Genehmigung noch für Januar“, sagt Thurmann. Sogar 16 Wohnungen sind zunächst für Klecken geplant – ebenfalls im Geschossbau, hier mit Staffelgeschoss und Tiefgarage. Ähnliche Typen stehen bereits in Maschen und Stelle. „Wir wollen die guten Beispiele wiederholen und haben Verträge mit General-Übernehmern geschlossen, die auf ein Netzwerk von Firmen zurückgreifen können“, sagt der KWG-Chef. Hier sollen die Bauanträge Ende des Monats gestellt und die Häuser Anfang 2020 fertig sein.

Bislang arbeitet die Gesellschaft des Landkreises mit fünf General-Übernehmern zusammen, von denen nur einer seinen Sitz im Landkreis hat. Das hatte zu scharfer Kritik von der Kreis-Handwerkerschaft geführt. Thurmann will jetzt Aufträge für Arbeitsgemeinschaften und einzelne Gewerke für Firmen ausschreiben. „Bislang ging es vor allem darum, eingespielte Teams zu engagieren und Häuser zu bauen, für die eine Planung vorliegt. Das reduziert die Kosten, so dass eine Miete von 8,50 Euro kalkuliert werden kann.“

Große Projekte der Wohnungsbaugesellschaft sind für das neue Winsener Baugebiet Norderbülte mit 30 Geschosswohnungen und 21 Reihenhäusern sowie im Jesteburg an der Brett-
beekskoppel mit zwei Mehrfamilienhäusern (20 Wohnungen) und 14 Reihenhäusern vorgesehen. In Jesteburg ist auf dem Baugebiet sogar Platz für 70 Wohnungen. Derzeit wird über einen weiteren Bauträger sowie über den Lärmschutz wegen eines geplanten Gewerbegebietes diskutiert. Geht es nach Thurmann, könnte der Bau der Reihenhäuser zum 1. Juli begonnen und im Jahr 2020 fertiggestellt werden. Der Flächenkauf steht aber noch aus.

Die Planungen der KWG beinhalten zudem noch jeweils zwei Mehrfamilienhäuser in Hanstedt und in Marschacht mit jeweils zehn, also zusammen 40 Wohnungen. Baubeginn möglichst 2019. Der Bedarf ist groß, die Zeit drängt.