Harburg
Insektensterben

Buchholzer kämpfen für ihre Bienen

Eine Varroamilbe hat sich auf dem Rückenschild einer Arbeitsbiene festgesetzt.

Eine Varroamilbe hat sich auf dem Rückenschild einer Arbeitsbiene festgesetzt.

Foto: dpa Picture-Alliance / Klaus Nowottnick / picture alliance / Klaus Nowottn

Bei der Vergabe des Umweltpreises 2018 wurden gleich fünf Initiativen für ihr Engagement geehrt.

Buchholz.  Das drängende Thema des Insektensterbens stand in diesem Jahr im Mittelpunkt etlicher Initiativen in der Nordheidestadt. Das spiegelte sich auch bei der Verleihung des Umweltpreises im Rahmen der finalen Stadtratssitzung 2018 wider. „Wir sind froh, dass sich so viele Bürger der Stadt mit dieser Problematik auseinandergesetzt und mit verschiedenen Projekten reagiert haben“, sagte Stadtbaurat Stefan Niemöller.

Das vielfältige Engagement hätte es der Jury bei der Vergabe der Preise nicht leicht gemacht. „Das war wirklich eine schwierige Entscheidung“, so Niemöller. Letztlich hätten die Juroren das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro auf zwei Erste Preise und drei Anerkennungen verteilt. Die Ersten Preise, jeweils mit 800 Euro dotiert, gingen an „Die Bienenbotschafter“ aus Holm-Seppensen und die Klasse 8a der Förderschule An Boerns Soll. Anerkennungen und je 300 Euro erhielten das Gymnasium am Kattenberge, die Gruppe Cornels-Selke und die Firma ERC Emissions-Reduzierungs-Concepte.

Mithilfe des Imkervereins Buchholz legten „Die Bienenbotschafter“ Insektenbiotope für Honigbienen, bodennistende Wildbienen und viele andere Insekten an. „Intensiv eingebunden haben wir dabei Grundschüler sowie Kinder der Kita Am Schoolsolt, der Montessori Lernwelt und des Waldkindergartens“, so Bärbel Schmidt. Zu dem Projekt wurde nicht nur extra ein Flyer erstellt, sondern auch eine anschauliche Dokumentationsmappe.

Die Klasse 8a der Förderschule An Boerns Soll hat im Schulgarten unter Anleitung der Lehrerinnen Birgit Gerdau und Marion Schmidtlein eine Rasenfläche in ein Beet mit insektenfreundlichen Stauden und Blumenzwiebeln verwandelt. Überdies sind Saatbomben und Samentütchen zum Verkauf auf dem Adventsbasar der Schule hergestellt worden.

Im Umfeld des Gymnasiums Am Kattenberge, in verschiedenen Siedlungsgebieten der Stadt und am Golfplatz Seppensen haben Schüler unter dem Motto „Wir geben Insekten ein Zuhause“ heimische Gehölze gepflanzt und eine Streuobstwiese angelegt. Im Rahmen von „Jugend forscht“ ist außerdem die Wirksamkeit von Nisthilfen untersucht worden. „In weiteren Teilprojekten wurden zwei Bienenvölker betreut, ein Acker angelegt um Lebensmittel zu produzieren und soziale Kompetenz zu fördern, sowie ein Hühnerstall konzipiert und gebaut“, berichtete die Lehrerin Dr. Brigitte Muntermann.

Cornelia Cornels-Selke und die Hamburger Studenten Finnja Hoffmann und Dennis Lorenzen haben Am Steinbecker Mühlenweg nahe des Zugangs zum Stadtwald eine ehemalige Pferdeweide, die zwischenzeitlich als Lagerplatz genutzt wurde, in eine artenreiche Wildblumenwiese verwandelt. Dort legten sie Reisig- und Steinhaufen für Vögel, Kleinsäuger und Amphibien an und bauten ein Igelhotel. Das gesamte Projekt ist mittels eines Fotobuchs ausführlich dokumentiert worden.

Für ein sehenswertes Beispiel „Naturnaher Gewerbebetriebsgestaltung“ zeichnete schließlich die im Gewerbegebiet Vaenser Heide II ansässige Firma ERC Emissions-Reduzierungs-Concepte verantwortlich. In den vergangenen 25 Jahren hat das Unternehmen zahlreiche wegweisende Lösungen zur Vermeidung und Verringerung von Emissionen aus Verbrennungsprozessen auf den Weg gebracht und damit weltweite Standards gesetzt.

Nun wurden auf dem Firmengelände an der Bäckerstraße 11 – 13 Obstbäume und Sträucher gepflanzt, ein Teich mit Schilf, Seerosen, Teichmuscheln, Amphibien, sowie Libellen angelegt sowie Nist- und Brutkästen für Vögel gebaut.

Klimaschützer

Zum dritten Mal heißt es 2019 in Buchholz „Junge Klimaschützer gesucht“. Das Umweltprojekt in Kooperation mit den Stadtwerken richtet sich an alle Drittklässler der Grundschulen. Sie sollen erkunden, wie der Energie- und Wasserverbrauch gesenkt und Abfall vermieden werden kann.

Zum Auftakt am 18. Februar geht es mit Initiator Herbert Maliers ins Movieplexx-Kino zum Film „Königreich Arktis“.