Harburg
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Bezirk sieht Potenzial für weitere 1000 Wohnungen

Die Fassade der Gummi-Waaren Compagnie steht unter Denkmalschutz, ein Problem für die Planung.

Die Fassade der Gummi-Waaren Compagnie steht unter Denkmalschutz, ein Problem für die Planung.

Foto: Thomas Sulzyc

Bauprogramm 2019 nennt sechs zusätzliche Flächen, darunter das Projekt HafenQuartier im Binnenhafen.

Harburg.  Der Bezirk Harburg hat Flächenpotenziale für zusätzliche 7849 Wohneinheiten, so steht es im Wohnungsbauprogramm 2018. Die Fortschreibung des Programms, die am Montagabend im Stadtplanungsausschuss präsentiert wurde, benennt weitere Flächen, die für den Neubau von rund 1000 zusätzlichen Wohnungen in Frage kommen. Gleichzeitig wurden drei Flächen gestrichen, weil dort der Bau von 284 Wohnungen begonnen hat oder die Gebäude schon fertiggestellt sind.

Nach den Vorgaben des Senats sollen in Harburg jährlich 800 Wohnungen entstehen. Dieses Ziel wird leicht erfüllt, auch durch die drei großen Neubaugebiete in Neugraben-Fischbek. 2017 erteilte der Bezirk Baugenehmigungen für 1282 Wohneinheiten. Im vergangenen Jahr war das Soll bereits nach drei Quartalen erfüllt (889 Wohnungen), bis einschließlich Oktober 2018 war bereits der Bau von 964 Wohnungen genehmigt worden.

Das Wohnungsbauprogramm 2019 nennt nun sechs neue Potenzialflächen, zusätzlich zu den 55 verbliebenen Flächen aus dem Programm 2018. Das größte zusätzliche Potenzial sieht Harburgs Baudezernent Jörg Heinrich Penner und seine Kollegen vom Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung auf dem ehemaligen Grundstück der New York-Hamburger Gummi-Waaren Compagnie, dem östlichen Eingangsbereich des Harburger Binnenhafens. In dem dortigen Projekt „HafenQuartier“ könnten rund 350 Wohneinheiten entstehen.

Auf dem Grundstück zwischen der Narten-, Neuländer und Hannoverschen Straße stehen denkmalgeschützte Industriebauten aus der Zeit der Gummiproduktion. Sie sind stark mit Schadstoffen belastet und können weder zum Wohnen noch als Büros oder Werkstätten genutzt werden. Dadurch war die Entwicklung des Grundstücks über Jahre nicht voran gekommen.

2017 kaufte eine Investorengruppe das Terrain und präsentierte einen ersten Entwurf des Büros tecArchitecture. darin enthalten war ein Neubau für studentisches Wohnen und ein 14-stöckiges Wohnhochhaus. Derzeit werde gemeinsam mit dem Bezirksamt ein „vorhabenbezogener Bebauungsplans“ erarbeitet, so die Bezirksverwaltung. Mit einem Baubeginn vor 2023 rechnet sie allerdings nicht.

Rund 300 Wohnungen könnten entstehen, wenn die eingeschossigen Ladenzentren in Wilstorf (Hohe Straße) und Marmstorf (Ernst-Bergeest-Weg) abgerissen und durch mehrstöckige Gebäude ersetzt werden, rechnen die Stadtplaner vor. Solche Gebäude passten ohnehin besser zum höher bebauten Umfeld. In den Erdgeschossen sollten Einzelhändler einziehen; die Obergeschosse wären dem Wohnen vorbehalten. In Wilstorf könnten um die 200 Wohnungen entstehen, in Marmstorf 100.

An beiden Orten gibt es jedoch noch keine konkreten Bauprojekte. Dasselbe gilt für zwei potenzielle Baugebiete am Lichtenauer Weg (Eißendorf) und im Bereich Dritte Meile/Ohrnsweg in Fischbek. Auf der ersten Fläche könnte ein Sportplatz überbaut und 170 Wohnungen geschaffen werden. In Fischbek wäre ein Spielplatz betroffen, hier könnten um die 150 Wohnungen entstehen. Die sechste Fläche liegt in Harburg an der Marienstraße 40. Hier gibt es ein Bauprojekt für 30 Wohneinheiten.