Harburg
Schneverdingen

Lange Nacht der kurzen Filme

Doris Dörrie ist Unterstützerin des Filmfestes „Lange Nacht der Kurzen“.

Doris Dörrie ist Unterstützerin des Filmfestes „Lange Nacht der Kurzen“.

Foto: Bundesverband Deutscher Kurzfilm

Das Schneverdinger Kino LichtSpiel lädt wieder zum Filmfestival mit Künstlergespräch ein.

Schneverdingen.  Bereits zum fünften Mal ist das Schneverdinger Kino LichtSpiel zur „Langen Nacht der Kurzen“ mit einem besonderen Programm am Start: In diesem Jahr wird eine Auswahl aus dem Deutschen Kurzfilmpreis 2017 präsentiert.

Julia Ebner, vielfach ausgezeichnete Künstlerin, wird ihren Film „Landstrich“ vorstellen und anschließend mit dem Publikum darüber diskutieren. „Landstrich“ ist eine Geschichte über das Schweigen, Erinnern und Erzählen. Der halbstündige, auf hunderten Zeichnungen basierende Kurzfilm handelt vom Schicksal einer deutschen Familie zwischen Kriegsende und Mauerfall.

Er beginnt mit den Sätzen: „Nach dem Krieg hatte meine Großmutter schlechtes Gewissen, weil sie noch lebte. Ihr Mann hatte ihr eine Pistole gegeben und gesagt, wenn der Russe käme solle sie zuerst die Kinder und dann sich selbst erschießen, und das hatte sie nicht getan.“ Der Film ist wie alle Filme Ebners biografisch inspiriert und nicht auf die offizielle Geschichtsschreibung, sondern auf die individuelle Wahrnehmung gerichtet.

Wenn am 21. Dezember der kürzeste Tag des Jahres ansteht, ist Kurzfilmtag in Deutschland. Und das bereits zum siebten Mal. In Kinos, aber auch in Straßenbahnen, Einkaufstempeln und Clubs, auf Höfen und an Häuserwänden, in Stadien und Telefonzellen, auf Weihnachtsmärkten, Treppen und möglicherweise auch auf Fähren und Schiffen bestimmen kurze Streifen das Programm. Mit dem diesjährigen Motto „Stadt.Land.Fluss“ rücken die Kinos und der Kurzfilm auf dem Land in den Fokus. Prominente unterstützen den Aktionstag.

Regisseurin Doris Dörrie und die Pop-Band Blond sind zwei von insgesamt acht Botschaftern. „Uns ist es sehr wichtig, dass der Kurzfilm auch dort gesehen werden kann, wo die Infrastruktur nicht mit der in Städten konkurrieren kann“, sagt Jana Cernik, Geschäftsführerin beim Bundesverband Deutscher Kurzfilm. Der Kurzfilmtag entstand 2011 in Frankreich als „Le jour le plus court“.

Die Lange Nacht der Kurzen, Freitag, 21. Dezember, Kino LichtSpiel, Oststraße 31, Schneverdingen, 19 Uhr, Karten zu 6 Euro unter www.lichtspiel-schneverdingen.de Programm: Landstrich (Juliane Ebner), Oh Brother Octopus (Florian Kunert), Kleinheim (Michael Ciesielski), Ela - Skizzen zum Abschied (Oliver Adam Kusio), The last Tape (Cyprien Clément-Delmas und Igor Kosenko)