Harburg

„Ich bringe den Menschen zu sich selbst“

Dr. Nele Klose begleitet als Coach Menschen, die sich verändern wollen.

Dr. Nele Klose begleitet als Coach Menschen, die sich verändern wollen.

Foto: Hanna Kastendieck / HA

Der Abendblatt-Adventskalender – Menschen, die Türen öffnen. Heute: Dr. Nele Klose, die als Coach bei Veränderungen begleitet.

Harburg.  An dem Abend, als sie für den tumorerkrankten jungen Mann ein Schmerzmittel per Telefon anordnete, anstatt sich zu ihm zu setzen und seine Ängste ernst zu nehmen, wusste Nele Klose, dass sie so nicht weitermachen konnte. Und dass es an der Zeit war, sich eine andere Aufgabe zu suchen.

Sie hatte Medizin studiert, weil sie Menschen helfen wollte. Aber was sie nicht aushalten konnte, war die Tatsache, dass sie als Chirurgin im Krankenhaus den Patienten selten mehr geben konnte als das medizinische Minimum. Also kündigte sie und absolvierte eine Ausbildung für Coaching und Organisationsentwicklung.

Inzwischen arbeitet die 36-Jährige selbstständig als Coach und begleitet Menschen, die sich verändern wollen – sei es beruflich oder privat. Sie erarbeitet mit ihren Klienten Wege, berufliche Herausforderungen und Konflikte zu meistern, entwickelt mit ihnen neue Perspektiven für alte Probleme und hilft ihnen dabei, Klarheit für ihren eigenen Weg zu finden. „Es gibt Ziele, die ohne erfahrenen Bergführer nicht zu erreichen sind“, sagt sie. „In solchen Fällen bin ich an der Seite und unterstütze.“

Dabei gehe es nicht darum, was sie als Coach denke, sondern herauszufinden, was das Ziel des Klienten sei, und welchen Weg er auswählen will. „Ich überfalle nicht mit Ratschlägen, sondern ich stelle Fragen, die den Blick von Außen auf die Situation erlauben und den Klienten wertvolle Erkenntnisse ermöglichen.“

Zu ihr kommen Menschen, die unzufrieden mit ihrem Arbeitsfeld sind, über einen Berufswechsel nachdenken oder Konflikte mit Kollegen haben. „Ich bringe den Menschen nicht zum Erfolg, sondern zu sich – dann findet ihn der Erfolg von selbst“, sagt sie. So wie den Informatiker, der zu ihr kam, weil er unzufrieden mit seinem Leben war. Systematisch begannen sie die Situation zu analysieren. Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Arbeit für Frust sorgte, obwohl Leistung gut anerkannt wurde.

„Bei der vertiefenden Frage nach Werten und Arbeit kam raus, dass er begeistert für Weltfrieden, Yoga und Umweltschutz war“, sagt Nele Klose. „Sein Arbeitgeber aber war ein Unternehmen, das Atomkraftwerke mit intelligenter Technik versorgte. Das ging absolut gegen seine Werte und drückte jeden Tag auf seine Stimmung.“

Im Laufe der Sitzungen lockerte sich seine Überzeugung, die ihn bisher von einem Wechsel abgehalten hatte. Er fand eine neue Stelle, bei der die Werte mit den seinen übereinstimmen, das Tagwerk als sinnstiftend empfunden wurde. Manchmal fehlt nur eine kleine ‚Zutat‘ und die Sicht auf die Dinge ist plötzlich glasklar“, sagt Nele Klose. „Ich kann nicht Lebenszufriedenheit verkaufen, aber den Prozess dorthin unterstützen.

Oft sind die Hindernisse, die man sieht, nur vorgeschobene Gründe. Die ehemalige Chirurgin spricht aus Erfahrung. Als sie nach Medizinstudium und Doktorarbeit endlich am Ziel ihrer beruflichen Träume zu stehen glaubte, sorgte die Realität für böses Erwachen. Also stieg sie aus und öffnete für sich eine neue Tür. Sie weiß, dass es Menschen gibt, die das für unvernünftig halten. Aber sie weiß auch, dass es ihr Leben ist. Und dass sie nur dies eine hat.

Dr. Nele Klose | Coaching Hamburg Harburg, Tel. 22866 576, mail: kontakt@coaching-hamburg-harburg.de, www.coaching-hamburg-harburg.de